Coburg

Bloß kein Bezug zu Franken

Coburg — Die Ankündigung der Thüringer Landesausstellung 2016, die der ernestinischen Linie des Hauses Wettin gewidmet sein wird (siehe nebenstehenden Artikel) gibt dem Verein Henn...
Artikel drucken Artikel einbetten
Coburg — Die Ankündigung der Thüringer Landesausstellung 2016, die der ernestinischen Linie des Hauses Wettin gewidmet sein wird (siehe nebenstehenden Artikel) gibt dem Verein Henneberg-Itzgrund-Franken Anlass, sich zu Wort zu melden.
In der bisher bekannt gewordenen Konzeption sei zu vermuten, dass die Landesausstellung ein weiterer Beitrag werde, "das Kunstkonstrukt Freistaat Thüringen vollumfänglich als thüringisch darzustellen und sich gleichzeitig entschieden vom ebenfalls thüringisch geprägten heutigen Sachsen zu distanzieren", sagt Martin Truckenbrodt, Vorsitzender des profränkischen Vereins mit Sitz in Frankenblick im Landkreis Sonneberg.
Gleichzeitig werde auch die sprachliche und kulturräumliche Zugehörigkeit des heutigen Südthüringens zu Franken verdrängt. Der Region werde "vollumfänglich die Identität als Thüringer aufgedrückt und wir lassen dies kritiklos zu", so nachdrücklich Truckenbrodt in seinem Brief an das Tageblatt.
"Das heutige Südthüringen wurde nicht thüringisch, nur weil es in zwei Etappen 1920 und 1945 zum Land Thüringen kam. Im Geschichtsunterricht wird nicht wirklich auf die mehr als 1300 Jahre fränkische Geschichte des im Früh- und Hochmittelalter von Franken besiedelten Südthüringen eingegangen. Auf der Webseite der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten finden sich bei den betreffenden Lokalitäten auch keine entsprechenden Hinweise. Laut dem Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 gibt es im Freistaat Thüringen ausschließlich thüringisches Kulturerbe", ärgert sich Truckenbrodt.
Es gebe noch mehr Beispiele dafür, wie man systematisch die fränkische Prägung und Geschichte eines Fünftels des Freistaats Thüringen ausblende und damit tabuisiere. "1990 hätte man unserer Heimat eigentlich den Namen Nordfranken, alternativ Henneberg-Franken, geben müssen. Das wäre definitiv richtiger und treffender gewesen!"

Im Fränkischen Kreis

Die Wettiner selbst seien bis heute stolz auf ihre fränkischen Wurzeln mütterlicherseits in Person einer Tochter der Gefürsteten Grafen von Henneberg. "Sie hatten auch nie ein Problem damit, unsere Region als fränkisch zu bezeichnen. So bezeichneten sie Mitte des 16. Jahrhunderts im Kurfürstentum Sachsen das Gebiet der Pflege Coburg (Coburg, Sonneberg und Hildburghausen), ihre Ortslande zu Franken, als Verwaltungsbezirk Fränkischer Kreis. ct

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren