Erlangen

Ausstellung nimmt Freihandelsabkommen unter die Lupe

Erlangen — In der Erlanger Stadtbibliothek am Schlossplatz ist von Donnerstag, 12. Februar, bis Dienstag, 10. März, eine Ausstellung mit dem Titel "Freihandelsfalle TTIP" zu sehen....
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Der Film "Wer rettet wen?" will unter anderem die Perspektivlosigkeit griechischer Jugendlicher thematisieren. Foto: privat
Der Film "Wer rettet wen?" will unter anderem die Perspektivlosigkeit griechischer Jugendlicher thematisieren. Foto: privat
Erlangen — In der Erlanger Stadtbibliothek am Schlossplatz ist von Donnerstag, 12. Februar, bis Dienstag, 10. März, eine Ausstellung mit dem Titel "Freihandelsfalle TTIP" zu sehen. Wie die Veranstalter der Ausstellung, die Gruppe attac, schreiben, ist das Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership) ein aktuell verhandeltes Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und den USA.
Ziel des Abkommens ist der Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen - diese Beseitigung fördere das Wachstum und senke Kosten für Unternehmen in der EU und den Vereinigten Staaten, so die Befürworter von TTIP. Doch viele der verhandelten Punkte werden von Bürgern und Nichtregierungsorganisationen sehr kritisch gesehen, da befürchtet wird, dass über die Angleichung von Normen (nichttarifären Handelshemmnissen) Arbeits-, Sozial-, Umwelt-, Datenschutz- und Verbraucherschutzstandards gesenkt sowie öffentliche Dienstleistungen (zum Beispiel die Wasserversorgung) und Kulturgüter dereguliert werden. Auch die vorgesehenen Schiedsgerichte zum Schutz von Investoren und Konzernen sowie die hinter verschlossenen Türen geführten Verhandlungen führen zu Kritik und Protesten.
Die Ausstellung zeigt mit zum Teil bissigen Karikaturen die verschiedenen Aspekte des Handelspaktes. Sie wird ergänzt durch Informationen zu den wichtigsten Kritikpunkten am Freihandelsabkommen.
Eröffnet wird die Ausstellung bereits am Mittwoch, 11. Februar, um 19.30 Uhr mit dem Film "Wer rettet wen? - Die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit". Einlass ist ab 19 Uhr. In dem Film, der am 12. Februar in die Kinos kommt, geht es darum, dass seit fünf Jahren Banken und Länder gerettet werden. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Hungerlöhne arbeiten. Es wird gerettet, nur keine Rettung ist in Sicht, schreiben die Veranstalter.

Banken als Nutznießer

Für große Banken sei die Finanzkrise vor allem ein Geschäftsmodell. Und die ständig "verstimmten" und "enttäuschten" Finanzmärkte scheinen ein besonderes Wesen zu sein, das bei Laune gehalten werden muss. Wer rettet also wen? Die Reichen die Armen? Die Politiker die Banken? Die Rettungsschirme Europa? Oder die Steuerzahler einige wenige Individuen? red
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