Harsdorf
BR-Serie 

Am Koi-Teich tankt er Kraft

Seine japanischen Karpfen fressen Dieter Eichner aus der Hand. Der Garten des Harsdorfers ist preisgekrönt.
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Die japanischen Koi-Karpfen fressen Dieter Eichner aus der Hand. Foto: Adriane Lochner
Die japanischen Koi-Karpfen fressen Dieter Eichner aus der Hand. Foto: Adriane Lochner
"Das sind Spaghetti-Tuff-Steine", beginnt Dieter Eichner (63) die Führung durch seinen preisgekrönten Garten in Harsdorf. Bei dieser Art von Gestein lagert sich Kalk an den Wurzeln von Wasserpflanzen ab. Das Resultat sieht tatsächlich aus wie die in Stein gemeißelte italienische Nudelspezialität.
Im mediterranen Teil des Gartens geht es weiter, vorbei an prallen Spätburgunder-Trauben. "Diese eine Rebe wirft im Jahr um die 25 Kilo ab, das sind mehr als 20 Liter Rotwein, so dunkel wie Stierblut", schwärmt Eichner.


Es plätschert in allen Ecken

In seinem Garten plätschert es in allen Ecken. Der Hobby-Landschaftsarchitekt ist ein Spezialist für Wasseranlagen. Es wimmelt nur so von künstlich angelegten Bachläufen und Teichbecken. Aus einem davon steigt Nebel. "Das funktioniert durch Ultraschallzerstäubung. Meine Frau und ich sind das ganze Jahr über auf Gartenschauen unterwegs. Da holen wir uns Ideen", sagt Eichner.
Sein absoluter Lieblingsplatz liegt genau zwischen dem mediterranen Gartenabschnitt und dem asiatischen mit einem sorgfältig getrimmten Schwarzkieferbonsai. In einer Sitzecke stehen Korbmöbel, in die hell-gelbe Wand sind Jurafossilien eingemauert. Eingerahmt wird die Szene von Duftblätterrosen, die sich um eine Pergola winden. Von hier aus überblickt man fast die gesamte Gartenanlage sowie einen großen Teich, in dem sich ganz besondere Fische tummeln, weiß-rote Kohakus, metallisch-orange Matsubas oder rot-schwarze Sankes. Das sind unterschiedliche Varianten von Koi, edlen Zierkarpfen aus Japan. Die zahmen Fische fressen Eichner sogar aus der Hand.


Positive Lebenseinstellung

In ihrem Heimatland gelten Koi als Symbol für Zielstrebigkeit, Mut und Ausdauer. Eigenschaften, die Eichner selbst gebraucht hat, um schwere Krankheiten zu überwinden, die ihn beinahe das Leben gekostet hätten. Eine positive Lebenseinstellung habe ihm sehr geholfen, so Eichner, in seinem malerischen Garten habe er immer wieder Energie getankt. Während dieser schweren Zeit hat er einen Hang zum Außergewöhnlichen entwickelt. Das schlägt sich auch in seinem Garten nieder.
Das Gemüsebeet heißt "Naschmeile", im Hochmoorbeet lauern fleischfressende Pflanzen - und an der Nisthilfe für Wildbienen hängt ein Schild mit der Aufschrift "5 Sterne Hotel zur flotten Biene".
"An neuen Ideen mangelt es mir nicht", schmunzelt Dieter Eichner.

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