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Herzogenaurach

Beinßen stellt zwölften Flemming-Fall vor

von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner Herzogenaurach — Der "Goldene Ritter" ist ein fiktives Gasthaus in Nürnbergs Sebalder Altstadt. Dort kehrt der Fotograf Paul Flemming imme...
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Jan Beinßen las einige Kostproben aus seinem Buch vor. Foto: P. Lindner
Jan Beinßen las einige Kostproben aus seinem Buch vor. Foto: P. Lindner
von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Herzogenaurach — Der "Goldene Ritter" ist ein fiktives Gasthaus in Nürnbergs Sebalder Altstadt. Dort kehrt der Fotograf Paul Flemming immer wieder ein und lässt sich von Wirt Jan-Patrick verwöhnen. Wenn er denn nicht, weil ihn ein Fall ruft, als Privatermittler loszieht.
Zehn Jahre ist es schon her, da betrat Paul Flemming das literarische Franken. Mit der Figur von Jan Beinßen nahm der Ars-Vivendi-Verlag erstmals Krimis in sein Verlagsprogramm auf. Die entstehende Lokalkrimi-Szene hatte damit eine feste Größe erhalten. Flemming ist wie "Nordlicht" Beinßen ein bekennender Liebhaber der fränkischen Küche.
Die zwölfte Folge stellte der in Herzogenaurach lebende Beinßen (siehe nebenstehenden Bericht) seiner eigenen Vorliebe entsprechend im historischen Bratwurströslein hinter dem Nürnberger Rathaus vor. "Ich versuche immer, ein historisches Thema in meinen Krimis aufzubereiten", erläuterte er, ehe er ein paar Schlaglichter auf den "Kessel von Nürnberg" warf.
Unter dem Begriff ist ein polizeilicher Großeinsatz vor dem "Komm" mit 141 festgenommenen Personen bekannt, von denen einige der terroristischen Szene zugeordnet wurden, viele andere aber zufällige Besucher des Kulturzentrums waren. Andere Themen Beinßens waren die Dürerzeit, die Lokalderbys Club gegen Greuther Fürth oder die Lokomotive Adler.


Nebenrolle für die Bratwurst

"Liebe Bratwurst- und Krimifans ..." - schon die Einleitung der Lesung wies in die neuerdings von ihm verfolgte Richtung: Fränkische Gerichte in einen mörderischen Zusammenhang zu stellen. Hatte der Vorgängerband das Schäufele und korsische Separatisten vereint, titelte Beinßen nun schlicht: "Sechs auf Kraut". Die verzehrt regelmäßig ein Stammtisch ehemaliger Justizbediensteter im "Goldenen Ritter". Außer der Liebe zum Kartenspiel verbindet die alten Herrn, dass sie alle in irgendeiner Weise mit den Vorfällen am "Komm" und deren Aufarbeitung bei Polizei und Justiz zu tun hatten.
Die Bratwurst spielt ansonsten keine Rolle im Krimi. Dafür hat Beinßen dem Frankenwein in Form einer Probierstunde für eine Verlobung seinen Tribut gezollt. Seinen Lesern präsentierte er merkwürdige Todesfälle und einen schießwütigen früheren Nürnberger Stadtrat. "Diesmal war es ein Schuss - jeder Zweifel war ausgeschossen - äh geschlossen ..." Gelächter füllte das Nebenzimmer des Bratwurströsleins. Ob der Versprecher Absicht war, sei dahingestellt, aber das erheiternde Lachen passt zu den Krimis von Beinßen, der nie ein wild-düsteres Bild seines Umfeldes darstellt.

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