LKR Haßberge

Auf dem Bau soll künftig viel weniger Staub aufgewirbelt werden

Bohren, Putz abschlagen, Schneiden - staubige Arbeiten gibt es auf jeder Baustelle. Und die machen oft krank. Doch damit soll nun Schluss sein: Ab sofort mü...
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Bohren, Putz abschlagen, Schneiden - staubige Arbeiten gibt es auf jeder Baustelle. Und die machen oft krank. Doch damit soll nun Schluss sein: Ab sofort müssen die rund 70 Baubetriebe im Kreis Haßberge ihre Mitarbeiter besser vor Staub schützen - und zum Beispiel Luftreiniger anschaffen, um neue Staub-Grenzwerte einzuhalten. So steht es in der Vereinbarung "Staubminimierung beim Bauen". Diese "Anti-Staub-Charta" haben die Industriegewerkschaft Bauen- Agrar-Umwelt (IG BAU), Arbeitgeberverbände der Baubranche, Bundesarbeitsministerium und Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft jetzt unterschrieben, wie die Gewerkschaft mitteilte. Vom Maurer über den Trockenbauer bis hin zum Dachdecker profitieren nach den Angaben der IG BAU allein im Landkreis Haßberge rund 560 Bauarbeiter von den neuen Schutz-Standards.


Ein Meilenstein

Die IG BAU Mainfranken spricht von einem "Meilenstein für die Branche": "Mit den neuen Regeln könnte das Bild vom dreckigen und abends hustenden Bauarbeiter bald der Vergangenheit angehören", sagt Bezirkschef Michael Groha. Für Tausende Beschäftigte in der Region dürfte das Risiko, an den Atemwegen oder an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich sinken. Denn staubarmes Arbeiten werde nun endlich zur Pflicht, an die sich auch alle Baufirmen im Landkreis halten müssen, so Groha.
Staub soll insbesondere im Bestandsbau verringert werden, heißt es in der Vereinbarung. Der Grenzwert für sogenannte "lungengängige Stäube" darf die Marke von 1,25 Milligramm pro
Kubikmeter nun nicht mehr überschreiten. Bislang lag die Grenze bei drei Milligramm.
Reduziert werden soll damit auch die Gefährdung durch krebserzeugenden Quarzstaub, der in fast jedem Baustaub enthalten ist. "Um das umzusetzen", so Groha, "muss die Bauwirtschaft beim Arbeitsschutz aber richtig aufrüsten - von neuen Maschinen bis hin zur Schulung der Beschäftigten."
Die Alternative sei Ärger mit dem Amt: Denn die Behörden für Arbeitsschutz kontrollieren, ob die neuen Standards eingehalten werden. Dabei können Firmen für die Anschaffung von Luftreinigern oder speziellen Bohrern mit Staubabsaugung bis zu 50 Prozent Zuschuss von der Berufsgenossenschaft bekommen, erklärt Groha. Dies komme gerade kleineren Betrieben zugute, für die eine Umrüstung oft eine erhebliche Investition sei. Nach Angaben von IG BAU und Berufsgenossenschaft lässt sich ein Großteil der Baustellen schon mit rund 3000 Euro staubarm machen. "Oft sind es auch einfache Lösungen, die einen guten Effekt haben. So können Fliesenleger ihre Platten auf speziellen Tischen brechen, statt sie mit einem staubenden Schneider zu zerlegen."
Zusammen mit der Berufsgenossenschaft startet die IG BAU im kommenden Jahr hierzu eine
bundesweite Info-Kampagne. "Mit Schulungen sollen auch in Bayern möglichst viele Bauarbeiter erreicht werden", betont der Gewerkschafter. red

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