Forchheim

Awo sucht engagierte Paten, die Asylbewerber an die Hand nehmen

1200 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge gibt es in Stadt und Landkreis Forchheim. Die Anerkannten drängen auf den Wohnungsmarkt und haben nicht nur dab...
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Wenn Flüchtlinge ankommen, haben sie oft nicht mehr, als das, was sie am Körper tragen. Sie sind für Unterstützung dankbar.  Foto: JH/Archiv
Wenn Flüchtlinge ankommen, haben sie oft nicht mehr, als das, was sie am Körper tragen. Sie sind für Unterstützung dankbar. Foto: JH/Archiv
1200 Asylbewerber und anerkannte Flüchtlinge gibt es in Stadt und Landkreis Forchheim. Die Anerkannten drängen auf den Wohnungsmarkt und haben nicht nur dabei etliche Hindernisse zu überwinden.
Gerade hier sehen Stephanie Kaufmann, Katja Franz und Andrea Neite von der Awo einen Bedarf an Unterstützung. Deshalb haben sie die auf ein halbes Jahr begrenzte Aktion "Flüchtlingspaten" ins Leben gerufen.


Suche nach Orientierung

Sie suchen Personen, die bereit sind, in der Woche ein bis drei Stunden ihrer Freizeit zu opfern, um Flüchtlingen bei der Orientierung in ihrer Umgebung zu helfen.
Denn: Verlässt jemand die Unterkunft, ist für ihn kein Sozialarbeiter mehr greifbar. "Gerade da ist es wichtig, das er jemanden hat, mit dem er etwas besprechen kann", so Kaufmann. Die Ehrenamtlichen sollen mit ihren Fähigkeiten die Angebote der Awo für Flüchtlinge ergänzen. Wie dies Clarissa Witzlinger seit eineinhalb Jahren tut. Sie hilft einem jungen Mann, die Sprachqualifikation auf dem A2-Level zu erwerben. Bekannte von Witzlinger dagegen helfen einer Familie bei Behördengängen und wieder andere bieten einmal die Woche sportliche Aktivitäten an
"Ich freue mich, dass Sie mit dem Gedanken spielen, einen Teil ihrer Freizeit für Neubürger zu opfern", begrüßte Kaufmann die ersten Interessenten. Zu ihnen gehört der 20-jährige Holger Ganschow, der demnächst ein Studium beginnt. In seinem freiwilligen sozialen Jahr unterstützt er gleichaltrige Flüchtlinge, besonders bei der Wohnungssuche. "Der telefonische Kontakt mit den Vermietern gestaltet sich oft schwierig", hat er erfahren müssen. Die einen reagierten sofort ablehnend, andere verwiesen auf die Zahl der Bewerber. Bei seinen 20 Versuchen gab es bisher nur Absagen.
Ein Problem ehrenamtliche Paten ist der Versicherungsschutz. Deshalb bietet die Awo eine Schulung in drei Einheiten an, übernimmt für die Projektdauer bis Dezember Unfall- und Haftpflichtversicherung und erstattet den Paten ihre Auslagen zurück.
Ein Austausch der Paten einmal im Monat gehört ebenfalls zum Paket. Der erste Teil der Schulung findet am Freitag, 24. Juni um 16.30 Uhr in den Räumen der Awo im Waisenhaus statt. Interessierte können sich bis 15. Juni dazu noch anmelden.
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