Burgkunstadt
Stadtrat 

Böschung ersetzt Betonmauer

Der Kirchplatz in Mainroth soll verschönert werden. Das Projekt kostet rund 183 000 Euro.
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Für insgesamt rund 183 000 Euro soll der Kirchplatz in Mainroth ausgebaut werden. Unter anderem soll die Betonmauer am Lehrerhaus durch eine Böschung ersetzt werden. Foto: Katrin Huber
Für insgesamt rund 183 000 Euro soll der Kirchplatz in Mainroth ausgebaut werden. Unter anderem soll die Betonmauer am Lehrerhaus durch eine Böschung ersetzt werden. Foto: Katrin Huber
Thomas Kleylein vom Ingenieurbüro HTS aus Kronach hat den Stadträten in der jüngsten Sitzung die Planung und Kostenrechnung für den Ausbau der Kirchplatzes in Mainroth vorgestellt. "Momentan besteht der Patz aus einer asphaltierten Fläche, die in eine 4,50 Meter breite Fahrbahn aufgegliedert werden soll", erläuterte der Ingenieur.
Außerdem solle die Betonmauer am Lehrerhaus durch eine Böschung ersetzt werden. "In Absprache mit dem Architekten für das Brauhaus wird zur Abgrenzung des Gebäudes eine neue Natursteinmauer errichtet", so Kleylein. Im Bereich der Kirche werde der alte Schuppen inklusive Keller abgebrochen, aufgefüllt und durch drei Rasengitter-Parkplätze ersetzt.


Nach historischem Vorbild

Nach historischem Vorbild soll außerdem die alte Friedhofsmauer, durch Platten vom Pflaster abgegrenzt, dargestellt werden. Nebenflächen sollen gepflastert werden. "Der unansehnliche Plattenbelag am Kriegerdenkmal soll durch einen Granitbelag ersetzt werden", führte der Ingenieur weiter aus. Grünflächen mit niedriger Bepflanzung sollen das Bild auflockern. Granitrinnen sind vorgesehen, um den Wasserablauf zu regeln, genauso wie ein Kiesstreifen um die Kirche, der das Mauerwerk trocken halten soll.
"Die Kosten der Maßnahme belaufen sich auf insgesamt 183 000 Euro." Für Baunebenkosten seien 26 000 Euro veranschlagt, für neue Wasserleitungen 12 000 Euro. Ein Brunnen nach den Wünschen der Teilnehmergemeinschaft schlage mit rund 13 000 Euro, die Straßenbeleuchtungen mit 10 500 Euro zu Buche. "Die Baukosten an sich belaufen sich auf 121 500 Euro, wovon für die Fahrbahn alleine 25000 Euro zu veranschlagen sind."


60 Prozent Zuschuss

Marco Hennemann (CSU) regte an, barrierefreies Pflaster einzubauen. Details zu Materialen könnten Mitte Oktober beim Gespräch mit der Teilnehmergemeinschaft und Anwohnern besprochen werden, meinte Markus Pülz von der Bauverwaltung. Das Amt für Ländliche Entwicklung fördere die Maßnahme mit 60 Prozent. "Nach Abzug wird der Rest über die Straßenausbaubeitragssatzung umgelegt", erklärte Sven Dietel. Auf die Stadt kämen dann noch Kosten zwischen 70 000 und 80 000 Euro zu.
Barrierefreies Rathaus? Das ist erstrebenswert, da waren sich die Stadträte in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstagabend einig. Aber wie? In dieser Frage gingen die Meinungen im Gremium zu Beginn der Diskussion um den Aufzug auseinander. Fest steht: Der Lift aus dem Jahr 1979 ist weder behindertengerecht noch auf dem neuesten Stand. Doch lohnt die Investition von rund 20 000 Euro in eine Sanierung? "Wenn jetzt Geld investiert wird, ist das keine Garantie, dass in den nächsten Jahren nicht wieder etwas anfällt", so Geschäftsleiter Sven Dietel.
Würden sich beispielsweise Tüv-Prüfungsvorschriften verschärfen, entstünden Folgekosten. Die Aufzugsfirma "Schmitt & Sohn" schlägt zwei Alternativen vor.
Variante 1: Der bestehende Aufzug wird rollstuhlgerecht verbreitert, Kosten etwa 120 000 Euro.
Variante 2: Es wird ein gläserner Außenaufzug gebaut.
"Diese Möglichkeit kommt nicht in Betracht, weil Veränderungen am Fachwerk vorgenommen werden müssten", sagte Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU). "Ein behindertengerechter Aufgang muss nicht zwangsläufig ein Aufzug sein", meinte Wolfgang Sievert (SPD). Sven Dietel wiegelte ab: "Ein Treppenlift ist baulich nicht möglich, der kommt nicht um die Ecke."
Widerspruch erhielt Alexander Hanna (Bürgerverein) für seinen Vorschlag, gehbehinderte Menschen im Erdgeschoss zu empfangen. "Das ist ja diskriminierend", empörte sich Wolfgang Sievert. "Gemeint ist nicht, die Leute im Foyer abzufertigen, sondern sie in geeigneten Büros oder Besprechungszimmern im Erdgeschoss zu empfangen", rechtfertigte Hanna. Schließlich gehe es auch darum, ob sich die Stadt einen Umbau leisten könne. "Und was ist mit Gehbehinderten, die die Stadtratssitzung im ersten Stock besuchen wollen?" fragte Hans-Peter Marx (SPD). Die Debatte beendete Michael Doppel (FWG): "Da investieren wir in Straßen und reißen Bordsteine weg für Barrierefreiheit. Das sollten wir auch beim Rathaus schaffen."
Der Stadtrat war einstimmig gegen eine Reparatur und dafür, Variante 1 weiter zu verfolgen.

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