Neukenroth
Besuch 

"Auge" begeistert die Bayern-Fans

Klaus Augenthaler war Stargast beim Treffen von Fans des FC Bayern München in Neukenroth. Anlass war ein Jubiläum.
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Während der Autogrammstunde gab es immer wieder kleine Dialoge zwischen Fans und Klaus Augenthaler. Er signierte alles, was ihm die Fans vorlegten. Foto: K. H. Hofmann
Während der Autogrammstunde gab es immer wieder kleine Dialoge zwischen Fans und Klaus Augenthaler. Er signierte alles, was ihm die Fans vorlegten. Foto: K. H. Hofmann
Karl-Heinz HOfmann

Der einstige Fußballprofi und Weltmeister Klaus Augenthaler war Stargast beim Treffen der FC-Bayern-München-Fan-Club-Vereinigung Oberfranken. Anlass dafür war das 50. Jubiläum des FC-Bayern-Fanclub Neukenroth.
Augenthalter betonte, seit 1. Juli wieder Angestellter des FC Bayern München zu sein. Seine Aufgabe werde vor allem der Jugend zugewandt sein. Für die neue Talentschmiede der Bayern werde er auch viel im Ausland unterwegs sein. Er tue sich schwer, einen Tolisso oder Coman einzuschätzen, für ihn gebe es keine jungen und älteren Spieler, "es gibt nur gute oder schlechte Spieler". Und dabei kommt er auf Ribery und Robben zu sprechen und wird etwas melancholisch, als er die soziale Komponente des FC Bayern anspricht, der sich eben nicht nur um gutes Training und gute Einsätze in Fußballspielen, sondern auch um die familiären Probleme oder soziale Belange seiner Spieler kümmere. Das sei eine Ausnahmestellung des FC Bayern, stellt "Auge" heraus und betont, immer Rot-Weißer gewesen zu sein und nun froh sei, wieder dieser Bayern-Familie anzugehören.
Natürlich plaudert er offen in der Talkrunde auf Fragen, die von Frank Müller (Vorsitzender Fan-Club-Vereinigung Oberfranken), Stefan Lutz (Zweiter Vorsitzender der Vereinigung), Joachim Beez (Ehrenmitglied FC Neukenroth) und Michael Fröba (Vorsitzender Fanclub Neukenroth) aus dem Nähkästchen und geht zurück bis in die Anfänge seiner vorbildlichen Profikarriere, als er vom damaligen Co-Trainer Werner Olk von seinem Heimatverein FC Vilshofen zum FC Bayern geholt wurde.
Schon als er zum Probetraining nach München mit dem Zug einfuhr, dachte er, nein, in so einer Großstadt willst du nicht leben. "Da ging es im Bayerischen Wald wesentlich gediegener zu", sagt er lachend.
Aber es ging steil bergauf mit der "wahren Nummer fünf" (wie es Frank Müller in seiner Begrüßung formulierte), mit der er als Libero in über 400 Bundesligaeinsätzen spielte. Er erzählt, wie er als junger Spieler in die Mannschaft mit großen Namen wie Beckenbauer, Müller, Maier hineinwachsen musste und wie ihn der damalige Trainer Detmar Kramer einen Tipp gab: "Junge, wenn Du was werden willst, brauchst Du Ellenbogen." Dies habe er sich zu Herzen genommen.


Man kann sich nicht schützen

Auf die Frage angesprochen, wie es ihn als Trainer beim 1. FC Nürnberg ergangen sei, wo er ja Jahre vorher sagte, der 1. FC Nürnberg werde nie mehr in der Bundesliga vor dem FC Bayern München stehen, sagt er humorvoll, "dazu stehe ich heute noch und bisher hat das ja gepasst". Auch als Trainer beim 1. FC Nürnberg habe er das nicht ändern können. Ob er als heutiger Profifußballer Angst haben würde vor Terroranschlägen, wie es dem BVB ergangen sei? "Das war schaurig", meint er. "Aber gegen solche Verrückte kann man sich nicht schützen."
Währenddessen schaut er auf die Bayern-Fans in der voll besetzten Zecherhalle und führt an: "Heute Abend hab ich sowieso keine Angst. Unter lauter Rot-Weißen - da wird sich kein Blauer reinwagen, es gibt ja sowieso nicht mehr viel", sagt er wieder schmunzelnd. Dem Ehrenvorsitzenden Karlheinz Stoppel sollte eine letzte Frage gewährt werden, doch dieser war - wie es selten vorkommt - sprachlos. Er habe keine Frage mehr, so gut habe "Auge" alles beantwortet. Vor 25 Jahren durfte er "Auge" als Ehrengast zum 25. Jubiläum begrüßen. "Auge" habe ihn heute gleich wieder erkannt, das mache ihn sehr froh, denn er sei im Gegensatz zu "Auge" doch um den Bauch herum um einiges fülliger geworden.
"Auge" nahm sich viel Zeit. Das durften auch die Landräte Klaus Löffler (Kreis Kronach) und Klaus Peter Söllner (Kreis Kulmbach) - beide bekennende FC Bayern Fans - erleben. "Auge" durfte sich ins Goldene Buch der Gemeinde Stockheim eintragen, worum Bürgermeister Rainer Detsch gebeten hatte. Es entstand ein lustiges Gespräch, in dem sich Augenthaler ebenso authentisch gab, wie er bekannt ist.
Die drei Politiker waren voll des Lobes über das bescheidene und vorbildliche Auftreten von Klaus Augenthaler, dem so viel Lob überhaupt nicht schmeckte. Dies ließ er die Fans erkennen, als diese nach der Talkrunde mit Standing Ovations "Auge, Auge, Auge" riefen. "Setzt euch nieder", rief er, "ich vertrag das nicht". Er hatte die Lacher auf seiner Seite, aber die Fans folgten ihm fast untertänig.
Da sich Klaus Augenthaler für die Leukämiehilfe Ostbayern engagiert, überreichte Ehrenvorsitzender Karlheinz Stoppel 1000 Euro aus einem Benefizspiel vom Samstagnachmittag in Neukenroth.
Augenthaler verließ erst gegen 23 Uhr die Zecherhalle, der Autogrammandrang war riesig, Und für viele war ein Foto mitdem ehemaligen Bayern-Star ein Erlebnis, das lange nicht vergessen wird.
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