Ebrach
Entwässerung 

Bestialischer Gestank nervt

Immer wieder stinkt es in den Ebracher Gemeindeteilen Buch und Großgressingen. Der Grund: stehendes Abwasser. Über die Ursache dafür streitet sich die Gemeinde bereits vor Gericht.
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In Großgressingen stinkt es aus den Kanalschächten. Fotos: Konrad Götz
In Großgressingen stinkt es aus den Kanalschächten. Fotos: Konrad Götz
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Anette Schreiber

In Großbirkach stinkt es immer wieder. Bestialisch. Das liegt am Abwasserkanal, sagt die Gemeinde. Man ist deswegen auch vor Gericht. Unterschiedliche Gutachten kommen zu unterschiedlichen Aussagen. Den Bürgern stinkt das. Eben weil es immer wieder stinkt. Seit 2008 gibt es immer wieder Klagen. So wie jetzt.
Nicht nur mit diesem Dauerbrenner-Thema, sondern auch mit einem zweiten hatte sich der Marktgemeinderat in der letzten Sitzung dieses Jahres zu befassen: Im Gemeindeteil Großbirkach will die Feuerwehr schon lange das alte Feuerwehrgerätehaus durch ein neues ersetzen. Aber nicht nur das. Man will dieses Gerätehaus in Verbindung mit einer Halle erstellen, um auch diverse Utensilien unterstellen zu können. Und die Wehr favorisiert nun ein gemeindliches Grundstück am Sportplatz. Über das Thema entbrannte eine intensive Diskussion in der von Erstem Bürgermeister Max-Dieter Schneider (SPD) geleiteten Sitzung.


Schreiben verlesen

Zunächst hatte er ein Schreiben des Feuerwehrvereins verlesen. Den Gemeinderat interessierte, ob denn auch die gesamte Feuerwehr hinter diesem Ansinnen stehe. Das muss noch genauer eruiert werden, ebenso weitere Details. Auf jeden Fall müsste die Wehr die Abmessungen ändern: Statt der gewünschten 8 mal 24 Meter müsste man eine Länge von zehn Metern haben und damit etwa 10 mal 20 Meter Maße umsetzen. Denn, wie Schneider dazu erfahren hatte, werden Feuerwehrgerätehäuser weiterhin gefördert - mit etwa 57 000 Euro in diesem Fall.


Mindestlänge

Die Länge muss dann mindestens zehn Meter betragen, damit die Tragkraftspritze samt Anhänger unterkommt. Die Wehr bietet Eigenleistung an. Die Gemeinde müsste Planungs- und Materialkosten übernehmen, zudem die Änderung des Bebauungsplanes sowie die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes bezahlen. Sie würde den Zuschuss komplett weiterreichen und auch den Erlös des alten Feuerwehrgerätehauses, für das es einen Interessenten gibt.
Bedenken des Gremiums gelten zum einen den Abmessungen des Baukörpers an der exponierten Stelle sowie den Kosten. Für derartige Dimensionen werde mehr Geld fällig.
Auch ist man mit dem nun angedachten Standort auf dem Sportplatzgelände nicht ganz einverstanden. Vor einer Entscheidung soll der Bürgermeister noch einmal mit der Vereinsführung sprechen.
Michaela Oppel (SPD) sprach das anrüchige Thema der Geruchsbelästigung an, unter der vor allem Bürger der Gemeindeteile Buch und Großgressingen seit dem Bau der Abwasserleitung zu leiden hätten.
Es stinke immer dann, wenn Fäkalien in der Leitung stündenn, also nicht weiterbefördert würden, Pumpen und zusätzlich verbauter Kompressor das nicht schafften. Es wurde bereits vieles unternommen, um Abhilfe zu schaffen. Bislang ohne Erfolg. Die Angelegenheit ist nun bei Gericht. Es wurden verschiedene Gutachten erstellt.
Dennoch stinkt's weiter. Der Gemeinderat signalisierte den Bürgern, dass man die Nase gleichfalls voll habe, das Ganze den Bürgern nicht weiter zuzumuten sei. Allerdings müsse man zunächst die Entscheidung des Gerichts abwarten.
Noch einmal gedulden muss sich das Gremium auch in Sachen Friedhofsgestaltung, bei der Gefangenenehrenmal und Urnengemeinschaftsanlage im Fokus stehen. Bis Januar will der örtliche Steinmetz seine Vorschläge unterbreiten. Ab dem kommenden Jahr will die Gemeinde anstelle des Gewerbevereins als Veranstalter der beiden Märkte (Ostern/Weihnachten) fungieren. Das sei aus finanzieller und rechtlicher Sicht einfacher, fasste der Bürgermeister zusammen. Freilich engagiere sich der Gewerbeverein wie bisher.
Bis November nutzte die Realschule drei Klassenzimmer der Grundschule. Nun sind die Räume frei. Sie sollen jetzt von Ortsvereinen genutzt werden. Davor aber soll der Landkreis (Sachaufwandsträger der Realschule) die Räume streichen und Schäden ausbessern.
Je nach Kosten will die Gemeinde dann auch gleich die zehn Fenster erneuern lassen.
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