Langensendelbach

Bauträger-Pläne werden erneut abgelehnt

Langensendelbach — Der Gemeinderat hatte bereits in seiner Oktobersitzung den Antrag des Bauträgers Ulrich Liebe auf Aufstellung eines Bebauungsplans "Frank...
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Langensendelbach — Der Gemeinderat hatte bereits in seiner Oktobersitzung den Antrag des Bauträgers Ulrich Liebe auf Aufstellung eines Bebauungsplans "Frankenstraße II" abgelehnt, da die Räte die damals vorgelegte Planung als nicht durchführbar erachteten. Sie waren der Ansicht, dass eine derartige Verdichtung nicht als Lückenfüller im Sinne einer geordneten Bauleitplanung geeignet ist. Der Bauträger legte nun eine geänderte Planung vor, die Herr Richter von der Bauhaus- Gesellschaft erläuterte.
Auf einer Fläche von 13 000 Quadratmetern sind 16 Doppelhaushälften, zwei Fünf- bis Sechsfamilienhäuser und zwei Einfamilienhäuser geplant. Hans Daut (CSU): "Der vorgelegten Bauleitplanung kann ich trotz der kleinen Veränderungen zum ersten Planentwurf nicht zustimmen." Die Verdichtung sei derart groß, dass Konflikte vorprogrammiert sind.
"Wenn man den neuen Planentwurf betrachtet", so Norbert Händel (UWB), "dann müssen wir die Bedenken der Anwohner bei der schwierigen Verkehrssituation ernst nehmen und sie schützen." Die technischen Probleme, Verkehrsführung und Abwasserkanal im Bereich der Erschließung seien nicht berücksichtigt und im Planentwurf umgesetzt. "Jeder, der im Flächennutzungsplan drin ist, hat das Recht zu bauen", meinte Bürgermeister Siebenhaar. "Die Gemeinde hat die Planungshoheit und ihre Satzung ist die gemeindliche Gesetzgebung", so Siebenhaar.
Trotz der Änderungen zum ersten Planentwurf lehnte der Gemeinderat nach längerer Diskussion einstimmig den Antrag ab, da für die Ausweisung eines weiteren Baugebiets in der Frankenstraße die Straßensituation, die Verrohrung, der hydraulische Anschluss des Kanals sowie ein Zweikanalsystem mit Pufferung zur Einleitung in den Vorfluter noch zu klären sind. Das Umfeld sowie der Verkehrsabfluss müssen noch näher betrachtet werden.


Schwieriger Bauhof-Standort

Auch die Bauleitplanung und die Änderung des Flächennutzungsplanes für den Neubau eines Bauhofes mit Wertstoffhof sind noch nicht in trockenen Tüchern. Denn als Träger öffentlicher Belange melden die Stadt Baiersdorf und das Wasserwirtschaftsamt Kronach Bedenken an. Baiersdorf weist darauf hin, dass bei der Planung des Bauhofes angrenzend zum Schlangenbach kein konkretes Konzept zum Hochwasserschutz erarbeitet wurde. Durch die Bebauung erfolge eine weitere Flächenversiegelung, die eine Hochwassersituation verschärfen könne. Man bietet der Gemeinde Langensendelbach eine in ihrem Eigentum befindliche Ackerfläche als Alternativstandort an. Des Weiteren wird in der Stellungnahme darauf hingewiesen, dass Langensendelbach zur Reduzierung der Hochwasserproblematik entsprechende Retentionsmaßnahmen umsetzen muss unter Berücksichtigung der Planungen und Berechnungen des Hochwasserschutzkonzeptes.
Den von der Stadt Baiersdorf angebotenen Alternativstandort lehnte die Gemeinde dankend ab, da er sich zu weit weg von der Gemeinde befindet. Mit der Aufplanung der Hochwasserretention besteht Einverständnis. Das Wasserwirtschaftsamt Kronach weist darauf hin, dass der Flächennutzungsplan im faktischen Überschwemmungsgebiet des Keilesgrabens liegt. Die Bauleitplanung erscheine daher als problematisch. Die Räte beschlossen, in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt einen Wasserrechtsantrag zum Ausgleich des wegfallenden Retentionsraumes zu erarbeiten, der ortsnah geschaffen werden soll. Weiter sollen Gespräche zum Thema hydraulische Berechnung geführt werden. Bürgermeister Oswald Siebenhaar betonte noch einmal: "Die Stadt Baiersdorf darf keine Nachteile durch unseren Baumaßnahme haben."

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