Lauf

Arbeit erhöht das Selbstwertgefühl

Lauf — Das Recht auf Arbeit - wie wichtig dieses Grundrecht für jeden Menschen und ganz besonders für Menschen mit seelischen, geistigen und körperlichen Behinderungen ist, konnten...
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Die IG-Metall-Senioren informierten sich über die Arbeit der Laufer Mühle. Foto: privat
Die IG-Metall-Senioren informierten sich über die Arbeit der Laufer Mühle. Foto: privat
Lauf — Das Recht auf Arbeit - wie wichtig dieses Grundrecht für jeden Menschen und ganz besonders für Menschen mit seelischen, geistigen und körperlichen Behinderungen ist, konnten knapp 40 Mitglieder einer Seniorengruppe der IG Metall bei ihrem Besuch in der suchttherapeutischen Einrichtung Laufer Mühle erfahren.
Viele Menschen, so bekamen es die Gewerkschaftsmitglieder im direkten Austausch mit den suchtabhängigen Bewohner der Therapiestätte zu hören, wurden deshalb suchtkrank, weil sie zuvor ihre Arbeit und damit einen wichtigen Lebensinhalt verloren hatten.
"Durch eine Fusion wurden Arbeitsplätze in meiner Firma eingespart. Ich musste daraufhin gehen", erzählte Bewohner Peter, der aufgrund seines Alters schließlich keine neue Arbeitsstelle fand. "Den Frust über den Verlust meiner Arbeitsstelle und meine fehlgeschlagenen Versuche, einen neuen Arbeitsplatz zu finden, versuchte ich dann im Alkohol zu ertränken", berichtete Peter offen von dem Weg, der ihn in die Alkoholabhängigkeit führte. "Meine Partnerin wandte sich schließlich von mir ab, ich verschuldete mich, und schließlich wollten meine Kinder auch nichts mehr von mir wissen." So beschreibt Peter den Teufelskreis. Zunächst der Alkohol allein und dann in Kombination mit Psychopharmaka, die sein Hausarzt großzügig verschrieb, verschafften Peter vorübergehend das Gefühl, alles Leid vergessen zu können. "Am nächsten Tag kehrten aber die Probleme und Versagerängste mit geballter Wucht zurück - und der Weg aus dem Bett führte unweigerlich zur Schnapsflasche."
Über Arbeit und Beschäftigung finden die 140 Menschen, die in der Laufer Mühle aufgrund ihrer Suchtkrankheit behandelt werden, wieder Zugang zu ihren alten Fähig- und Fertigkeiten. Beim Rundgang lernten dann die Gewerkschaftssenioren die Arbeitsbereiche kennen und führten Gespräche mit den Betroffenen. "Wir sind beeindruckt, wie stolz die Bewohner von ihren vielfältigen Tätigkeiten berichten und wie sie darüber sprechen, dass sie dadurch an Selbstwertgefühl und Lebensqualität gewinnen", erzählt Herbert Dorn, der den Besuch organisiert hatte. "Wir müssen als Gewerkschafter alles tun, damit Menschen nicht unverschuldet ihre Arbeit verlieren und in der Folge in die Suchtabhängigkeit abrutschen", gab sich Dorn kämpferisch. red
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