Rugendorf
bauverzögerung 

Ausbau hinter dem Zeitplan

Der Rugendorfer Ortsteil Losau bekommt schnelles Internet via Glasfaserkabel. Die Arbeiten haben zwar schon begonnen, hinken aber deutlich hinter den Planungen her. Die kühle Witterung verschärft das Problem zusätzlich.
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Der Internetausbau mit Glasfaserkabel im Rugendorfer Ortsteil Losau liegt um einiges hinter dem Zeitplan. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa
Der Internetausbau mit Glasfaserkabel im Rugendorfer Ortsteil Losau liegt um einiges hinter dem Zeitplan. Symbolbild: Julian Stratenschulte/dpa
Der Internetausbau im Ortsteil Losau ist bereits nicht unerheblich hinter dem Zeitplan. Die mit den Arbeiten beauftragte Firma fragte nun bei der Gemeinde an, ob sie im Winter bei geeigneter Witterung weiter arbeiten könne. Da ab Mitte Dezember nach Angaben der Firma kein Asphalt mehr zu bekommen sei, würde man die Leitungsgräben mit Frostschutzmaterial bis zur Straßenkante hin verschließen und entsprechend markieren, damit der Winterdienst hier nicht die Oberfläche aufreißt. Der Gemeinderat möchte, dass die Arbeiten, soweit angefangen, beendet werden sollen und nach dem Winter weiter im Ort vorangetrieben werden.
Nicht nur Gemeinderat Günther Krombholz hegt Zweifel, dass das vorläufige Verschließen der Leitungsgräben mit angefrorenem Material später Probleme bereiten würde. "Es wird sich irgendwann setzen, dann haben wir Probleme." Die Firma muss laut Geschäftsstellenleiter Florian Puff vier Jahre für die Arbeit garantieren.
Durch die Unterbrechung der Arbeiten bekämen diejenigen Anlieger aber Probleme, die ihren jetzigen T-online-Internetanschluss bereits gekündigt hätten und ab Februar, wenn die Arbeiten laut Plan fertig sein sollten, zu Thüga wechseln wollen, gab Bürgermeister Ralf Holzmann zu bedenken. Der Februartermin sei inzwischen aber so oder so unwahrscheinlich, so dass die Betroffenen einen weiteren Vertrag mit T-online schließen müssten, der dann erst einmal über 24 Monaten laufen würde.
Bei Temperaturen unter 5 Grad sollte man laut Günther Krombholz nicht weiterarbeiten. Er sowie Albert Müller und Friedrich Oertel stimmten deshalb beim Beschluss des Gemeinderats für eine Fertigstellung des angefangenen Bauabschnitts dagegen. Was die weiteren Termine betrifft, wird die Verwaltung mit der Tiefbaufirma Kontakt aufnehmen.


Neue Fördermittel

Um den weiteren Ausbau mit Glasfaser ging es bei einer Besprechung vor einem Monat in Stadtsteinach, berichtete Bürgermeister Ralf Holzmann dem Gemeinderat: Siegbert Reuther von der Firma Reuther NetConsulting erläuterte dabei, dass der Bund für den künftigen weiteren Ausbau mit Glasfaser augenblicklich Fördermittel für die Erstellung eines Glasfaserstrukturplans zur Verfügung stelle: bis 50 000 Euro pro Kommune für Beratungsleistungen, die aber bis Jahresende noch beantragt werden müssten.
Ob ein solcher Strukturplan für Rugendorf überhaupt sinnvoll sei, darüber war sich der Gemeinderat nicht im Klaren. Gemeinderat Gerhard Theuer wies insbesondere darauf hin, dass ein solcher Plan erst dann Sinn mache, wenn man wisse, wer später das Glasfasernetz betreibe. Zum Beispiel Telekom und Thüga hätten ganz unterschiedliche Optionen.
Der Gemeinderat beschloss nun, wegen der Frist, Mittel für die Beratung zu beantragen, da damit keine Pflicht verbunden sei, später wirklich einen Strukturplan erstellen zu müssen. Alle weiteren Überlegungen zum Ausbau mit Glasfaser vertagte der Gemeinderat.
In der Oktobersitzung hatte der Rugendorfer Gemeinderat der Errichtung eines Solarparks auf einem Teil des Geländes des ehemaligen Asphaltwerks prinzipiell zugestimmt. In seiner Sitzung am Montag genehmigte der Gemeinderat nun die "Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes mit Grünordnungsplan für das Sondergebiet ,Photovoltaikanlage am Asphaltmischwerk' mit gleichzeitiger Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Rugendorf." Inzwischen wurde das Verfahren weiter vorangetrieben. Einsprüche von Bürgern habe es keine gegeben, so Planer Norbert Köhler von IVS in Kronach. Das Forstamt habe darauf hingewiesen, dass die Gehölze um das Gelände zu pflegen und, wenn notwendig, sachgemäß zurückzuschneiden seien. Das Bayernwerk hat auf dem Gelände eine Trafostation stehen, die allerdings leer sei. Das Bauamt macht die Auflage, dass die Solarpanele keine Blendungen des Verkehrs auf der Bundesstraße verursachen dürfen.
Ob die Firma Münch-Energie die Solarzellen, wie zunächst geplant, noch in diesem Jahr aufstellen wird, ist aktuell allerdings nicht mehr sicher, berichtete Bürgermeister Ralf Holzmann. Altlasten auf dem Gelände seien nicht bekannt, beantwortete er die diesbezügliche Frage von Gemeinderat Franz Schnaubelt. Das Gelände sei durchgehend befestigt und die Solarzellen sollen nur oberflächlich auf der bestehenden Asphaltfläche aufgestellt werden.


Blumenwiesen

Gemeinderat Albert Müller hatte in der Bürgerversammlung angeregt, alle gemeindlichen Grünflächen zu Blumenweisen umzuwandeln. Dann müssten die Flächen einmal im Jahr gemäht werden. Der Gemeinderat fand diesen Vorschlag prinzipiell gut. Man beschloss, dass dazu auch der Bauhof gehört werden soll, und dass Albert Müller als Testlauf eine Blumenwiese auf dem gemeindlichen Weihergrundstück anlegen wird. Nächstes Jahr soll dann eine Entscheidung getroffen werden.
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