Coburg

Brose nimmt stets rege Anteil

Coburg — "Coburg ist meine zweite Heimat geworden", sagt Willi Brose, der am Dienstag 90 Jahre alt geworden ist. Hier hat er von 1951 an an der heutigen Hochschule sein Ingenieurst...
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Willi Brose und seine Ehefrau Christa  Foto: Martin Koch
Willi Brose und seine Ehefrau Christa Foto: Martin Koch
Coburg — "Coburg ist meine zweite Heimat geworden", sagt Willi Brose, der am Dienstag 90 Jahre alt geworden ist. Hier hat er von 1951 an an der heutigen Hochschule sein Ingenieurstudium begonnen. Nach dem Diplom habe er in seinem rund 40-jährigen Berufsleben an vielen Bauprojekten in der Stadt und in der Wirtschaft mitwirken können.
Aber in Coburg hat Willi Brose auch seine spätere Frau Christa, geborene Mönch, kennengelernt. Die sogenannte "Bretterbude" im Rosengarten und die Veranstaltungen in mittlerweile ebenso verschwundenen Coburger-Hofbräu-Gaststätten in der Mohrenstraße waren damals die Treffpunkte, an denen junge Coburger ihre Beziehungen knüpfen konnten und Ehen angebahnt wurden.
Willi Brose kann eine interessante Biografie aufweisen. Er kam am 22. September 1925 in Rügenwalde an der Ostsee in Pommern auf die Welt. "Nach dem Schulabschluss bewarb ich mich für die technische Inspektorenlaufbahn der Deutschen Reichsbahn", erinnert er sich. Er begann zu studieren, aber schon nach dem zweiten Semester, im Jahr 1943, wurde er zum Wehrdienst einberufen. Dieser führte ihn zunächst auf den Balkan und dann zur Ostfront. "Die russische Front drang immer weiter nach Westen vor", berichtet Brose. "Im Kampf um Bautzen wurde ich verwundet." Er kam ins Lazarett nach Königsgrätz und geriet dort nach Kriegsende gleich in die US-amerikanische Gefangenschaft. Nach seiner Genesung kam Brose in ein amerikanisches Arbeitslager in Breitengüßbach. Dann war die Kriegsgefangenschaft eigentlich zu Ende, aber Brose blieb dann als ziviler Angestellter bei den Amerikanern. Breitengüßbach war ein amerikanisches Munitionsdepot. Brose: "Aufgrund meiner Englischkenntnisse bekam ich den verantwortungsvollen Job als ammunition locater."
Vor dem Mauerbau gelang es Willi Brose noch, seine Eltern aus der DDR nach Coburg zu holen. Aus der Ehe mit Christa gingen zwei Söhne und zwei Enkel hervor. 1966 baute sich die Familie ein Haus in Coburg.
Willi Brose nimmt regen Anteil am Coburger Stadtgeschehen. "Die Stadt entwickelt und vergrößert sich durch viele neue Projekte", freut sich Brose. "Ich begrüße die Weiterentwicklung der Hochschule sowie die Neugestaltung des Güterbahnhofes." mako



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