Erlangen

Arzneimittel für Kinder und Jugendliche sollen sicherer werden

Mit sechs Millionen Euro fördert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) - das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlan...
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Mit sechs Millionen Euro fördert der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) - das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands - jetzt erstmals eine Studie zur Arzneimitteltherapiesicherheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Die Studie "KiDSafe" unter Leitung von Forschern der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) hat das Ziel, zusammen mit pädiatrischen Qualitätszirkeln ein Arzneimittelinformationssystem für Kinder und Jugendliche zu implementieren, das vermeidbare unerwünschte Ereignisse in der Arzneimitteltherapie sowie Medikationsfehler deutlich reduzieren soll.
"Kinder und Jugendliche sind bei der Versorgung mit Arzneimitteln derzeit immer noch benachteiligt", sagt die Erlanger Studienleiterin Antje Neubert. Für zahlreiche bei Erwachsenen zugelassene und in ihrer Wirkung umfassend erforschte Medikamente gibt es keine entsprechenden Studien bei Kindern und Jugendlichen. Daher können diese Medikamente nicht gleichermaßen sicher für Heranwachsende angewendet werden und dürfen nur in Ausnahmefällen verabreicht werden. "Dies gilt für eine große Zahl an behördlich nicht zugelassenen Medikamenten. Vor allem betrifft es Arzneimittel, deren Patentschutz abgelaufen ist und für die es in aller Regel weder gute Untersuchungen zur richtigen Dosis noch kindgerechte Darreichungsformen gibt", so Antje Neubert in einer Pressemitteilung der Uni.


Auch Krankenkassen profitieren

Im Rahmen des Innovationsfonds fördert der Gemeinsame Bundesausschuss nun das Projekt KiDSafe der Kinder-und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), um die Versorgung von Patienten sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich zu verbessern. "Dies ermöglicht erstmals in Deutschland durch eine systematische, groß angelegte Interventionsstudie, die Arzneimitteltherapiesicherheit bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern", sagt Professor Wolfgang Rascher, der Leiter der Kinderklinik. Durch die Einbeziehung der ambulant tätigen Ärzte sowie beteiligter Apotheker soll sektorübergreifend die Kompetenz der pädiatrischen Pharmakotherapie wesentlich gestärkt und verbessert werden. "Gleichzeitig werden neben den Patienten vor allem die Krankenkassen als Kostenträger durch Reduktion der Ausgaben für vermeidbare unerwünschte Nebenwirkungen oder Medikationsfehlern erheblich von unseren Studienergebnissen profitieren", so Rascher.
Am Forschungsprojekt beteiligt ist eine Vielzahl von Experten aus allen Bereichen der pädiatrischen Arzneimitteltherapie in Deutschland. Evaluiert wird das Projekt vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) in Mainz. Unterstützt wird das Konsortium von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) sowie einem wissenschaftlichen Beirat. red
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