Zeil am Main

Bernd Posselt ist von dem "Treffpunkt Heimat" in Zeil sehr angetan

Zeil — Bernd Posselt, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, somit deren höchster Repräsentant, besuchte in Zeil ...
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Im "Treffpunkt Heimat" (von links): Altbürgermeister Christoph Winkler, Bernd Posselt,Sprecher der Sudetendeutsche Volksgruppe, Karl-Heinz Schübert, Kreis- und Ortsvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Foto: Winkler
Im "Treffpunkt Heimat" (von links): Altbürgermeister Christoph Winkler, Bernd Posselt,Sprecher der Sudetendeutsche Volksgruppe, Karl-Heinz Schübert, Kreis- und Ortsvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Foto: Winkler
Zeil — Bernd Posselt, der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft und Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, somit deren höchster Repräsentant, besuchte in Zeil die Dokumentation zur Vertreibung der Sudetendeutschen und der Römerstädter. Diese ist als ständige Schau in dem Dokumentationszentrum zur Hexenverfolgung eingerichtet. Ziel des Besuches, erfuhren die Zeiler, war die Information zum didaktischen Konzept der Dokumentation, denn es steht der Aufbau einer Dokumentation zur Vertreibung in München vor der Tür.

Führung mit den Initiuatoren

Da Bernd Posselt in der Volksgruppe schon manch positive Erzählung über die Dokumentation gehört hatte, wollte er sich informieren, erklärte er. Altbürgermeister Christoph Winkler und Kreisvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft Karl-Heinz Schübert, die am Aufbau mitgewirkt haben, waren gerne bereit, durch die Dokumentation zu führen, wie Winkler beschreibt. Die Schau stellt nicht nur die Vertreibung dar, sondern sie klärt auch über den historischen Hintergrund und die Aufnahmeländer auf. Vor allem ist auch der Neuanfang der Vertriebenen im Landkreis und in Zeil der Kernpunkt. Zeil beispielsweise nahm alleine gut 1000 Heimatvertriebene und Flüchtlinge auf und hatte dabei selbst gerade mal 2500 Einwohner. Viele Flüchtlinge waren aus Römerstadt, dem heutigen Rymarov.

Die erste Wallfahrt 1948

Die Dokumentation berichtet weiter über die erste Römerstädter Wallfahrt 1948, die Patenschaft der Stadt Zeil mit den Heimatvertriebenen aus dem Heimatkreis Römerstadt 1972, schließlich über die Verbindungsaufnahme nach Rymarov nach dem Fall der Mauer, die gegenseitigen Besuche, bis hin zur Partnerschaft mit Rymarov im September 2014. So schließt sich der Kreis in einer Dokumentation, die heute ein Stück gemeinsame Geschichte der Stadt Zeil und der Heimatvertriebenen, besonders aus Römerstadt, darstellt. Begleitet wird dies von vielen Dokumenten, wie zum Beispiel den Listen der Eisenbahntransporte mit den Namen der Vertriebenen, der Heimatzeitung "Römerstädter Ländchen" von 1947 bis heute, und es gibt viele Dokumente von Familien, Koffer, die bei der Vertreibung verwendet wurden mit Inhalt, und es sind die Dörfer und Gemeinden des alten Kreises Römerstadt mit Namen der Einwohner aufgelistet. Das Ganze soll auch ein Beitrag sein für den Geschichtsunterricht der Schulen. Es gibt viel zu entdecken, und Bernd Posselt zeigte sich erstaunt und erfreut über die Inhalte, Dokumente und den Aufbau der Dokumentation, die sicher eher die Zeit überdauert als ein reines Heimatzimmer zur Erinnerung an die alte Heimat, wie Posselt dazu anmerkte.

Berührende Momente

Er war auch berührt von den vielen alten Dokumenten, der methodischen Zusammenführung. Sein großes Lob über diesen "Treffpunkt Heimat" drückte er im Gästebuch aus. Posselt will den für den Aufbau der sudetendeutschen Dokumentation in München Verantwortlichen auf das Zeiler Konzept aufmerksam machen und ihn zu einem Besuch ermuntern. Posselt war nicht zu ersten Mal in Zeil: Bei der 50. Römerstädter Wallfahrt 1997 war er der Festredner.

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