Kulmbach
Gericht 

An falsche Freunde geraten

Ein 49-Jähriger ließ sich zu diversen Diebstählen in Kulmbacher Baumärkten hinreißen. Mittlerweile hat er sein Leben wieder im Griff. Auch deshalb kam er mit einer Bewährungsstrafe davon.
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Weil er in Baumärkten wiederholt lange Finger gemacht hatte, hat das Kulmbacher Amtsgericht einen 49-Jährigen zu einer Berwährungsstrafe verurteilt. Symbolfoto: Jannis Mattar/dpa
Weil er in Baumärkten wiederholt lange Finger gemacht hatte, hat das Kulmbacher Amtsgericht einen 49-Jährigen zu einer Berwährungsstrafe verurteilt. Symbolfoto: Jannis Mattar/dpa
Stephan Herbert Fuchs

Werkzeug im Gesamtwert von fast 2000 Euro hatte ein 49-jähriger Bayreuther zum Teil in zwei Kulmbacher Baumärkten gestohlen, zum Teil über zwielichtige Hehler erworben. Weil er dazu auch noch unter Drogeneinfluss Auto gefahren ist, hat ihn das Amtsgericht Kulmbach zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt.
Aufgrund eines Arbeitsplatzverlustes war der Mann ganz offensichtlich vor einigen Jahren in die Kriminalität abgerutscht. Er lernte die falschen Freunde kennen, probierte Drogen aus und kassierte die eine oder andere Geldstrafe.
Zuvor hatte sich der Handwerker nie etwas zuschulden kommen lassen. "Ich war in schlechter Gesellschaft, der Verlust meines Arbeitsplatzes hat mein ganzes Leben durcheinander gebracht", entschuldigte sich der Angeklagte vor Gericht. So habe er sich zu den Taten hinreißen lassen, obwohl er das geklaute Werkzeug später kaum benutzt habe.
Die falschen Freunde waren es auch, die den Kontakt zwischen dem Angeklagten und den Hehlern herstellten. Offensichtlich wussten die Männer, dass der Mann an Werkzeug Interesse hat und so verkauften sie ihm zwei Kisten mit mehreren hochwertigen Akkuschraubern, Akku-Bohrhämmern und Einstichsägen zum Preis von jeweils 800 Euro. Der Neuwert der Ware lag bei jeweils rund 2000 Euro. Ganz offen räumte der Angeklagte vor Gericht ein, dass ihm schon klar gewesen sei, dass da etwas nicht stimmte, aber das habe er in Kauf genommen.


Detektiv kam ihm auf die Schliche

Den Vogel schoss der Handwerker dann am 25. Februar des vergangenen Jahres ab. Er machte sich über gleich zwei Kulmbacher Baumärkte her und klaute einen Laubbläser, Zangen, eine Werkzeugtasche und wieder einen Akkuschrauber im Gesamtwert von mehreren hundert Euro. Pech für ihn war diesmal, dass ihm ein Detektiv auf die Schliche kam. Ihm gegenüber hatte der Angeklagte seine Taten sofort zugegeben, viel mehr blieb ihm auch nicht übrig.
Zu allem Überfluss kam ihm die hinzugerufene Polizei auch noch dahinter, dass der Mann unter Drogeneinfluss stand und aufgrund von Crystal-Konsum am Abend zuvor absolut fahruntüchtig war. "Er kam mir gleich so abwesend und träge vor", sagte eine Polizistin. Doch der Alkoholtest habe 0,0 Promille ergeben. Erst als die Beamten im Auto des Mannes eine ganz geringe Menge Crystal fanden, wurden sie hellhörig und veranlassten einen Bluttest.
Wegen Diebstahls in zwei Fällen, Unterschlagung, Hehlerei in zwei Fällen und Trunkenheit im Verkehr verurteilte die Richterin den Angeklagten zu einem Jahr und zwei Monate auf Bewährung. Zusätzlich bleibt sein Führerschein für weitere zehn Monate gesperrt und der Angeklagte muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Wenn der Mann doch mit einer Bewährungsstrafe davonkam, dann wegen besonderer Umstände in der Tat und in der Täterpersönlichkeit. So hatte der Angeklagte von Anfang an alles zugegeben sowie Reue gezeigt. Auch lebe er seit Monaten abstinent, was er mit entsprechenden Tests auch nachweisen konnte.
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