LKR Haßberge

Bis jetzt noch kein Angebot aus dem Kreis

Würzburg/Haßberge — Nach dem Aufnahmestopp in den bayerischen Erst-Aufnahme-Einrichtungen für Asylbewerber muss der Regierungsbezirk Unterfranken etwa 80 Flüchtlinge pro Woche aufn...
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Würzburg/Haßberge — Nach dem Aufnahmestopp in den bayerischen Erst-Aufnahme-Einrichtungen für Asylbewerber muss der Regierungsbezirk Unterfranken etwa 80 Flüchtlinge pro Woche aufnehmen. Da die Aufnahmekapazitäten der Regierung nahezu erschöpft sind, verstärkt der Diözesancaritasverband Würzburg laut einer Pressemittelung seinen Appell, Flüchtlinge aufzunehmen.
In einer Rundmail hatte sich Caritasvorsitzender Domkapitular Clemens Bieber gemeinsam mit Bischof Friedhelm Hofmann an alle Kirchengemeinden, Klöster und kirchlichen Institutionen in der Diözese gewandt. Dazu gehören auch die Pfarreien im Landkreis Haßberge. Die Einrichtungen sind dazu aufgerufen zu prüfen, ob sie Asylunterkünfte bereitstellen können. Die Religion der Flüchtlinge spiele dabei keine Rolle, betonte Bieber. "Caritas hilft nicht, weil die Hilfesuchenden Christen sind, sondern weil sie selbst christlich ist." Auf Nachfrage des Fränkischen Tags, ob sich auch aus dem Landkreis Haßberge bereits Menschen, Einrichtungen oder Gemeinden gemeldet haben, die dem Aufruf des Bischofs gefolgt sind, teilte die Leitung des Sozialdienstes für Flüchtlinge Würzburg/Kitzingen mit: "Bis jetzt war noch kein Angebot aus dem Landkreis Haßberge dabei."

Schnelle Hilfe

Allerdings ist Hilfsbereitschaft vorhanden. So wurde einer Familie aus Syrien schnell geholfen: sie hat jetzt eine vorübergehende Unterkunft - bis sie ab November eine Wohnung zur Verfügung gestellt bekommt.
Sieben Einrichtungen meldeten sich laut der Diözese nur wenige Stunden nach dem Appell, die Familie aufzunehmen, darunter der Sankt Josefs-Stift Eisingen, wo die Familie nun untergebracht werden konnte.
Bieber lobte das Netzwerk der Kirche und die Hilfsbereitschaft der Einrichtungen in der Diözese. "Die raschen Reaktionen bestätigen auch unser Vorgehen, in solchen Situationen nicht lange zu beraten, sondern schnellstens aktiv zu werden", betonte er. In Eisingen hat man schnell gehandelt. "Wir haben es generalgereinigt, Möbel aufgetrieben und Handwerker engagiert, außerdem Kindersitze organisiert, um die Familie vom Flughafen abholen zu können", erklärte Bernhard Götz, Geschäftsführer des Sankt Josefs-Stifts.
In Eisingen wurde die syrische Familie unter anderem von Götz, Bieber und Isabell Schätzlein von der Flüchtlingsberatung des Diözesancaritasverbandes, begrüßt. "Wir wissen, dass nichts die Heimat ersetzen kann, möchten Ihnen aber helfen, sich hier einzuleben", sagte Bieber. Die Suche nach Unterkünften für andere Flüchtlinge geht für die Caritas weiter. ft

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