Bad Staffelstein

Authentisch und ganz ausgelassen

Auftritt  Drimindoo trat in der Dreieinigkeitskirche auf.
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Das Publikum in der Kirche ging begeistert mit. Foto: Markus Häggberg
Das Publikum in der Kirche ging begeistert mit. Foto: Markus Häggberg
von unserem Mitarbeiter MArkus Häggberg

Bad Staffelstein — Die Songs waren da. Der Pfarrersgarten auch. Aber das Wetter war unsicher genug, um die Songs in einem Pfarrersgarten dann doch in das Kircheninnere zu verlegen. Samstagabendliche Stimmungseinbuße? Keineswegs. Die beliebte kleine Konzertreihe mit der namentlichen Anlehnung an die Songs an einem Sommerabend ist eher noch um einen erinnerungswürdigen Abend reicher geworden.
Doch, es gibt einige deutsche Bands, die sich im Irish Folk tummeln. Manche darunter klingen behelfsmäßig irisch, bemüht irisch oder gewollt irisch. Drimindoo nicht. Authentizität ist das Wort, das man suchen und finden darf, wenn man sich an den Samstagabend in der Dreieinigkeitskirche erinnert.
Die Jungs und Mädels des Coburger Albertinums kamen erst vor kurzem im Rahmen eines Schulprojektes zusammen, fanden sich im Irish Folk und treten nicht allzu oft auf. Erstaunlich genug also, was sie beim Publikum anrichteten. Nicht selten erhoben sich Zuhörer der voll besetzten Kirche, von dem Impuls ergriffen, etwas erspähen zu wollen, von dem sie meinten, dass es auf der "Bühne" vor sich ginge.
Aber die Fertigkeiten der Musiker blieben akustisch, wechselten nicht ins Theatralische. Und so nimmt man auch jungen Oberfranken ab, die Tragik hinter den Texten irischer Lieder mitzuempfinden, lässt man sich von besungenen Schicksalen berühren. Einen gehörigen Anteil daran hatte auch Clara-Sophie Freitag (Violine), deren Stimme maßgeblich zur Authentizität beitrug.

Zeichen der Ausgelassenheit

Matthias Hagen schlägt den Gong. Ein ausgelassener Pausen akt, irgendwie. Mit ihm will der Pfarrer anzeigen, was die Uhr geschlagen hat und so die Besucher nach der Pause zum zweiten Programmteil ins Kircheninnere rufen. Aber Zeichen der Ausgelassenheit gab es mehrere, beispielsweise dieses, wonach man sein Getränk in die Kirche mitnehmen durfte. Die luftige Atmosphäre von Songs in einem Pfarrersgarten sollte nicht an Kirchenmauern scheitern.
Ältester Junge des Ensembles ist Musiklehrer Martin Bram (Gitarre), Initiator von Drimindoo. An seiner Seite saß Erik Konietzko, Multiinstrumentalist und Sänger, flankiert von Carla Förster (Querflöte, Tinwhistle), Leon Günther und Thorsten Geißler (Gitarre), Rebekka Vetter (Viola), Henrik Letzer (Akkordeon) und Harfenistin Anastasia Dering.
Gemeinsam gestalteten sie ausladende Melodien oder spielten - irisch - zum Tanz auf. Aber auch ausgelassene Weisen werden im Irish Folk nicht selten von einem wehmütigen Zug umspielt, von einer eigenwillig traurigen Poesie.
Irgendwie schaffte Drimindoo das. Zu den Glanzstücken des Abends dürften die Stimmleistung von Clara-Sophie Freitag bei Danny boy zählen, als sie hohe Passagen souverän meisterte. Auch Erik Konietzko tat sich gesanglich hervor, so wie auch Leon Günther in seinem Solo von den Three little boats, einer erstaunlich simplen wie tiefen Melodie. Ausfälle im Ensemble gab es keine, der Irish Folk mit Klassikern wie The spanish lady, Dirty old town oder Whiskey in the jar kam geschlossen daher.

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