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Augsfeld

An einem Brennpunkt der Flüchtlingsnot

"Wir diskutieren über die Flüchtlings-Problematik, als wäre es ein logistisches Problem und nicht ein menschliches". Das sagt Sandra Grimm und sie hat sich ...
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"Wir diskutieren über die Flüchtlings-Problematik, als wäre es ein logistisches Problem und nicht ein menschliches". Das sagt Sandra Grimm und sie hat sich entschlossen, für ein bisschen mehr Menschlichkeit in einem Flüchtlingslager in Griechenland zu sorgen.
Vier Wochen lang wird sie als Volonteer im Camp "Petras Olympous" arbeiten. Ihre Fähigkeiten als Lehrerin will sie dort einsetzen - und zielgerichtet Spendengelder, die sie derzeit einsammelt. "Schulmaterial ist dort Mangelware und auch an Hygieneartikeln wie Babywindeln fehlt es oft", erzählt Sandra Grimm. Die Realschullehrerin für Englisch und Religion lebt mit ihrem Mann in Augsfeld.


Engagement im Camp

Sie befasste sich, als sie im Herbst arbeitslos wurde, mit der Realität hinter den nachlassenden Flüchtlingsströmen und "war erschüttert". In Griechenland leben derzeit 57 000 Flüchtlinge unter solchen Umständen. Und dann werden dort ständig die Menschenrechte verletzt", sagt sie. Mittlerweile unterhält sie intensiven Kontakt zu Einzelpersonen und Teams, die in Griechenland in den Camps handfeste Hilfe leisten.
Nach der Auflösung von Idomeni entstanden viele kleinere Camps, vorwiegend vom Militär geführt - und nicht alle Camp-Kommandeure lassen Volonteers zu. In "Petras Olympous" dürfen sie arbeiten, erhalten auch offizielle Ausweise. Das weiß Sandra Grimm von dem Schweizer Team, dem sie sich vom 4. August bis 1. September anschließen wird.
In dem Camp leben 1500 Menschen, vorwiegend Jesiden, zur Hälfte Kinder und Jugendliche. Für sie ist die Camp-Schule, wo Sandra Grimm ihren Schwerpunkt sieht, sehr wichtig, aber auch eine sinnvolle Freizeitgestaltung.
Seit April hat Sandra Grimm eine befristete Anstellung. "Meine eigenen Kosten für Reise und Unterkunft kann ich also gut tragen". Darüber hinaus möchte sie aber eben auch materiell helfen. Von dem Geld, das sie bis zu ihrer Abreise einsammelt, möchte sie bedarfsgerecht in Griechenland einkaufen: Hefte, Stifte, Hygiene-Artikel oder Lebensmittel für die "community kitchen", wo die Flüchtlinge kochen können.


Kaum auszuhalten

"Petras Olympos" liegt 30 Kilometer von Thessaloniki entfernt, aber weit weg von der griechischen Zivilisation, weit weg vom Tourismus. Gerade kam eine Mail aus Petra. 35 Grad hat es dort, im Camp fehlt Schatten, in den Zelten ist es kaum auszuhalten. Eine echte Herausforderung für die Helfer ist die Hygiene.
Sandra Grimm liest das alles, von Mücken und Hitze, von sterbenden Kindern - und lässt sich nicht abschrecken, im Gegenteil sie ist entschlossener denn je, wenn sie diese Berichte bekommt. Das wird anders als die Ferien-Freizeiten, die sie früher betreut hat - ganz anders, aber sie will anpackend helfen.



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