Ebermannstadt
Natur 

Blühflecke für größere Artenvielfalt

Der Bund Naturschutz will Bürger für den Artenschutz sensibilisieren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Ein Schild soll auf die besondere Bedeutung der Fläche hinweisen. Assistiert von Bürgermeisterin Christiane Meyer (rechts) und Axel Schauder rammt Landrat Ulm (links) das Schild in den Boden.  Foto: Josef Hofbauer
Ein Schild soll auf die besondere Bedeutung der Fläche hinweisen. Assistiert von Bürgermeisterin Christiane Meyer (rechts) und Axel Schauder rammt Landrat Ulm (links) das Schild in den Boden. Foto: Josef Hofbauer
Josef Hofbauer

Die Artenvielfalt schwindet. "Ein Thema, das uns zu entgleiten droht", warnte Frieder Oehme, Geschäftsführer der Kreisgruppe Forchheim des Bund Naturschutz. Einer weiteren Verringerung der Schmetterlingsarten, dem Bienensterben und dem Schrumpfen der Vogelwelt will der Bund Naturschutz nun mit der Initiative "Blühflecke" unter der Schirmherrschaft von Landrat Hermann Ulm (CSU) entgegenwirken. Einer der ersten Blühflecke wurde im Ebermannstadter Baugebiet "Jugendäcker" mit einem Schild markiert.
Von 80 000 Tier- und Pflanzenarten, die es in Bayern gebe, seien 40 Prozent vom Aussterben bedroht, ließ sich Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) von ihrem Sohn belehren. 5,7 Prozent der Tier- und 3,7 Prozent der Pflanzenarten seien bereits ausgestorben. Deshalb, so Christiane Meyer, sei gerade dieses Projekt sehr clever. Mit ganz wenig Einsatz könne sehr sehr viel erreicht werden.
Die Artenvielfalt sei den Menschen wirklich wichtig, erklärte Bürgermeisterin Meyer. Bei einer europaweiten Umfrage hätten 90 Prozent der Befragten angegeben, dass für sie dieses Thema von sehr großer Bedeutung sei.
Es sei bitter notwendig, endlich zur Tat zu schreiten, erklärte Axeld Schauder, der ein Faltblatt zum Thema Blühflecke entwickelt hat. Durch zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft und eine Zunahme monotoner Gartengestaltung mit Thuja-Hecken und Kies seien die summenden Mitbewohner und ihre Lebensräume unter Druck geraten. Feldraine seien umgeackert worden, Wegrandsreifen verarmten durch Mulchmahd zu Grasbändern und der Einsatz der Pflanzenschutzmittel tue sein Übriges, bedauerte Schauder.
Er zeigt in dem Faltblatt eine Reihe von Möglichkeiten auf, wie durch Flecken mit blühenden Kräutern möglichst gestaffelt über den ganzen Sommer für Bienen Schmetterlinge und Vögel gesorgt werden kann.


Jeder kann mitmachen

"Ein extrem niederschwelliges Angebot, bei dem Kommunen genauso mitwirken könnten wie Privatpersonen oder der Landkreis", fand Landrat Hermann Ulm. Nach und nach entstehe eine Vernetzung der Flächen. Erfreulich fand Ulm, dass durch die blühenden Randstreifen nicht mehr Arbeit auf die örtlichen Bauhöfe zukomme, sondern weniger. "Es ist nur eine Frage der Organisation und man muss Überzeugungsarbeit leisten", fand Hermann Ulm.
Er hoffte, dass die Idee, die Pflanzen einfach wachsen zu lassen, viele Nachahmer findet. Neben der Fläche an den Judenäckern sollen in Ebermannstadt auch Blühflecke zwischen der Altweiherstraße und der Feuer-steinstraße und an der Friedhofstraße entstehen.
Das soll aber nur der Anfang sein. Auch Heroldsbach und Kunreuth, Wiesenthau und Walkersbrunn hätten Flächen angemeldet, informiert Gunter Oehme. Geeignet seien im Prinzip alle Flächen, auf denen es blühende Kräuter geben kann. Restflächen im Siedlungsbereich könnten ebenso einen Beitrag zum Insektenleben leisten, wie allgemeine Grün- und Brachflächen.
Selbst der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Hermann Greif, habe die Unterstützung der Bauern zugesagt. "Es darf halt nicht beim Versprechen bleiben, es muss umgesetzt werden", forderte Oehme . Ein Info-Schild weist Passanten auf die besondere Bedeutung der jeweiligen Flächen hin.


Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren