Kleinziegenfeld

Auflagen stellen kleine Landwirte vor große Probleme

von unserer Mitarbeiterin Adriane Lochner Kleinziegenfeld — Wie kommen die Landwirte im internationalen Wettbewerb zurecht? Das war eines der Themen im Fachgespräch mit CSU-Bundest...
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von unserer Mitarbeiterin Adriane Lochner

Kleinziegenfeld — Wie kommen die Landwirte im internationalen Wettbewerb zurecht? Das war eines der Themen im Fachgespräch mit CSU-Bundestagsabgeordneten Artur Auernhammer.
Er und seine Kollegin Emmi Zeulner diskutierten vergangenen Samstag im Kleinziegenfelder Gasthof Zöllner mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbandes, der Landwirtschaftsämter und der landwirtschaftlichen Arbeitsgruppe des Wahlkreises Kulmbach-Lichtenfels-Bamberg/Land. Themen waren die Globalisierung, der technische Fortschritt und immer neue, vor allem auch europarechtliche Vorgaben, die die heimischen Landwirte vor neue Herausforderungen stellen.
Auernhammer, selbst Landwirt, hat vor zwanzig Jahren den Milchviehbetrieb seiner Eltern übernommen. Im Bundestag ist er derzeit Mitglied im Ausschuss Landwirtschaft und Ernährung sowie stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Dort will Auern hammer dafür sorgen, dass die Umweltauflagen für die Landwirtschaft nicht zu hoch werden. Als Beispiel nannte er die Düngerverordnung. Nitratwerte im Grundwasser seien vor allem in niederschlagsarmen Regionen zu hoch, das betreffe vor allem Nordrheinwestfalen und Niedersachsen. Daher wolle die Regierung die Auflagen verschärfen. Auernhammer zufolge würden zusätzliche Kontrollen aber vor allem kleine Betriebe betreffen, die vor diesem Hintergrund die Tierhaltung noch schneller einstellen würden. Der größte "Aufreger" bei der Düngerverordnung sei die Kürzung der Einarbeitungszeit von Gülle nach dem Ausbringen auf dem Feld von derzeit vier Stunden auf eine Stunde ab dem Jahr 2018. "Damit das in so kurzer Zeit funktioniert, müsste ein anderer Landwirt mit dem Einarbeiten beschäftigt werden", sagte Auernhammer, vor allem kleine und mittlere Betriebe könnten sich das nicht leisten. Stellvertretender BBV-Kreisobmann in Lichtenfels Rudi Steuer sagte: "Im Landkreis sind 80 Prozent der Betriebe im Nebenerwerb. Da wird sich viel ändern, wenn die Auflagen strenger werden."
Von den Diskussionsteilnehmern wurden die kartellähnlichen Zustände im Lebensmitteleinzelhandel angesprochen, die sich derzeit bestimmend auf die niedrigen Preise auswirken, vor allem für Milch und Schweinefleisch. Auernhammer betonte, dass gerade deshalb die Globalisierung der Märkte wichtig sei. Er sagte: "Warum soll die deutsche Landwirtschaft nicht ähnlich wie die Automobilindustrie den Weltmarkt bedienen dürfen?" Wenn Milch hierzulande nicht mehr gewinnbringend abgesetzt werden könne, warum dann nicht zum Beispiel Pulver daraus machen und nach China verkaufen, wo höhere Preise bezahlt würden?
Ein weiteres Thema war Gentechnik. In Deutschland ist sie in der Landwirtschaft verboten, während sie in der Pharma- und Lebensmittelindustrie regelmäßig praktiziert wird. Emmi Zeulner merkte an, dass der Verbraucher trotzdem das Tomatenketchup aus den USA kaufe, wo Genmanipulation Gang und Gäbe sei. Zum Thema "Regional Einkaufen" brachte Zeulner an, dass man mit den Molkereien eine Marke "Oberfranken" etablieren könnte, um es den Verbrauchern zu erleichtern, regionale Produkte von überregionalen zu unterscheiden.


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