Unterneuses

Bildhauerei: vom Smiley über den Tennisball zur Glocke

Ungewöhnliche Töne für einen heißen Sommertag waren am Sonntagnachmittag in der Glesengasse in Ebensfeld zu hören. Mit Hammer und Meißel wurden Steine bearb...
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Eine Monotypie entsteht, während andere auf der Leine trocknen.
Eine Monotypie entsteht, während andere auf der Leine trocknen.
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Ungewöhnliche Töne für einen heißen Sommertag waren am Sonntagnachmittag in der Glesengasse in Ebensfeld zu hören. Mit Hammer und Meißel wurden Steine bearbeitet, dass es noch eine Straße weiter zu hören war. Zum dritten Mal hatte der Bildhauer Clemens Muth im Rahmen des Ferienprogramms der Gemeinde Ebensfeld zum Kinder-Kunstnachmittag eingeladen.
Dass es diesmal "nur" 13 Kinder waren, dürfte am Wetter gelegen haben. Manch einer habe sich sicher für den Badesee entschieden, vermutet der Initiator der Veranstaltung. Damit die jungen Künstler ohne Platzprobleme arbeiten konnten, wurde die Glesengasse vorübergehend für den Durchgangsverkehr gesperrt. "Wir sind froh, dass wir die Straße sperren können. Das geht über die Gemeinde ganz unkompliziert", berichtet Clemens Muth. Auch von Seiten der Nachbarn gebe es keine Probleme. "Beschwerden haben wir noch nie gehabt."


Große Quader aus Gasbeton

Der künstlerisch begabte Nachwuchs kann an mehreren Arbeitsplätzen verschiedene Techniken ausprobieren. Clemens Muth zeigt, wie es geht, dann dürfen die Mädchen und Jungen selbst ans Werk gehen. Zu den Rennern zählt die Arbeit mit den unterschiedlich großen Quadern aus Gasbeton. Für die Mädchen und Jungen etwas Besonderes, da die meisten damit zu Hause im Wohnzimmer nicht arbeiten dürften.
Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es wird gehämmert, dass die Brocken nur so fliegen. Und manch einer hat seinen Plan mehr als einmal umgeschmissen. Aus ihren Quader wollte Liselotte ursprünglich ein Smiley fertigen, dann sollte es ein Tennisball werden und zum Schluss ist es eine Glocke geworden. Dass die Arbeit mit Hammer und Meißel Spaß macht, bestätigt die Elfjährige.
Xaver und sein Bruder Lorenz haben sich dazu entschlossen, die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen und des Familiennamens in Stein zu meißeln. Die Konturen der Buchstaben haben sie zusätzlich mit Farbe betont.
Im Schatten einer alten Sandsteinmauer sind auf einer langen Wäscheleine eine Reihe von Monotypien aufgereiht - ein künstlerischen Druckverfahren, das mit Elementen der Malerei, Zeichnung und Grafik arbeitet. Manche der Monotypien tragen den Namen des Künstlers. Die Schwierigkeit bei der Anfertigung liegt laut Muth darin, dass die Kinder ihren Namen zunächst in Spiegelschrift schreiben müssen, um dann in gedruckter Form seitenrichtig zu sein. Lorenz ist ganz stolz auf sein Werk, das einen der Minions zeigt. Ein Bild, das sein Schöpfer zweifarbig angelegt hat. Auch diese Kunstwerke künden von der Kreativität des künstlerischen Nachwuchses.
Einen Tisch weiter sind zahlreiche Joghurtbecher und leere Quarkschalen zu finden. Hier dürfen sich die Mädchen und Jungen in der Herstellung von Stuckmarmor üben. Clemens Muth möchte den Teilnehmern damit eine Technik nahe bringen, die am Obermain in vielen Kirchen wie beispielsweise Vierzehnheiligen zu finden ist. Der künstlerische Nachwuchs arbeitet konzentriert, ist mit Eifer bei der Sache. Clemens Muth muss nur bei kleinen Pannen eingreifen, dann wenn etwas zu Bruch gegangen ist. Aber das passierte nicht allzu oft.
Am Ende des Nachmittags gleicht die Glesengasse einer kleinen Galerie. Die Kunstwerke werden stolz den Eltern gezeigt und dürfen natürlich mit nach Hause genommen werden.
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