Stockheim

Breite Unterstützung für Bergbauausstellung in Zecherhalle

Auf Anregung von Heimatforscher Berthold Schwämmlein findet vom 3. bis 16. September in der Neukenrother Zecherhalle eine umfangreiche Bergbauausstellung de...
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Vom 3. bis 16. September findet in der Neukenrother Zecherhalle eine umfassende Bergbauausstellung statt. Unser Bild: Letzter Schichtwechsel auf der Steinkohlengrube St. Katharina 1968 Repro: Gerd Fleischmann
Vom 3. bis 16. September findet in der Neukenrother Zecherhalle eine umfassende Bergbauausstellung statt. Unser Bild: Letzter Schichtwechsel auf der Steinkohlengrube St. Katharina 1968 Repro: Gerd Fleischmann
Auf Anregung von Heimatforscher Berthold Schwämmlein findet vom 3. bis 16. September in der Neukenrother Zecherhalle eine umfangreiche Bergbauausstellung des Steinkohlenreviers Stockheim-Neuhaus-Reitsch in Verbindung mit der örtlichen Industriegeschichte statt. Die Präsentation ist wegen der Ferienzeit schließlich noch bis zum 16. September für Schulklassen eingeplant. Mittlerweile laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Knappenverein, Volkstrachtenverein Zechgemeinschaft Neukenroth, Theatergruppen der Gemeinde Stockheim, Bergmannskapelle, Heimat- und Trachtenverein Haig sowie die Gemeinde Stockheim mit Bürgermeister Rainer Detsch haben sich bereiterklärt, an dem Projekt mitzuarbeiten. Für die Koordination der umfangreichen Vorbereitungen zeichnen Günther Scheler und Gerwin Eidloth vom Arbeitskreis Bergbau-Magazin des Fördervereins Bergbaugeschichte verantwortlich.
An den Aktivitäten beteiligen sich außerdem Kreiskulturreferentin Gisela Lang, Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann, Gemeinderat Joachim Beez, Dritter Bürgermeister Jörg Roth sowie Vitus Wagner, Karl-Heinz Wagner, Hubert Busse und Ludwig Brauer. Vor allem sollen mit diesen ortsteilübergreifenden Aktivitäten die jüngeren Leute angesprochen werden, die sich noch nicht so intensiv mit der örtlichen Industriegeschichte befasst haben. Denn schließlich waren Steinkohlenbergbau, Eisenbahn und Glasfabrik die wesentlichen Voraussetzungen für die Entwicklung der Einheitsgemeinde Stockheim in ihrer heutigen Größe und wirtschaftlichen Stärke. Oftmals wird die Bedeutung der bergmännischen Aktivitäten in vier Jahrhunderten unterschätzt. Alleine von 1935 bis 1968 - also bis zur Stilllegung - arbeiteten 1500 Männer in der Katharinazeche. Im Gegensatz zu 2004 - damals besuchten über 2000 Menschen die Ausstellung "Schwarzes Gold" in der Zecherhalle, haben die Verantwortlichen für dieses Jahr ein breiteres Konzept ausgearbeitet und modernisiert. Neben informativen Dokumentationen - so unter anderem über die Bergbauunglücke, über die unterschiedlichen Bergwerke sowie über die dörfliche Entwicklung - werden außerdem Medieninseln zum besseren Verständnis beziehungsweise Information angeboten.
Schließlich haben sich die Neuseser Flößer bereiterklärt, ein Floß zu bauen. Zur Ergänzung wird Gerd Fleischmann sein 1,20 Meter großes Mainfloß im Modell mit Stockheimer Kohlenfässern präsentieren. Immerhin waren bis zum Bau der Eisenbahn 1863 bis zur Bergwerksgemeinde die Flößer wichtige Transporteure für das "schwarze Gold" der Kumpels. Außerdem kümmert sich der Stockheimer Knappenverein um den Bau eines bergmännischen Stollens. Erstmals stellt Ortsheimatpfleger Fleischmann in der Großgemeinde seine umfassende Ausstellung über die Stockheimer Glasfabrik Sigwart & Möhrle von 1877 bis 1930 zur Verfügung, die bisher nur vor acht Jahren im Europäischen Flakonglasmuseum Kleintettau gezeigt worden ist.
Neben mehreren Vorträgen - unter anderem werden Neuhäuser Schüler die ehemalige Minnazeche bei Neuhaus vorstellen - wird ein Knappenabend am 9. September in der Zecherhalle einen attraktiven Schlusspunkt setzen. Bergmannskapelle Stockheim, Trachtenverein Schumlach e. V. Lindenberg, Heimat- und Trachtenverein Haig sowie die Neukenrother Zecher werden mitwirken. Ein Theaterspiel mit dem legendären Stockheimer Osterwunder von 1879 - damals konnten zwölf verschüttete Bergleute nach vier Tagen lebend geborgen werden - befindet sich ebenfalls in Vorbereitung.
Mit dieser Großveranstaltung in der Zecherhalle erhoffen sich die Verantwortlichen sowie Bürgermeister Rainer Detsch eine weitere Unterstützung in den bisherigen Bemühungen, den oft leidgeprüften Bergmännern ein museales Denkmal zu setzen. gf

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