Harsdorf
DSL 

Bald auch an der Datenautobahn

Die Gemeinde Harsdorf stellt knapp 500 000 Euro für den Breitbandausbau im Haushalt ein.
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Schneckerntempo im Internet war gestern. Für knapp 500 000 Euro wird die Gemeinde Harsdorf heuer ans Breitbandnetz angeschlossen. Symbolfoto: Eckehard Kiesewetter
Schneckerntempo im Internet war gestern. Für knapp 500 000 Euro wird die Gemeinde Harsdorf heuer ans Breitbandnetz angeschlossen. Symbolfoto: Eckehard Kiesewetter
Die Gemeinde Harsdorf hofft darauf, dass sie weiterhin mit einer Stabilisierungshilfe vom Freistaat Bayern bedacht wird. Das kam bei der Verabschiedung des Haushalts am Dienstagabend immer wieder deutlich zum Ausdruck. Der Etat 2016, der einstimmig verabschiedet wurde, hat ein Gesamtvolumen von 2,58 Millionen Euro und erfuhr damit eine Steigerung von knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Der Verwaltungshaushalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1,58 Millionen Euro ab, der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von einer Million Euro, rund die Hälfte davon fällt auf den DSL-Ausbau.
In den vergangenen drei Jahren hat die Kommune Stabilisierungshilfen von 610 000 Euro erhalten. Kämmerer Christopher Schröder: "Wir hoffen, dass wir sie auch 2016 wieder erhalten!" Ein Antrag werde umgehend bei der Regierung von Oberfranken gestellt. Zur Wiedererlangung der finanziellen Leistungsfähigkeit wird auch das Haushaltskonsolidierungskonzept fortgeschrieben.


Grundsätze bleiben bestehen

Bürgermeister Günther Hübner (CSU) stellte rückblickend auf 2015 fest, dass sich durch die erneut zugewiesene Stabilisierungshilfe und einer Steigerung der Gewerbesteuereinnahmen aufgrund der Autobahnbaustelle Verbesserungen ergeben hätten. Doch weiterhin gälten die Grundsätze: "Keine Nettoneuverschuldung, Abwicklung der begonnenen Maßnahmen, Finanzierung der Personalverstärkung in den Bereichen Kanal und Wasser, weitere Konsolidierung, keine großen freiwilligen Leistungen und Weiterentwicklung der Infrastruktur nur bei guten Zuschüssen."
Eine erneute Anhebung der Realsteuersätze wird aufgrund der derzeitigen Durchschnittswerte nicht erforderlich sein.
Die Verschuldung der Gemeinde Harsdorf ist nach den Worten des Gemeindeoberhaupts "durchaus nennenswert rückläufig". Trotz eines Einwohnerrückgangs sei die Pro-Kopf-Verschuldung binnen zwei Jahren um 271 Euro gesunken.
Zum Verwaltungshaushalt, der um 97 300 höher liegt als 2015, merkte Bürgermeister Hübner an, dass Harsdorf durch die bereits 2014 gestiegene Gewerbesteuer auch mehr an Kreisumlage zahle und weniger Schlüsselzuweisungen erhalte. Das Volumen des Vermögenshaushalt sei um knapp 50 000 Euro angestiegen. Die freie Finanzspanne bezifferte Hübner auf 140 400 Euro.


Knapp kalkuliert

Der Haushalt sei wieder knapp kalkuliert und mit der Rechtsaufsicht vorbesprochen worden. "Er gibt dennoch Raum für gestaltende Verbesserungen und lässt die unaufschiebbaren Investitionen zu", so der Bürgermeister. Weiter führte er aus, dass für 2017 bereits zwei große Projekte angeschoben seien, und zwar der barrierefreie Umbau des Gemeindezentrums samt energetischer Sanierung und die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße von Zettmeisel nach Altenreuth. "Diese Maßnahmen werden uns sicher auch 2018 noch beschäftigen. Große Sorgen mache ich mir noch um die Einwohnerverluste und die Sanierung der Wasserversorgung." Dem Bevölkerungsrückgang wolle man mit neuen Baugebieten begegnen, bei der Wasserversorgung müsse erst das abschließende Gutachten über die neuen Grundwasserstellen bezüglich der Nitratbelastung vorliegen.
Günther Hübner dankte besonders Kämmerer Christopher Schröder und stellte die konstruktive Mitwirkung des Gemeinderats bei der Etatberatung heraus. "Nur so kann auch eine kleine Gemeinde Fortschritte erzielen. Arbeiten wir weiter zusammen und suchen immer nach den besten Lösungen."
Der Kämmerer erläuterte noch die wichtigsten Einnahmen und Ausgaben und sprach die Unterdeckung bei den kostenrechnenden Einrichtungen Abwasser (minus 36 500 Euro), Friedhof (minus 5900 Euro) und Wasserversorgung (minus 19 100 Euro) an. Das seien zugleich die Problemzonen im Haushalt 2016.
Rund 50 000 Euro nimmt die Gemeinde jährlich an Mieten für die Gaststätte "Zur Tanne", das Rathaus und den Gesundheitsbahnhof ein.


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