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Haßfurt

Blinder Preisträger spendet Geld für andere Behinderte

Ulrike langer Haßfurt — "Ich freue mich sehr, dass ich danken und meine Freude teilen darf. Denn dies sind die Schwerpunkte in meinem Leben", sagt Michael S...
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Ulrike langer

Haßfurt — "Ich freue mich sehr, dass ich danken und meine Freude teilen darf. Denn dies sind die Schwerpunkte in meinem Leben", sagt Michael Schulz, der Blinden- und Sehbehindertenberater des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes (BBSB) der Bezirksgruppe Unterfranken Würzburg für den Landkreis Haßberge.
Der Grund für seinen Dank war die Verleihung des Förderpreises des Rotary Clubs Haßfurt. Seine Freude bestand darin, das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro an andere Blinde und Sehbehinderte weiterzugeben.
Anfang dieses Jahres hatte der selbst erblindete Michael Schulz, der in verschiedenen Gremien für Senioren und Behinderte äußerst tatkräftig mitwirkt, den Förderpreis erhalten. "Die Rotarier sind Menschen mit offenem Herzen und offenem Auge. Sie haben ein großes Gespür für uns Blinde und Sehbehinderte und sind uns gegenüber immer sehr großzügig gewesen", betonte Michael Schulz.


Spende gedreiteilt

200 Euro aus der finanziellen Zuwendung wolle er nun gerne an bedürftige Mitglieder des Stammtisches des BBSV weitergeben, so Schulz. Jeweils 400 Euro sollten der blinde Georg Müller aus Bischwind a.R. und der mehrfach behinderte Maximilian Müller aus Sand erhalten, die selbst über keine Einkünfte verfügten, aber eine Teilhabe am Leben verdienten.


Verwaltungsmann ins spe

Der 18 Jahre alte Georg Müller lebt derzeit im Kompetenzzentrum Nikolauspflege in Stuttgart und besucht einen berufsvorbereitenden Lehrgang an der Sonderberufsfachschule. "Ich möchte gerne mal eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten absolvieren", teilte der junge Mann mit. "Denn das schulbegleitende Praktikum in der VG Ebern hat mir sehr gut gefallen." Mit der Spende von 400 Euro möchte er eine Tandemfreizeit mit einem Erzieher finanzieren.
Der 24 Jahre alte Maximilian Müller arbeitet in der Fördergruppe eins der Lebenshilfe in Augsfeld. Dort übt er leichte Arbeiten aus, was ihm sehr viel Spaß macht. Er will das Geld nach eigenen Angaben dazu nutzen, mit seiner Fördergruppe einen Ausflug zu machen, "denn die Fördergruppe ist wie eine Familie für mich".
Michael Schulz sprach den beiden Behinderten ein großes Lob dafür aus, dass sie ihr Leben in die Hand genommen haben. "Blind zu sein, heißt nicht, dass das Leben aus ist. Es ist nur anders und Ihr seid große Vorbilder", betonte der Haßfurter und dankte auch den Familien der beiden, dass sie ihre Kinder stets unterstützten. ul