Redwitz

Backhäusla verschwindet aus Ortsbild

Gemeinderat  Die drei vorgestellten Alternativen haben mit der ursprünglichen Nutzung nichts mehr zu tun und wurden vom Redwitzer Gremium mit großer Mehrheit abgelehnt. Die Kosten stünden in keinem Verhältnis mehr, wurde argumentiert.
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Die Tage des "Backhäusla" sind gezählt. Das Gebäude wird abgerissen und der vorbereitete Weg fortgesetzt.  Fotos: Thomas Micheel
Die Tage des "Backhäusla" sind gezählt. Das Gebäude wird abgerissen und der vorbereitete Weg fortgesetzt. Fotos: Thomas Micheel
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von unserem Mitarbeiter Thomas Micheel

Redwitz — Das Thema "Backhäusla" ist vom Tisch. Einig war sich nach reichlicher Aussprache der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung, dieses abzureißen. Die errechneten Kosten waren zu hoch und stehen in keinem Verhältnis zu einer Nutzung. Damit kann auch der Vorschlag eines Gemeinschaftsprojekts nicht verwirklicht werden.

Sandsteinweg mit Sitzgruppe

Diplomingenieur Joachim Stefan stellte Vorschläge für einen Wiederaufbau des "Backhäuslas" vor. Als Nutzung des Objektes sollte das neue Gebäude das "Zugangs portal" zur Freifläche Schützengarten sein und als Buswartehäuschen dienen. Deshalb sollte auch eine Sitzmöglichkeit innerhalb des Gebäudes vorhanden sein. Die Größe würde fünf auf drei Meter betragen. Als erste Variante stellte er die Errichtung einer Eigenkonstruktion als "individueller Baukasten" mit drei Stahlrahmen und Ausmauerung mit Sandsteinen vor. Die Belichtung erfolge in Form eines Lichtbandes mit Acryl glas. Die Gesamtkosten würden sich bei einer Fremdvergabe auf rund 27 000 Euro belaufen. Der optimal mögliche Eigenleistungsanteil unter der Vorgabe, dass der Abbruch und die Errichtung der Fundamente durch eine Firma erledigt werden, würde rund 6700 Euro betragen.
Als zweite Variante zeigte er die Errichtung einer vorgefertigten Überdachung in feuerverzinkter Ausführung und Pulverbeschichtung nach persönlicher Farbwahl als Stahlkonstruktion mit Giebeldach in Sicherheitsglas für rund 10 000  Euro und die gleiche Ausführung mit Ziegeleindeckung für 14 000 Euro. Eine dritte Variante mit der Ausmauerung in Sandsteinen beliefe sich auf rund 17 000 Euro. Einzuplanen seien weiter bei allen Varianten bis zu 3000 Euro für Sitzmöglichkeiten und weiterem Zubehör.
Die CSU erkannte in den Varianten kein "Backhäusla" mehr. Auch stünden die Kosten in keinem Verhältnis zur Nutzung. Seitens der SPD wurde informiert, dass das alte Gebäude letztmals in den 50er-Jahren genutzt wurde. Die Freien Wähler merkten an, dass die Intention ein Gemeinschaftsprojekt gewesen sei. Bei diesen Kosten sei die Intention nicht mehr weiter zu verfolgen. Auch könne man dies schwerlich an die Bevölkerung heranbringen. Mit einer Gegenstimme wurde der Abriss des "Backhäusla" vereinbart. Gestaltet werden soll ein Weg mit Abgrenzung in Sandsteinen, versehen mit Sitzmöglichkeiten.
Der Bürgermeister informierte, dass die Regierung von Oberfranken den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der 380/110-kV-Leitung von der Landesgrenze Thüringen nach Bayern erlassen habe. Die Firma Tennet habe mitgeteilt, dass mit den Bauarbeiten sofort begonnen werde. Der Planfeststellungsbeschluss werde noch öffentlich ausgelegt.
Weiter gab Mrosek die Antwort des Straßenbauamtes bekannt, dass die Kosten für einen Geh- und Radweg bei der Sanierung der Rodachbrücke am Wertstoffhof sich auf rund 300 000 Euro belaufen würden. Diese hätte die Gemeinde Redwitz zu tragen.
"Im Haus Am Posten sind die ersten Asylbewerber eingezogen", ließ er weiter wissen. Zur Nachfrage aus der Bürgerversammlung in Unterlagenstadt gab er die Auskunft des Landratsamtes weiter, dass der Besitzer Bäume fällen und die Hecken entfernen dürfe. Roden sei nicht erlaubt, ebenso wenig wie das Zuschütten des kleinen Weihers. Letztlich verlas er die Einladung der Türkisch-Islamische Gemeinde Redwitz zu einem Friedensgebe bzw. zu einem Friedensaufruf für Sonntag, 22. Februar, um 18 Uhr vor dem Rathaus. Weiter wurde dem Gremium das Modellprojekt Regens Wagner mit dem Konzept einer barrierearmen Gemeinde vorgestellt.

"Redwitz barrierefrei"

Pia Mahr von den Offenen Hilfen im Landkreis Lichtenfels stellte barriererefreie Zugänge vor. In Redwitz sah sie viel Bedarf, bedingt auch durch die neue Wohngruppe im Haus Johanna von Regens Wagner. Ebenso müsste Barrierefreiheit bei kulturellen Angeboten und Veranstaltungen und Angeboten von Vereinen sowie im Bildungsangebot möglich sein. "Barrierefreiheit ist gut für alle Menschen", fasste sie zusammen und erkannte darin ein enormes Stück an Lebensqualität. Für das weitere Vorgehen soll ein Konzept entwickelt werden, das Informationsveranstaltungen, Ortsbegehungen und die Erforschung des sozialen Nahraumes beinhalte. "Wir wollen alle Redwitzer ansprechen und sie zur Teilnahme bewegen", stellte sie sich vor. Für das Modellprojekt entstehen der Gemeinde keine Kosten.
Befürwortet wurden die Bauanträge von Horst Völk auf Nutzungsänderung und Anbau eines Carports in Obristfeld sowie von Alexandra und Stephan Pfadenhauer auf Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Doppelgarage in Redwitz.
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