Schlaifhausen

BBV Forchheim zählt 2997 Mitglieder

Großes Interesse fanden die Kreisvorstandswahlen des Bayerischen Bauern-Verbandes (BBV) für den Landkreis Forchheim. Bezirkspräsident und Kreisobmann Herman...
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Der Kreisvorstand (v. l.): Hermann Greif, Christine Werner, Martin Heilmann, Gerhard Drutschmann, Rosi Kraus, Jörg Porisch, Anneliese Göller, Wilhelm Böhmer, Werner Nützel, Reinhard Friedrich, Thomas Müller Foto: Franz Galster
Der Kreisvorstand (v. l.): Hermann Greif, Christine Werner, Martin Heilmann, Gerhard Drutschmann, Rosi Kraus, Jörg Porisch, Anneliese Göller, Wilhelm Böhmer, Werner Nützel, Reinhard Friedrich, Thomas Müller Foto: Franz Galster
Großes Interesse fanden die Kreisvorstandswahlen des Bayerischen Bauern-Verbandes (BBV) für den Landkreis Forchheim. Bezirkspräsident und Kreisobmann Hermann begrüßte dazu im Gasthof Schüpferling, Schlaifhausen, zahlreiche Ehrengäste.
Unter ihnen waren Wilhelm Böhmer, Direktor des Bezirksverbandes Ober-/Unterfranken im BBV, Bezirksbäuerin Anneliese Göller und Rosi Kraus. Sein besonderer Dank galt seinem Stellvertreter Reinhard Friedrich, der ihn in der zurückliegenden Wahlperiode bei zahlreichen Terminen vertreten musste.
In seinem Bericht geißelte Greif nachdrücklich eine neue Werbekampagne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD), in der sie mit veränderten Sprüchen alter Bauernregeln in 70 Städten der Bundesrepublik auf zweifelhafte Verhältnisse auf Bauernhöfen aufmerksam machen wollte. Das sei, so der Bauernpräsident, schlichtweg eine Diffamierung eines ganzen Berufsstandes.
Nach massivem Protest des Bauernverbandes ist die Aktion gestoppt werden. Nach einer Vorstellung im Bundeskanzleramt und einem Sturm der Bauernschaft im Internet sei Hendricks schließlich in die Knie gegangen. "Wir brauchen Sachlichkeit und Praxisbezug statt Polemik und Populismus und schon gar keinen Wahlkampf auf dem Rücken der Bauern", wurde Hermann Greif ganz deutlich. Man verfüge in diesem Berufsstand über Verlässlichkeit und eine gute Ausbildung, dazu sei die Sicherheit des Eigentums wichtig.
In Oberfranken seien Themen wie Nitratbelastung im grünen Bereich. Er unterstrich, wie wichtig es für die Bauern ist, Aufklärung in der Öffentlichkeit zu betreiben und keine Vorurteile durch Unwissen aufkommen zu lassen. Folgte man den Ausführungen von Greif, so wurde deutlich, in welches Korsett der Bürokratie die Landwirte gezwungen sind. Der existierende Paragraphen-Dschungel sei ein Riesenproblem.
Ein Dauerbrenner sind außerdem die Schäden durch den hohen Bestand an Wildschweinen, wobei die Dichte in Oberfranken sehr unterschiedlich ist. Gegenüber 1888 geschossenen Tieren im Landkreis Hof stehen 487 im Landkreis Forchheim gegenüber, allerdings mit deutlich steigender Tendenz. Wenn die Schwarzkittel die Felder durchwühlen, rege dies niemanden auf. Ist es aber der Teil eines Sportplatzes, geb es einen großen Aufschrei. Ein zweites Problemfeld ist die stark wachsende Zahl an Bibern.
Der Vortrag von Greif zeigte viele Handlungsfelder auf, die der Landwirt bewältigen muss. Dabei steht er stark im Fokus der Öffentlichkeit, was Greif veranlasste, seine Mitglieder zu ermutigen, das Gespräch mit den Leuten zu suchen. Wissen, Vertretung und Aufklärungsarbeit seien Faktoren, mit denen er täglich befasst ist.
Rückblickend auf die abgelaufenen fünf Jahre nannte er das Landeserntedankfest in Muggendorf, den Bauerntag in Thuisbrunn, das jährliche Sparkassenforum in Forchheim oder auch das Jubiläum 70 Jahre BBV in den neuen Geschäftsräumen in Forchheim interessante Veranstaltungen.
Der BBV-Kreisverband ist mit 2997 Mitgliedern der zweitstärkste Oberfrankens hinter Bamberg. Bezirksbäuerin Anneliese Göller dankte ihrer Stellvertreterin Rosi Kraus für ihren aktiven Einsatz. Sie appellierte an alle Ortsobmänner, in den Orten etwas zu bewegen.
Wilhelm Böhmer leitete die Wahl des Kreisvorstandes. Ihn unterstützten Ullrich Siebenhaar und Konrad Rosenzweig. 64 Stimmberechtigte waren anwesend. Bei zwei Enthaltungen bestätigten sie überwältigend Hermann Greif für weitere fünf Jahre als Kreisobmann. Sein Stellvertreter bleibt Reinhard Friedrich. Als Beisitzer wurden wiedergewählt Gerhard Drutschmann (Kappel), Martin Heilmann (Hausen), Thomas Müller (Honigs), Jörg Porisch (Egloffsteinerhüll) und Sebastian Ledig (Ermreuth).
Weitere Wahltermine sind die Wahlen auf Bezirksebene vom 1. März bis 7. April. Die Landesbäuerin steht am 28. April zur Wahl. Mit der Wahl des Präsidenten am 18. Mai findet das Wahlprozedere sein Ende.
Reinhard Friedrich erinnerte an seinen Spruch vor fünf Jahren, der weiterhin Leitlinie sein soll: "Das Rad nicht neu erfinden, auf Bewährtes aufbauen." Die Herausforderungen eines großen Berufsstandes werden nicht geringer. Franz Galster
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