Bamberg

Bamberger Professorin will Kinder für Technik begeistern

von unserem Mitarbeiter Quirin Sackmann Bamberg — Selbst Kleinkinder werden in der heutigen Zeit auf Schritt und Tritt mit moderner Technik konfrontiert. Noch bevor manche Babys sp...
Artikel drucken Artikel einbetten
Im Wettbewerb "Energie für Bildung" wurde das Projekt ausgezeichnet. Das Foto mit der Siegerurkunde zeigt (von links) Universitätspräsident Godehard Ruppert, Angela Grether, Preisträgerin Ute Schmid und Bürgermeister Christian Lange. Foto: Ronald Rinklef
Im Wettbewerb "Energie für Bildung" wurde das Projekt ausgezeichnet. Das Foto mit der Siegerurkunde zeigt (von links) Universitätspräsident Godehard Ruppert, Angela Grether, Preisträgerin Ute Schmid und Bürgermeister Christian Lange. Foto: Ronald Rinklef
von unserem Mitarbeiter Quirin Sackmann

Bamberg — Selbst Kleinkinder werden in der heutigen Zeit auf Schritt und Tritt mit moderner Technik konfrontiert. Noch bevor manche Babys sprechen können, haben sie ein Smartphone in der Hand. Spätestens ab dem Schulalter ist es für die meisten Kinder auch selbstverständlich, einen Computer zu benutzen.


Mangel an Verständnis

Allerdings besteht die Gefahr, dass Computer oder Smartphone zu einem Unterhaltungsmedium verkommen. Viele Kinder lernen die nützlichen Seiten der Apparate nicht kennen und wissen fast nichts über die Technik und die Programme, die dafür sorgen, dass alles funktioniert. Nur die wenigsten Eltern sind Experten für diese Technologien und können sie ihren Kindern näher bringen.
Dieser Entwicklung möchte Ute Schmid mit ihrem Projekt "Experimentierkisten Informatik" entgegenwirken. Schmid ist Professorin für Angewandte Informatik mit Schwerpunkt auf kognitiven Systemen an der Universität Bamberg. Sie hat im Alltag oft beobachten können, wie Kinder mit komplizierter Technik alleingelassen werden und selten die Möglichkeit bekommen, Smartphones oder Computer zu hinterfragen.
Dadurch, sagt Schmid, bleibt auch großes Potenzial auf der Strecke. Berufsfelder, die viel mit Technik in Berührung kommen, zum Beispiel Ingenieure, Informatiker oder Installateure, erfreuen sich in Deutschland keiner großen Beliebtheit. Wenn Kinder allerdings von klein auf lernen und verstehen dürfen, wie Computer und die dazugehörigen Programme funktionieren, dann verspricht sich Schmid auch ein steigendes Interesse für eben diese Berufe.
Schmids Projekt, das in Zusammenarbeit mit vielen Helfern an der Uni Bamberg entstand, bietet Kindergartengruppen und Schulklassen die Möglichkeit, zu erfassen, wie zum Beispiel Bilder auf dem Computer entstehen. In enger Kooperation mit Pädagogen wird es den Kindern und Schülern ermöglicht, ihr Wissen zu vertiefen und Neues zu entdecken.


Auszeichnung für das Projekt

Ute Schmidt wünscht sich, dass die Kinder verstehen, was ein Informatiker in seinem Beruf macht und vielleicht einmal sagen: "Ich will später Informatiker werden." Erste Früchte trägt das Bamberger Projekt bereits und wurde im Wettbewerb "Energie für Bildung" wegen seiner innovativen Herangehensweise ausgezeichnet. Angela Grether, die im Namen des Veranstalters Gasversorgung Süddeutschland den Preis verlieh, lobte, dass die Experimentierkisten die Kreativität und Eigeninitiative der Kinder fördern. Bürgermeister Christian Lange (CSU) erhofft sich von diesem und anderen Projekten auch den Startschuss für eine noch engere Zusammenarbeit von Stadt und Universität.


Workshops für Kinder

Die Experimentierkisten, die aber nicht wirklich Kisten sind, sondern eher Workshops, können von Klassen und Kindergartengruppen benutzt werden. Interessierte Lehrer und Pädagogen können sich an die Universität oder an das Kulturamt wenden, um mehr Informationen über das Projekt und Möglichkeiten zur Teilnahme zu erhalten.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren