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Bad Staffelstein
Informationsversammlung 

"Bären"-Areal als kulturelles Zentrum

Die Möglichkeiten der Neunutzung des "Schwarzen Bären" und des Bahnhofes wurde den Staffelsteiner Bürgern vorgestellt. Das Gelände der einstigen Brauerei könnte als Ort der Begegnung das Stadtzentrum aufwerten. Die Realisierung wird einige Jahre dauern.
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Hinter der relativ kleinen Fassade des einstigen Brauereigasthofs "Zum Schwarzen Bären" verbirgt sich ein großes Areal. Foto: Mario Deller
Hinter der relativ kleinen Fassade des einstigen Brauereigasthofs "Zum Schwarzen Bären" verbirgt sich ein großes Areal. Foto: Mario Deller
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Gut Ding will Weile haben - das ist nicht bloß eine leere Phrase. Mit dieser Redensart lässt sich die Informationsveranstaltung mit Bürgerbeteiligung betiteln, zu der die Stadt Bad Staffelstein am Freitagabend in die Adam-Riese-Halle eingeladen hatte. Konkret ging es um die künftige Nutzung des Bahnhofsgeländes sowie des rund 3300 Quadratmeter großen Anwesens der früheren Brauerei "Zum Schwarzen Bären" nahe des Rathauses.
Der Stadtrat hat bereits die Fortschreibung der vorbereitenden Untersuchungen zur städtebaulichen Sanierung der Altstadt sowie Untersuchungen für ein mögliches Sanierungsgebiet "Bahnhofstraße - Gründerzeitviertel" beschlossen. So weit das Fachchinesisch. Nun gilt es, im Rahmen der Städtebauförderung die Ideen zu sammeln und daraus ein Konzept zu entwickeln.
Die beiden erwähnten, derzeit leerstehenden Gebäude sowie die Grundstücksflächen, auf denen sie stehen, sind im Prozess der städtebaulichen Sanierung ganz elementare Handlungsfelder. Wie schon in der Oktober-Stadtratssitzung stellte Planer Franz Ullrich von dem seitens der Stadt beauftragten Architekturbüro Plan & Werk aus Bamberg am Freitag denkbare Modelle zur Neunutzung von Bahnhofsgebäude und "Bären"-Areal vor.
Auf dem "Bären"-Anwesen, das weitaus mehr Fläche beherbergt als es die schmale Fassade der einstigen Brauereigaststätte an der Lichtenfelser Straße vermuten lässt, könnte zum Beispiel ein großer Saal für Musikveranstaltungen, Ausstellungen oder sonstige Veranstaltungen entstehen. Das Grundstück böte aber auch noch genügend Platz für weitere Nutzungen wie Bücherei, Biergarten oder sogar Auslagerung einzelner Bereiche des Rathauses.
Bezüglich der Idee eines künftigen Bürger- oder Kulturhauses, das Platz für 200 oder mehr Gäste bietet, könnten vor Ort allerdings nicht genügend Stellplätze geschaffen werden. Die Besucher müssten woanders parken, sagte der Planer.
Anschließend skizzierte Franz Ullrich die Ausgangslage bezüglich des historischen Bahnhofsgebäudes. Eine wichtige Determinante, was die für eine künftige Nutzung verfügbare Fläche angeht, bildet die Frage, wie lange die Stellwerkseinrichtungen der Deutschen Bahn im Gebäude verbleiben. Die Bahn plane eine anderweitige Unterbringung bis spätestens 2025. Denkbar sei ein Tourismus-Point, ein Leuchtturm zur Verbindung von Kurgebiet und Bahnhof. Das sollte in Abstimmung mit der Denkmalpflege geschehen, so der Planer.
Im Anschluss an seinen Vortrag konnten die Bürger im Rahmen zweier gebildeter Arbeitsgruppen dann Vorschläge und Ideen entwickeln.
Markus Hennemann, selbst Architekt, präsentierte das Ergebnis der "Bahnhofsareal"-Gruppe. Befürwortet wurde hier ein die Jugend ansprechender Gruppen- oder Beratungsraum. Verbessert werden sollte ferner das dortige Beschilderungs- und Leitsystem mit Hinweisen zum Hain und zur Bahnhofstraße. Auch der Info-Point im Bahnhof wurde unterstützt. "Die Einheimischen kennen ja die Pluspunkte - die am Bahnhof ankommenden Kurgäste und Bahnreisenden wissen aber noch zu wenig, was die Stadt alles zu bieten hat", lautete folgerichtig die Wortmeldung eines Bürgers an diesem Abend.


