Burgkunstadt

Anzeige hielt nicht stand

Urteil  Ein 20-Jähriger wollte sein Fehlverhalten übertünchen und erfand eine Geschichte. Das Gericht stellte das Verfahren nun vorläufig ein.
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von unserem Mitarbeiter Markus Häggberg

Lichtenfels — Weil er einem Augenkontakt bei der Befragung nicht standhielt, kam einem Polizisten so eine Idee: Kann es sein, dass der Mann, der Anzeige erstattet, flunkert? Die Anzeige gegen unbekannt, die ein 20-jähriger Lichtenfelser erstattet hatte, entbehrte tatsächlich jeder Grundlage. Das Vortäuschen einer Straftat kam am Donnerstag im Amtsgericht unter Vorsitz von Richter Armin Wagner zur Verhandlung.

"Eltern sind komische Leut'"

Bei Thurnau, so der bislang unbescholtene Lichtenfelser, sei am 10. Januar gegen 0.30 Uhr ein rechts neben ihm fahrender Lkw plötzlich nach links gezogen, woraufhin er mit seinem Pkw habe ausweichen müssen, so der Angeklagte. Dabei sei sein Auto sowie die Leitplanke beschädigt worden. Die Wahrheit, nämlich seinen Fahrfehler, wollte der Lichtenfelser seinen Eltern lieber verschweigen. So ließ er sich den Lkw einfallen, der ihn ungefähr bei Tempo 130 km/h überholt haben soll. Die Polizei nun also suchte nach dem Lkw, kam aber bald darauf, dass dieser wohl nie existierte. In der Vernehmung rückte der unsicher wirkende junge Mann schnell mit der Wahrheit heraus. In der Verhandlung durfte er sich über den Rückhalt seiner Familie wundern, denn die zeigte sich "nicht so schlimm wie erwartet", so Wagner. "Eltern sind schon komische Leut‘", fügte er noch an. Diese (Eltern) hatten dem Unfallfahrer nämlich längst den Zusammenstoß mit der Leitplanke verziehen. Am Ende der Verhandlung wurde auch gelächelt, denn gegen Ableistung von 30 Sozialstunden und einer dreimonatigen Teilnahme an einem Sozialprojekt wurde das Verfahren vorläufig eingestellt.

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