LKR Forchheim

Aus dem Forchheimer Tagblatt vor 100 Jahren - Januar 1915

Klage über Abbrennen von Feuerwerkskörpern Der Beginn des neuen Jahres verlief im Großen und Ganzen in Forchheim ohne jeglichen nennenswerten Zwischenfall. Das Leben und Treiben in...
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Deutsche Feldpostkarte aus dem Elsass Repro: Rainer Kestler/Stadtarchiv Forchheim
Deutsche Feldpostkarte aus dem Elsass Repro: Rainer Kestler/Stadtarchiv Forchheim
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Klage über Abbrennen von Feuerwerkskörpern

Der Beginn des neuen Jahres verlief im Großen und Ganzen in Forchheim ohne jeglichen nennenswerten Zwischenfall. Das Leben und Treiben in der Sylvesternacht glich unter dem Strich vorhergehenden Jahren. Es wurden patriotische Lieder gesungen und sehr zu beklagen war das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, denn in dieser schwierigen Zeit wäre Ruhe angebracht gewesen.
(Forchheim, 2. Januar)
Auszeichnungen
mit dem Eisernen Kreuz

Der Unteroffizier beim 10. Feldregiment Georg Büttner von Forchheim wurde wegen seiner Tapferkeit mit dem Eisernen Kreuz mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Ferner der Unteroffizier der Munitionskolonne Andreas Lucas, ebenfalls ein Forchheimer, erhielt das Eiserne Kreuz. Dem Gefreiten Hans Albert, Sohn des Marktmeisters aus Forchheim, wurde für besondere Dienstleistung auch das Eiserne Kreuz verliehen. Malermeister und Landwehrmann Johann Hagen wurde mit dem Verdienstkreuz 3. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. All unseren Helden herzlichen Glückwunsch!
(Forchheim, 4. Januar)
Zum Geburtstag des Königs beflaggt

Forchheim — Zum 70. Geburtstag Sr. Majestät König Ludwig III. von Bayern:
Auf ihr Bayern, Schwaben, Franken,
von der Pfalz ihr an dem Rhein.
Lasst uns nie in Treue wanken,
stimmt aus vollem Herzen ein.
Gott und Herr, mit gnädgen Händen. Gieße seinen Segen aus.
Über Ludwig den Regenten.
Und sein ganzes Königshaus.

Aus Anlass des 70. Geburtstages des Königs ist trotz ungünstiger Witterung die Stadt Forchheim zahlreich beflaggt. In der katholischen wie evangelischen Pfarrkirche fanden Festgottesdienste statt, welche eine große Beteiligung der königlichen Beamten, der Mitglieder beider städtischer Kollegien, der Lehrer des Progymnasiums sowie viele Abordnungen der Vereine und der Feuerwehr. So verlief der Tag wo unser Land im Kriege sich befindet auf Wunsch des Königs schlicht und einfach.
(Forchheim, 7. Januar)
Sanitätskolonne zieht
in den Krieg

Gestern ging von Bayreuth ein Begleitzug der Oberfränkischen nach Nordfrankreich ab. Unter den Passagieren befinden sich aus Forchheim unter anderem die Sanitäter Rühl und Overbeck.
(Forchheim, 8. Januar)
Hochwasser nach Schneeschmelze

Die Wiesent ist wegen der ausgesprochen starken Schneeschmelze über die Ufer getreten. Das Tal von Ebermannstadt bis Weilersbach gleicht in diesen Tagen einem einzigen See. In Forchheim hat man das Kommandantschaftswehr geöffnet um Überschwemmungen zu vermeiden.
(Forchheim, 9. Januar)
Wahl im Gemeindekollegium

In der am vergangenen Dienstag stattgefundenen Sitzung des Gemeindekollegiums von Forchheim wurde Herr Professor Dr. Räbel zum 1. und Herr Bankier Zeiller zum 2. Vorstand gewählt. Herr Hauptlehrer Friedrich zum Schriftführer und Herr Prokurist Wiedemann zum Stellvertreter gewählt.
(Forchheim, 9. Januar)
Verwundete in Ebermannstadt

Gestern trafen wieder 15 Verwundete im Krankenhaus von Ebermannstadt ein. Die leicht Verletzten wurden im Rathaussaale untergebracht, das zu einem Lazarett hergerichtet wurde. Aus dem Distriktkrankenhaus wurden 12 Soldaten als geheilt entlassen und ihren Truppenteilen wieder zugeführt.
(Ebermannstadt, 11. Januar)
Es gibt keine
Brötchen mehr

Eine Milderung der Bäckerverordnung, wonach die Bäcker nicht mehr nachts arbeiten dürfen, ist nicht in Sicht, so schmerzlich das für den einzelnen sein wird. Es wird keine Frühstücksbrötchen mehr geben, denn die Weizenvorräte sollen wegen des Kriegszustandes geschont werden und statt der Brötchen muss man sich an das Schwarzbrot gewöhnen.
(Forchheim, 12. Januar)
Beförderung zum
Vizefeldwebel

Der Kaufmann Gottlieb Kärgelein aus München, der ein geborener Forchheimer ist, wurde zum Vizefeldwebel der Reserve und Offiziersvertreter befördert.
(Forchheim, 22. Januar)
Am Streitberger Berg tödlich verunglückt

Tödlich verunglückt ist vom steilen Streitberger Berg herab der weit um in der Fränkischen Schweiz bekannte Bote Georg Martin von Rauhenberg, der von der Stadt Ebermannstadt aus Botenfahrten nach den Gebirgsdörfern Oberfellendorf, Gößmannsberg, Wüstenstein und Siegritzberg besorgte. Martin wurde am Streitberger Berg von seinem eigenen ins Rutschen geratenen Fuhrwerk überrollt und getötet.
(Streitberg, 28. Januar)






Textzusammenstellung:
Rainer Kestler
Stadtarchiv Forchheim












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