Bibliothek und Bierothek

Stadtrat Erwin Richter (FW) übernahm die Ergebnispräsentation das "Bären"-Areal betreffend. Als Ideen ins Feld geführt wurden eine Bibliothek mit Café sowie eine Bierothek mit Verkauf heimischer Biersorten. Dass ein Kultur- oder Bürgerhaus eine gute Idee sei, dem schlossen sich die Bürger an. Das "Bären"-Anwesen im Herzen der Stadt sollte zudem zu einem Ort der Begegnung werden.
Helga Liesaus (FW), viele Jahre Mitglied des Stadtrats und Bauausschusses, liegt die Zukunft ihrer Stadt am Herzen. Sie hatte sich im Vorfeld bereits intensiv Gedanken gemacht und zeigte an der Leinwand zusätzlich ihre Version einer Nutzung des "Bären"-Geländes auf. Neben dem genannten Kultur- oder Bürgerhaus fände sie hier einen Jugend- und Seniorentreff gut. Dem "Bären"-Areal würde sie insgesamt "einen fränkischen Stempel aufdrücken".
Natürlich handelt es sich weder beim Bahnhof noch beim "Bären"-Areal um einen abgeschlossenen Kosmos. "Auch der Verkehrsführung kommt eine ganz entscheidende Aufgabe zu", meinte Erwin Richter und lag damit in Konsens mit allen Anwesenden. Der Bauamtsleiter der Stadt, Michael Hess, sprach die Überlegungen zu einer denkbaren Nord-Ost-Spange zur Entlastung der Innenstadt an. Ein Bulletin, sprich eine Zusammenfassung der Ergebnisse der zweiten Bürgerbeteiligung, wird nun erstellt als Basis für weitere Überlegungen. Planer Franz Ullrich dankte den Bürgern für die lebendige und teils geradezu leidenschaftliche Mitarbeit in den Arbeitsgruppen: "Das zeigt ja nur ihre emotionale Verbundenheit zur Stadt."
In welchen Dimensionen bei der Umsetzung der beiden für die Entwicklung der Stadt wohl als wegweisend zu bezeichnenden Vorhaben gedacht werden kann oder muss, verdeutlichte Franz Ullrich anhand der "Lechner-Bräu" in Baunach, einem dem "Bären"-Areal ähnlichen Projekt. "Dort hat es von den ersten Überlegungen bis zur Realisierung ungefähr acht Jahre gedauert", ließ er wissen.
Die dortigen Planungen ließen sich natürlich nicht eins zu eins auf Bad Staffelstein übertragen. Fest stehe jedoch, dass noch viel Arbeit vor den Planern und der Stadtverwaltung liegt. Angesichts des weitreichenden Potenzials, das sowohl das Bahnhofsareal als auch das "Bären"-Anwesen bieten, würde die Stadt ihren Bürgern mit Schnellschüssen keinen Gefallen tun, sagte der Planer.
Das ist auch Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) bewusst, der die rund zweieinhalbstündige Veranstaltung mit dem Appell schloss: "Gerade weil sich hier viele Chancen bieten, bitte ich um die nötige Geduld. Es ist eminent wichtig, hier alle mitzunehmen und zusammen mit den Bürgern einen breiten Konsens zu finden."

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