Baiersdorf

Austritt verhindern

Umlage  Der kommissarische Schulleiter der Mittelschule Baiersdorf versucht seine Einrichtung dem Stadtrat schmackhaft zu machen. Die Stadträte wiederum sollen Poxdorf und Effeltrich dazu bewegen, im Schulverband Baiersdorf zu bleiben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Gerhard Meyer
Gerhard Meyer
von unserer Mitarbeiterin Pauline Lindner

Baiersdorf — Zwischen Baiersdorf und den Gemeinden Poxdorf und Effeltrich schwelt ein Konflikt. Die beiden Gemeinden aus dem Landkreis Forchheim wollen aus dem Schulverband ausstreten und lehnen deshalb einen Beitritt zum Schulverband mit Erlangen ab. Der Austritt wurde ihnen allerdings vonseiten der beiden Regierungen von Oberfranken und Mittelfranken verwehrt.
Die beiden oberfränkischen Gemeinden Effeltrich und Poxdorf hatten sich im Jahr 2009 dem Schulverband Baiersdorf angeschlossen, zu dem bis dahin noch Bubenreuth und Möhrendorf gehört hatten. Hintergrund für die Neuformierung des Schulverbandes war damals die Auflösung der Teilhauptschulen in Effeltrich, Poxdorf und Langensendelbach.

Das Geld spielt eine Rolle

Nicht unbedeutend für den Austrittswunsch sind die Summen, die die Gemeinden für jeden Schüler an die Schulverbände zahlen müssen. Dieser Betrag liegt im mittelfränkischen Baiersdorf wegen der verhältnismäßig niedrigen Schülerzahl bei über 4000 Euro; wechselten die Orte Poxdorf und Effeltrich nach Forchheim, hätten sie nur noch Beträge von unter 2000 Euro an Schulverbandsumlage zu zahlen.
Vor diesem Hintergrund stellte der neue kommissarische Schulleiter Gerhard Meyer die Mittelschule Baiersdorf dem Stadtrat vor. Meyer war bisher sechs Jahre Konrektor und hat das neue Amt nach dem Wechsel des bisherigen Schulleiters David ins Schulamt übernommen.
Meyer war in Nürnberg in Übergangsklassen tätig. Falls eine auch in Baiersdorf eingerichtet würde, stehe er zur Verfügung, sagte er.
Die Mittelschule Baiersdorf unterrichtet derzeit 184 Schüler in neun Klassen. Die Zahl wird in den nächsten Jahren leicht ansteigen, sodass zehn bis elf Klassen gebildet werden müssen. Allerdings wird laut Meyer im kommenden Schuljahr keine M10 zustandekommen.
Die Mittelschule Baiersdorf ist Meyer zufolge "alles andere als Mittelmaß". Sie bietet ein Ganztagesangebot, berufsorientierte Zweige und einen M-Zug. Den Schülern bietet sie eine modulare Förderung nach Leistungsdiagnostik. "Wir holen die Schüler dort ab, wo sie stehen", betonte Meyer.
Die vielen auf eine künftige Berufstätigkeit ausgerichteten Fächer werden durch eine Anzahl unterschiedlicher Berufspraktika und wiederholter Beratung durch die Agentur für Arbeit und das Berufsförderzentrum Erlangen ergänzt. Mit Erfolg, denn von den 26 Neunt klässern des vergangenen Schuljahrs fanden 24 einen Ausbildungsplatz. Die Schüler mit Mittlerer Reife kamen alle unter, in weiterführenden Schulen oder in Ausbildungen.

Eine Schule, die zum Erfolg führt

Im Einzelnen stellte Meyer noch die Abschlüsse und vor allem die anschließend möglichen schulischen Wege vor. Sein Fazit: "Wir sind eine Schule, die Ihr Kind mit Erfolg abschließen kann."
CSU-Fraktionssprecherin Dorothea Neubauer fragte Meyer, ob er das Konzept auch in den Nachbargemeinden Effeltrich und Poxdorf vorgestellt habe. "Es fordert nicht jeder so ein wie Sie", antwortete Meyer.
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren