Forchheim

Aus dem Forchheimer Tagblatt vor 100 Jahren - April 1915

Gratulation an Pinzbergs Helden Als Zweiter in unserer Gemeinde erhielt der Unteroffizier Hans Hoch das Eiserne Kreuz 2. Klasse und weiter der Sohn unseres Bürgermeisters Heinrich ...
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Gratulation an
Pinzbergs Helden

Als Zweiter in unserer Gemeinde erhielt der Unteroffizier Hans Hoch das Eiserne Kreuz 2. Klasse und weiter der Sohn unseres Bürgermeisters Heinrich Eismann das Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern. Wir gratulieren!
(Pinzberg, 3. April)
Kein Brot
in den Wirtschaften

Aus Sparsamkeitsrücksichten im Krieg ist es verboten, dass in Gastwirtschaften an den Gästen Brot verabreicht wird. Wirte, die dieses Verbot überschreiten, werden unnachsichtig zur Strafanzeige gebracht. Das Publikum wird veranlasst, in den Wirtschaften kein Brot mehr zu verlangen und nicht, wie es häufig vorkommt, die Wirte zur Brotabgabe zu zwingen. Die Gäste tun daher gut, sich in die Wirtshäuser das Brot mit zubringen.
(Stadtmagistrat: Königlicher Hofrat Strecker Forchheim, 3. April)
Auszeichnung
für Paul Strian

Herr Paul Strian, Sohn des Herrn Bezirksvertreters Strian aus Kunreuth, der seit 11. August 1914 im Kampfe gegen Frankreich steht und seit Dezember der Führer der Feldküche des 1. Regiments ist, erhielt das Verdienstkreuz mit Krone und Schwertern verliehen.
Wir gratulieren!
Forchheim, 4. April)
Bergung im
Granatfeuer

Mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse wurde ausgezeichnet Graf Moritz Bentzel-Sternau, Abteilungsführer beim bayerischen Sanitätskraftfahrercorps, für seine besonderen Verdienste um die Bergung Schwerverwundeter im Granatfeuer des Gegners. Wir gratulieren!
(Schloss Jägersburg, 9. April)
Schweinezählung
in Forchheim

Eine Zwischenzählung der Schweine in Forchheim wegen der Kriegslage wurde vom Stadtmagistrat beschlossen. Die Zählung erfolgt mittels Straßenlisten von Haus zu Haus. Jeder Schweinezüchter ist verpflichtet, seine Bestände richtig anzugeben. Wer die Anzeige vorsätzlich nicht erstattet oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu Monaten oder mit einer Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Auch können Schweine, deren Vorhandensein verschwiegen wird, der Stadt verfallen. Die einzelnen Haushaltsvorstände oder deren Stellvertreter haben in der Ortsliste durch Unterschrift zu bestätigen, dass die Angaben richtig und nach bestem Wissen und Gewissen gemacht worden sind.
(Stadtmagistrat: Strecker Forchheim, 10. April)

Jahrhundertfeier
für Bismarck

Am 1. April waren es 100 Jahre seit der Geburt des Fürsten Bismarck, des 1. Kanzlers des Deutschen Reiches. Wie in anderen Städten geschehen, soll auch in Forchheim dieser deutsch nationale Gedenktag nicht ganz klanglos vorübergehen. Gerade die eiserne und erhebende Zeit, in der wir leben, lässt es als Ehrenpflicht erscheinen unter Zurücklassung aller anderer Momente des eisernen Kanzlers, des Begründers des mächtigen neuen Deutschen Reiches zu gedenken, des Mannes, der das deutsche Volk und Reich in den Sattel gehoben und so stark gemacht hat, dass es jetzt einer Welt von Feinden Trotz zu bieten, deutsches Land, deutsches Leben und deutsche Kultur vor Vernichtung durch hass- und neiderfüllte Gegner zu schützen vermögen. Daher sind alle Frauen und Männer zur "Bismarckjahrhundertfeier" am Samstag, 17. April 1915, um 20:00 Uhr ins Gesellenhaus eingeladen. Die musikalische Ausgestaltung haben die vereinigten Stadtkapellen, der Liederverein und Gesangverein Eintracht übernommen.
(Der Vorsitzende des Gemeindekollegiums: Dr. Räbel Forchheim, 14. April)
Kein Walberla-Fest wegen des Krieges

Mit Rücksicht auf die ernste Kriegszeit findet das auf den ersten Sonntag im Mai fallende Walberla-Fest auf der Ehrenbürg bei Kirchehrenbach dieses Jahr nicht statt. Für die Besucher wird es daher an diesem Tag keinen Festbetrieb geben.
(Kirchehrenbach, 20. April)
Betreten des Friedhofs nicht ohne Erwachsene

In der letzten Zeit sind wiederholt Beschädigungen der Anlagen des Forchheimer Friedhofes und Entwendungen von Blumen auf den Gräbern vorgekommen.
Auch treiben sich dort Kinder ohne Aufsicht umher und besteigen die Friedhofsmauern und Grabsteine. Es besteht daher Veranlassung, darauf aufmerksam zu machen, dass das Betreten des Friedhofs seitens der Kinder ohne Begleitung Erwachsener untersagt ist. Das Friedhofspersonal wird diese Anordnung strengstens vollziehen.
(Strecker: königlicher Hofrat Forchheim, 21. April)




Textzusammenstellung: Rainer Kestler Stadtarchiv Forchheim


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