Bad Rodach

Ausgezeichnete Teamleistung

Die Initiative Rodachtal bekam am Donnerstag in München den Staatspreis für ländliche Entwicklung zugesprochen. Inzwischen beteiligen sich zehn Kommunen an den länderübergreifenden Projekten.
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Der Vorsitzende der Initiative Rodachtal Martin Finzel nimmt im Beisein der Bürgermeister der Kommunen den Staatspreis von Minister Helmut Brunner entgegen.  Fotos: G. Arnold/G. Bertram
Der Vorsitzende der Initiative Rodachtal Martin Finzel nimmt im Beisein der Bürgermeister der Kommunen den Staatspreis von Minister Helmut Brunner entgegen. Fotos: G. Arnold/G. Bertram
Die Initiative Rodachtal wurde am Donnerstag in der Allerheiligen-Hofkirche zu München mit dem Staatspreis für ländliche Entwicklung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 8000 Euro dotiert und eine verdiente Anerkennung eines jahrelangen zukunftsweisenden Engagements im und für den ländlichen Raum.
Ein Gemeinschaftswerk ist die Initiative Rodachtal, verbindet länderübergreifend seit nunmehr 15 Jahren kommunalpolitisches und bürgerschaftliches Engagement für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Vertreter aller beteiligten und potenziellen Mitgliedskommunen dreier Landkreise aus Franken und Thüringen sind dabei, als frühmorgens der Bus in Richtung München startet. Hendrik Dressel, einer der Gründerväter, die Bürgermeister Tobias Ehrlicher (Bad Rodach), Katja Kieslich (Bad Colberg-Heldburg), Johann Kaiser (Straufhain), Christine Bardin (Ummerstadt), Wolfgang Bauersachs (Weitramdorf), Martin Finzel (Ahorn), Werner Thomas (Itzgrund), Burkhard Knittel (Vize in Hildburghausen) sowie Frank Neumann und Philipp Ruhstorfer vom begleitenden Regionalmanagement aus Erfurt. In München stoßen noch die beiden Landräte Thomas Müller (Hildburghausen) und Michael Busch (Coburg) dazu.


2400 Projekte standen zur Wahl

Alle zwei Jahre lobt das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Staatspreis für Land- und Dorfentwicklung aus und würdigt damit herausragende Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen und Standortqualitäten im ländlichen Raum. Heuer waren aus rund 2400 Projekten der Dorfentwicklung aus über 1000 Kommunen zehn Preisträger ausgewählt worden.
Um die eigene Identität auf dem Lande geht es, um Heimatverbundenheit und die nachhaltige Entwicklung im breit aufgestellten Forum für Ideen, Aktivitäten und Bürgerengagement. All das, was Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner in seiner Rede als Intention für die Preisverleihung darlegte, findet sich in der Initiative Rodachtal in beeindruckender Weise wieder.
Über Jahre getragen, sagt der Vorsitzende Martin Finzel, zeige die Initiative Rodachtal mit zehn Kommunen aus drei Landkreisen und zwei Bundesländern und rund 30 000 Einwohnern, dass und wie gemeinsam geschultert in kommunaler Zusammenarbeit Projekte umgesetzt und dafür Fördergelder für den ländlichen Raum akquiriert werden. Frank Neumann, der als Regionalmanager die Initiative seit 2005 begleitet, spricht von rund fünf Millionen Euro, die in diesen Jahren an Förderung geflossen sind.
Davon profitieren alle Kommunen und zudem Einzelprojekte, wie das Mehrgenerationenhaus in Heldburg, das Zweiländermuseum in Streufdorf oder der Skulpturen- und Pilgerweg in Seßlach. Auch für die Dorfentwicklung, so Neumann, zahle sich die länderübergreifende Initiative aus. "Dieser Staatspreis macht stolz, weil er eine Teamleistung belohnt.
Einzigartig, das betont Hendrik Dressel, sei vor allem auch das entstandene Radwege- und Wandernetz, dass mittlerweile über 700 Kilometer grenzüberschreitend aufgebaut und beschildert und über GPS kartiert und abrufbar ist. Mit fünf Kommunen hat alles 2001 angefangen, heute sind es zehn, und die Städte Eisfeld und Hildburghausen stehen in den Startlöchern. Das Kernwegenetz, das Thüringen und Franken verbindet, nennt Dressel eines der größten Einzelprojekte der Initiative.
Der Werra-Obermain-Radweg durchquert Rodach- und Krecktal und bildet von der Werra bis zum Obermain den Lückenschluss zu den großen Radwegen. Mit dem Flächen- und Siedlungsmanagement, erklärt Dressel, habe man sich schon 2006 dem demografischen Wandel gestellt. Jede Kommune habe dafür Förderprogramme aufgelegt. Erst jüngst gab es dafür den auf 2000 Euro dotierten Baukulturpreis.


Effizientes Instrument

In Zeiten knapper Kassen, wo Kommunen nicht mehr so agieren können, meint Christine Bardin, sei die überregionale Zusammenarbeit ein Segen für alle. Die Initiative Rodachtal ist für die Ummerstadter Bürgermeisterin ein effizientes Instrument, eigene und gemeinschaftliche Interessen zu verwirklichen. "Und dieses Zusammengehen ist freiwillig, nicht wie die Gebietsreform, die übergestülpt wird. Wir können nämlich selbst denken."
Auch Ummerstadt hat profitiert von der kommunalen Initiative. Bardin nennt hier das Kompetenzzentrum am Markt. Bauen und Wohnen sind Schwerpunkte im Arbeitskreis "Historische Bausubstanz".
2014 ist mit Untermerzbach im Landkreis Haßberge ein weiterer Partner dazugekommen. Bürgermeister Helmut Dietz spricht von der Anbindung an die Wanderwege im Itzgrund, vom Flächenmanagement und vom Energiekonzept. "Wir sehen noch weitere Potenziale", freut er sich auf die Umsetzung von Ideen und Projekten, die immer wieder entstehen, diskutiert und gemeinsam angegangen werden.

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