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Coburg

Austausch in ethischen Fragen als Beginn für engere Kontakte

Wie sehr darf man zum Beispiel in ein Gehirn eingreifen, um Krankheiten zu heilen? Welche Bedeutung hat diese Forschung für das menschliche Selbstverständnis? "Auf der ganzen Welt ...
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Wie sehr darf man zum Beispiel in ein Gehirn eingreifen, um Krankheiten zu heilen? Welche Bedeutung hat diese Forschung für das menschliche Selbstverständnis? "Auf der ganzen Welt gibt es unterschiedliche Vorstellungen von Moral und Ethik", erklärt Professor James Giordano.
Der Experte für Neuroethik ist Professor in der Abteilung Neurologie und Leiter des Neuroethikstudienprogramms des Pellegrino-Centers für Klinische Bioethik am Georgetown Universitätsklinikum. Er setzt sich mit den moralischen Fragen auseinander, die neurowissenschaftliche Technologien aufwerfen. Nun diskutiert er solche Fragen mit Studierenden der Integrativen Gesundheitsförderung im siebten Semester in Coburg. "In der Medizin und Gesundheitsförderung können wir technisch sehr viel tun. Die Frage ist: Was sollten wir tun? Und: Kann es dafür weltweite Standards geben?"
Auch die Studierenden haben sich schon mit solchen Fragen auseinandersetzen müssen. Wie geht man zum Beispiel damit um, wenn es in einem Unternehmen nur für eine bestimmte Gruppe Betriebliches Gesundheitsmanagement geben soll? Kann man dem Auftraggeber widersprechen, weil es nicht zur eigenen Berufsethik passt?


Zwei Wochen zu Gast

Professor Niko Kohls hat seinen Kollegen aus den USA an die Hochschule Coburg geholt. Bereits im vergangenen Jahr hielt Giordano einen Gastvortrag für Studierende. Diesmal ist er gleich zwei Wochen geblieben. Annette Stegemann, Leiterin des International Office der Hochschule Coburg, erklärt, dass die Hochschule eine Kooperation mit der Georgetown Universität anstrebt. "Unsere Professoren könnten gemeinsam forschen. Und für die Studierenden bestünde natürlich die Möglichkeit, ein Auslandssemester in den USA zu verbringen." Im nächsten Jahr wollen beide Seiten dazu ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnen.
Der Besuch von Professor Giordano dient als Vorbereitung. Und: Als Plattform für den Austausch mit weiteren Experten der Neuroethik. Zum Beispiel mit Professor Antonio Amodio von der Universität Bozen in Italien. Der Psychiater unterrichtet auf dem Gebiet der Bioethik und arbeitet immer wieder mit Giordano zusammen. Für einige Tage war er nun ebenfalls in Coburg und gestaltete gemeinsam mit seinen Kollegen Giordano und Kohls eine Vorlesung. In Zukunft soll die Vernetzung auch über den Studiengang Inegrierte Gesundheitsförderung hinausgehen. "Natur- und Geisteswissenschaften arbeiten bei der Neuroethik eng zusammen", betont Giordano. "Auch für die Bioanalytik in Coburg ist das ein spannendes Thema." red


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