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Ebensfeld

An diesem Abend hätte sogar Ernst Mosch seine helle Freude gehabt

"Aus Böhmen kommt die Musik" heißt ein bekannter Blasmusiktitel. Diesmal kam die böhmische Blasmusik allerdings aus Ebensfeld, als die Musikvereinigung zum ...
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Atemlos durch die Nacht ging es für die Ebensfelder Musiker. Fotos: p
Atemlos durch die Nacht ging es für die Ebensfelder Musiker. Fotos: p
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"Aus Böhmen kommt die Musik" heißt ein bekannter Blasmusiktitel. Diesmal kam die böhmische Blasmusik allerdings aus Ebensfeld, als die Musikvereinigung zum vierten Mal zu einem Böhmischen Abend in den Greßano-Saal eingeladen hatte. Trotz fortgeschrittener Stunde wurden die Ebensfelder Musiker nicht ohne mehrere Zugaben aus dem altehrwürdigen Saal entlassen.
Vorstand und Moderator Rudi Dierauf sowie Dirigent Robert Zillig hatten nicht zum ersten Mal ein abwechslungsreiches und informatives Programm zusammengestellt und damit einen Volltreffer gelandet. Unter dem Titel "Ernst Mosch - Ein Leben für die Musik" präsentierten die Ebensfelder anlässlich gleich zweier Geburtstage bekannte und auch weniger bekannte Titel des Meisters besonders der Böhmischen Blasmusik.
Würde Ernst Mosch noch leben, könnte er 2016 seinen 90. Geburtstag feiern, und genau 60 Jahre ist im April "sein" Orchester, die Egerländer Musikanten, auf den großen Bühnen der Welt unterwegs. Die Mitte der 50er Jahre aufkommende Popularität der Böhmischen Blasmusik war eher einem Zufall zu verdanken, da Ernst Mosch und seine Mitmusiker des Südfunk-Tanzorchesters sich dem Swing verschrieben hatten, die Pausen jedoch mit traditioneller Blasmusik ausfüllten. Das kam bei den Zuhörern bestens an.
In Ebensfeld glänzten bereits beim Walzer wieder einmal die beiden Sänger Franz Hornung und Reinhard Buss, die zweistimmig von der Heimat Egerland träumten. Während die "Gablonzer Perlen" von der alten Handwerkskunst erzählen, durfte bei der "Romanze für Tenorhorn" ein anderer seine ganze Kunst aufbieten: Fritz Kregler meisterte bravourös das Solostück für Tenorhorn, dem Instrument, das Mosch grundsätzlich bei den Egerländer Musikanten spielte. Einen Kontrast setzte dann das Stück "Happy Sound" aus der Platte "Memory", das 1971 erstmals mit einer Big Band-Formation der Egerländer Musikanten aufgenommen wurde. Während das Gesangsduo "Du mein Egerländer Musikant" besang, untermalte Dierauf den Abend immer wieder mit größtenteils eigenen Fotos von Land und Landschaft der Egerländer und Böhmen.
In der Goldenen Stadt Prag, damals ein politisch-kultureller Mittelpunkt Europas, traf man sich beim Walzer "Im schönen Prag". Mit seiner "Sehnsuchtspolka" blickte Mosch zum einen in seine alte Heimat, aber auch immer wieder in die weite Welt und insbesondere 1966 in die USA, wo die Musikanten in der Carnegie Hall aufspielten und einen regelrechten Boom auf Böhmisch auslösten.
Der Kleinste des Orchesters, Tim Endres, stand an seiner kleinen Trommel beim "Solotrommler Marsch" ganz im Mittelpunkt. So wie der letzte Titel "Musikantenlaune" hieß, hatten es die Musiker der Musikvereinigung Ebensfeld bei ihrem Publikum, das bis vom Jura nach Ebensfeld gekommen war, geschafft, gute Laune zu verbreiten. Mit drei Zugaben wurde das begeisterte Publikum letztlich auch selbst belohnt. red

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