Bamberg

Bamberg zum Siegen verdammt

Nach der Niederlage in Athen sind die Play-offs in der Euroleague kaum noch zu schaffen. Am Sonntag ist das Brose-Team in Frankfurt gefordert.
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James Feldeine (l.), der wie Chris Singleton vier Dreier im Bamberger Korb versenkte, zieht an Nikos Zisis vorbei. Der Grieche im Bamberger Trikot zeigte steigende Form und kam auf zehn Punkte. Foto: imago
James Feldeine (l.), der wie Chris Singleton vier Dreier im Bamberger Korb versenkte, zieht an Nikos Zisis vorbei. Der Grieche im Bamberger Trikot zeigte steigende Form und kam auf zehn Punkte. Foto: imago
Lobende Worte hatte Chris Singleton, mit 17 Punkten bester Werfer von Panathinaikos Athen, nach dem 81:72-Heimsieg für den Verlierer parat: "Die Bamberger sind ein starkes Team. Sie können die Play-offs noch schaffen. " Damit hat der US-Amerikaner faktisch recht. Denn in den noch acht ausstehenden Spielen kann der deutsche Meister den achten Platz durchaus noch erreichen. Bei einem Rückstand von sechs Punkten auf den Tabellenachten darf er aber in der Königsklasse kaum noch ein Spiel verlieren.
Dazu müssten sie Bamberger über sich hinauswachsen - aber das haben sie schon in Athen nicht geschafft, wie Trainer Andrea Trincheri nach der Niederlage gewohnt blumig zum Ausdruck brachte: "Um schwierige Spiele zu gewinnen, brauchst du manchmal Spieler, die in ihren Superman-Anzug schlüpfen." Doch ihre Superhelden-Trikots hatten die Bamberger Nicolo Melli (2 Punkte), Fabien Causeur und Janis Strelnieks (je 5) in der Kabine vergessen. Alle drei hatten die Bamberger in dieser Königsklassen-Saison schon im Alleingang zum Sieg geworfen.
Während beim Brose-Team nur Daniel Theis (18 Punkte in 18 Minuten) und Leon Radosevic (11) starke Phasen hatten, drückte bei Panathinaikos ein Trio dem gesamten Spiel seinen Stempel auf, das die Bamberger nicht auf ihrer Rechnung hatte. Chris Singleton (17 Punkte/4 Dreier), James Feldeine (16/4) und Ioannis Bourousis (16) übertrafen ihren bisherigen Punkteschnitt bei weitem.
Zwar lagen die Bamberger im ersten (11:3, 4. Min.) und zweiten Viertel (35:32, 18.) zweimal in Führung und hatten dank Theis nach 34 Minuten beim knappen 61:65-Rückstand noch eine Siegchance. Doch spielten die Athener in der Schlussphase ihre ganze Routine aus und feierten den siebten Heimsieg in Folge. "Um in dieser Arena zu gewinnen, musst du großartige Spielzüge zeigen. Daran werden wir arbeiten", meinte Trinchieri, der mit der Leistung seines Teams aber insgesamt zufrieden war. "Wir hatten eine bessere Effektivitätsrate und fast doppelt so viele Assists wie Athen. Meine Spieler haben unseren Plan gut umgesetzt." Verloren haben sie aber trotzdem. Ein Faktor war auch die schwache Freiwurfquote von 53 Prozent - sieben Punkte ließen die Gäste an der Linie liegen.


Erst Frankfurt, dann Ludwigsburg

Während in der Euroleague mit dem Heimspiel gegen Kaunas die nächste Herausforderung erst am 24. Februar ansteht, sind die Bamberger in den nächsten Tagen verstärkt auf nationalem Parkett gefordert. Vor dem Pokal-Top-Four am 18. und 19. Februar in Berlin stehen noch die beiden Bundesliga-Partien am Sonntag (18 Uhr) in Frankfurt und am Mittwoch (20.30 Uhr) gegen Ludwigsburg auf dem Programm. Mit den Hessen wartet morgen in der Ballsporthalle ein Team auf die Bamberger, das in den vergangenen Wochen runderneuert wurde. Aufbauspieler Markel Starks wurde durch Kwame Vaughn ersetzt. Antonio Graves und Ekene Ibekwe haben den Club ebenfalls verlassen. Im Dezember verstärkten sich die Frankfurter mit Albert Jay English. Mit 18 Punkten im Schnitt ist der Flügelspieler der Topscorer der Skyliners. Bei der 70:95-Niederlage des Tabellenzehnten in München markierte er am letzten Spieltag mit 31 Punkten seine bisherige Bestleistung.


Morrison glänzt

Wie die Bamberger waren die Hessen unter der Woche im internationalen Geschäft tätig. In der neu geschaffenen Champions League dürfen sie nach dem 90:80-Hinspielsieg in den Vor-Play-offs gegen den türkischen Erstligisten Pinar Karsiyaka auf den Einzug ins Play-off-Achtelfinale hoffen. Überragender Spieler bei den Skyliners war Mike Morrison mit 35 Punkten. Der Center weiß aber, dass am Sonntag mit dem deutschen Meister ein ganz anderes Kaliber in der Ballsporthalle antritt: "Bamberg ist einfach wie eine Maschine. Sie spielen zusammen wie eine Einheit. Sie setzten alles perfekt um. Wir müssen rauskommen und eines unseren besten Spiele abliefern. Wir müssen verteidigen, mit ihnen mithalten." Im Hinspiel haben die Hessen das nicht geschafft. Mit 55:84 gerieten sie in der Brose Arena unter die Räder.
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