Lichtenfels

Blumen und Bonbons säumten letzte Etappe

Mistelfeld — "Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten" bemerkte schon Viktor von Scheffel vor 156 Jahren in seinem berühmten Frankenlied. Daran hat sich bis heute...
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Pfarrer Henryk begrüßt am Ortseingang in Mistelfeld die Wallfahrer. Fotos: Gerd Klemenz
Pfarrer Henryk begrüßt am Ortseingang in Mistelfeld die Wallfahrer. Fotos: Gerd Klemenz
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Mistelfeld — "Wallfahrer ziehen durch das Tal mit fliegenden Standarten" bemerkte schon Viktor von Scheffel vor 156 Jahren in seinem berühmten Frankenlied. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wohlbehalten kehrten am Sonntagabend 74 Gläubige von ihren dreitägigen Gebetsgang vom größten Dreifaltigkeitswallfahrtsort Deutschlands aus Gößweinstein zurück.
Der Startschuss für die Wallfahrt war am Freitag frühmorgens gefallen. Über Klosterlangheim, Lahm ging es nach Kleinziegenfeld. Von dort marschierte man nach Wotzendorf und Eichenmüll. Über Krögelstein ging es nach Hollfeld zur Mittagspause. Über Feldwege und Teerstraßen führte die Route nach Waischenfeld, wo die Pilger am Abend erwartet wurden. Nach der Übernachtung ging es am Samstagmorgen nach Oberailsfeld und über die Behringermühle nach Gößweinstein. Dort besuchten die Mistelfelder um 7 Uhr den Gottesdienst in der Basilika, um 9.15 Uhr wurde der Kreuzweg gebetet.
Nach einem kurzen Aufenthalt am Gnadenort nahmen die Gläubigen um 13.15 Uhr wieder Abschied. Nach erneuter Übernachtung in Waischenfeld führte der Weg nach Hollfeld, wo um 7.30 Uhr ein Sonntagsgottesdienst gefeiert wurde. Erneut über Krögelstein, Lahm und Klosterlangheim ging es wieder zurück in die Pfarrkirche.
Am Ortseingang begrüßte Pfarrer Henryk Chelkkowski die Teilnehmer aus der Pfarrei Mistelfeld-Klosterlangheim. Bei den Einwohnern, die die Heimkehrer mit Blumensträußen willkommen hießen, bedankten sie sich mit Bonbons vom Gnadenort. Der letzte Teil der 106 Kilometer langen Wegstrecke führte durch den Ort und den Kirchberg hinauf. Dazu spielten die Wallfahrtsmusiker aber zunächst kein Wallfahrtslied, sondern für manchen "älteren" Wallfahrer etwas überraschend, das berühmte Frankenlied. Dann zog der lange Pilgerzug schließlich in die Pfarrkirche ein.
Pfarrer Henryk bedankte sich besonders bei Wallfahrtsführer Thomas Hiller, der seit 25 Jahren als Wallfahrtsführer an erster Stelle steht und überreichte ihm dafür ein kleines Präsent. Im Jahr 1991 führte Thomas Hiller erstmals zusammen mit Georg Hupfer die Wallfahrt, so Pfarrer Henryk. In dieser Zeit wurden die Wallfahrtsfahnen sowie das jetzige Wallfahrtsbild angeschafft.

Die Tradition weiter pflegen

Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner begrüßte die Wallfahrer in ihrer Pfarrkirche zurück. "Schön, dass ihr nach all den Mühen und Strapazen, die ihr auf Euch genommen habt, wieder gesund und wohlbehalten, wenn auch teilweise sicherlich erschöpft, in Eure Heimat zurückgekehrt seid", so Rießner. Verbunden mit ihren persönlichen Wunsch, dass die alte Tradition der Wallfahrt der Pfarrgemeinde Klosterlangheim-Mistelfeld weiterhin gepflegt und erhalten bleibt, schloss sie.
Anschließend spielte die Musiker der Leuchsentaler Blasmusik den Choral "Ich bete an die Macht der Liebe". Zum Abschluss der Wallfahrt lobte Hiller die Disziplin in der Gruppe und das eifrige Mitsingen und Mitbeten. Sein Dank galt den 23 Wallfahrtsmusikern, die den Pilgerzug während der gesamten Strecke begleitet hätten. Ebenso würdigte er den Einsatz von Bild-, Fahnen-, Lautsprecherträgern, den Sicherheitskräften, dem Wallfahrtsarzt sowie allen Organisatoren und vor allem dem 2. Wallfahrtsführer Jürgen Panzer, der ihn beim Vorbeten unterstütze. Die jüngste der Teilnehmer, von denen viele auch aus anderen Pfarreien kamen, sei zehn Jahre alt gewesen, die älteste 72. Zum Schluss wurde auf den Dankgottesdienst an Fronleichnam hingewiesen. Er beginnt am Donnerstag, 4. Juni, um 8.30 Uhr in der Sankt-Andreas-Kirche. Gerd Klemenz
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