Laden...
Lichtenfels

Bahnvertreter im Kreuzfeuer der Kritik

von unserem Redaktionsmitglied Ramona Popp Kreis Lichtenfels — Es war bestimmt kein angenehmer Aufenthalt für die beiden Vertreter der Bahn, die die Aufgabe hatten, die Kreisräte ü...
Artikel drucken Artikel einbetten
von unserem Redaktionsmitglied Ramona Popp

Kreis Lichtenfels — Es war bestimmt kein angenehmer Aufenthalt für die beiden Vertreter der Bahn, die die Aufgabe hatten, die Kreisräte über die fast neunmonatige Streckensperrung im nächsten Jahr zu informieren. Dieter Thormann, Projektleiter des DB-Neubau-Streckenabschnitts Oberfranken des Bahnprojekts Nürnberg-Berlin, musste sich kritische Fragen gefallen lassen. Eine Sperrung in dieser Dimension habe es noch nirgends gegeben. Für Kreisrat Günter Dippold (CSU) einmal mehr ein Beispiel dafür, dass der ländliche Raum den Verantwortlichen bei der Bahn egal sei.


"Dann ist das Chaos perfekt"

Hans Jürgen Wolf, Teilnetzmanager Franken-Thüringen-Express, hörte vor allem Zweifel daran, dass der Schienenersatzverkehr bei zeitgleicher Einspurigkeit der Autobahn funktionieren werde. "Wenn es auf der Autobahn einen Unfall gibt, nützt es nichts, weitere Busse einzusetzen", sagte Winfried Ernst (Freie Wähler). "Dann ist das Chaos perfekt."
Ebenfelds Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) empörte sich über die Darstellung, der "Expressbus" werde einen in einer halben Stunde von Lichtenfels nach Bamberg bringen. "So viel Zeit brauche ich jetzt!" Wenn die Autobahn nur halbseitig befahrbar sein wird, werde das nicht einzuhalten sein.
Erneut wurde seitens der Bahnvertreter betont, dass sich die Arbeiten ohne Totalsperrung über acht Jahre hingezogen hätten.


"Sitzplätze für alle"

Was die beiden aus Lichtenfels mitnehmen: Die Kommunalpolitiker hier erwarten, dass sich jemand darum kümmert, dass eventuelle Schwachstellen im Schienenersatzverkehr umgehend erkannt und ausgemerzt werden. Und dass die Busse genügend Sitzplätze für alle haben.
Missfallen wurde daran ausgedrückt, dass für die längere Zugfahrt über Bayreuth nach Nürnberg noch eine zusätzliche Fahrkarte gelöst werden muss, weil Kulmbach nicht Mitglied im VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg) ist. Ausgenommen davon sind nur Berufspendler mit Abo-Karte. Hier erwarten die Kommunalpolitiker von der Bahn ein Entgegenkommen.
Wolf konnte das nicht zusagen. Was den Schienenersatzverkehr betrifft, versicherte er jedoch, es werde "alles Menschenmögliche getan", damit dieser möglichst reibungslos funktioniert.


Forderung: engerer IC-Takt

Deutlich wurde außerdem, dass sich die Kreispolitiker mit dem Wegfall des ICE-Haltes ohne zeitnahe Kompensierung durch engere IC-Vertaktung nicht abfinden werden.
Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) verlangt zudem einen ICE-Halt zumindest in den Tagesrandzeiten in Coburg.
Nicht zuletzt wünscht man sich von der Bahn auch, dass sie auf die hiesige Nahverkehrsplanung eingeht, um die Gleisanbindung verdichten zu können.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren