Neuhaus

Am Anfang steht eine heiße Ausbildung

Ausbildung  Beim sogenannten Truppmann lernen Feuerwehranwärter, was sie bei einem Einsatz alles können müssen. Das fängt mit einer umfangreichen Theorie an, aber auch die Praxis kommt bei der Ausbildung nicht zu kurz.
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Die fachgerechte In- und Außerbetriebnahme eines Hydranten musste im praktischen Teil der Prüfung unter Beweis gestellt werden.  Foto: mle
Die fachgerechte In- und Außerbetriebnahme eines Hydranten musste im praktischen Teil der Prüfung unter Beweis gestellt werden. Foto: mle
von unserer Mitarbeiterin 
Mona Lisa Eigenfeld

Neuhaus — Eine moderne Ausbildung, die den neuesten Ansprüchen der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern gerecht wird, haben 18 Feuerwehrleute aus Neuhaus, Röttenbach, Hemhofen und Zeckern in den vergangenen Monaten absolviert. Am Samstag stand die Abschlussprüfung in Neuhaus auf dem Programm.

Kompetenzen erwerben

Modulare Trupp Ausbildung (MTA) heißt der neue Ausbildungsleitfaden, der im vergangenen Herbst herausgegeben worden war. Als "Paradigmenwechsel" bezeichnet Erwin Bergner diese Neuerung im Bereich der Truppausbildung. Der Kommandant der Neuhauser Feuerwehr war als Lehrgangsleiter federführend für Organisation und Betreuung der Prüfung zuständig.
Den Vorteil der MTA sieht er in ihrer Praxisorientierung. Statt den bisherigen 180 Stunden müssen die Teilnehmer nun lediglich 110 Unterrichtseinheiten absolvieren. "Ziel ist das Erwerben von Kompetenzen, nicht das Absitzen von Stunden", betont Bergner. Die zu den einzelnen Themen angegebenen Stundensätze seien dabei nur als Richtwert und Planungshilfe zu verstehen. Je nach örtlichen Gegebenheiten und dem Lernfortschritt der einzelnen Lerngruppe könne diese Zahl variieren.
Auch Ausbilder Holger Seelbach empfindet die neue Regelung als "praxisgerechter". "Wenn man als Ausbilder merkt, dass die Teilnehmer alles Notwendige wissen und können, hat man die Möglichkeit, die Ausbildungszeit zu verkürzen", lobt der Zugführer der Neuhauser Wehr. Gemeinsam mit 13 Kollegen aus Röttenbach und Hemhofen war er als Ausbilder im Rahmen der MTA tätig.

Viel Theorie - dann die Praxis

An den verschiedenen Stationen wurden am Samstagvormittag unter anderem Erste-Hilfe-Kenntnisse, das fachgerechte Anlegen eines Brustbundes, einem Rettungsknoten für die Einsatzkräfte, sowie Wissen zum neuen Digitalfunk abgeprüft. Daneben mussten die Teilnehmer ihre praktischen Fähigkeiten bei der Nutzung eines Hydranten unter Beweis stellen und eine Schlauchbrücke aufbauen.
In einem ausführlichen Theorieteil galt es, 50 Fragen zu beantworten. Zwölf Experten aus dem Landkreis nahmen die Prüfung ab. Bereits vor dieser Abschlussprüfung war ein Großteil der Unterrichtseinheiten in Neuhaus bestritten worden. "Durch unser neues Gelände mit dem großen Gerätehaus haben wir schließlich ideale Voraussetzungen", weiß Kommandant Bergner.
In den Teilnehmerreihen fanden sich überwiegend Nachwuchsfeuerwehrler. So auch die 18-jährige Sandra Nitsch. Sie war eine von insgesamt drei Teilnehmerinnen und bei allen Ausbildungsterminen seit Januar anwesend. Zwar ist sie schon seit sechs Jahren bei der Feuerwehr aktiv, aufgrund ihres Alters habe sie aber erst bei wenigen Einsätzen dabei sein können. "Besonders gut finde ich die Übung mit dem Hydranten. Aber auch Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer bewusstlosen Person aufzufrischen, ist immer wieder wichtig", meint die junge Frau.
Als Basisausbildung sei die MTA Voraussetzung für weitere Lehrgänge an der Feuerwehrschule, wie beispielsweise eine Maschinistenausbildung oder den Aufstieg zum Gruppenführer, weiß Erwin Bergner. Die Möglichkeit dieser Weiterbildungen zieht beispielsweise Eugen Schwender in Erwägung. Er war einer der etwas erfahreneren Teilnehmer und auch mit der bisherigen Prozedur vertraut. "Geändert hat sich eigentlich nur der Prüfungsablauf, inhaltlich ist alles gleich geblieben. Viele Bereiche werden aber zusammengefasst und unnötige Wiederholungen somit vermieden", berichtet der Neuhauser. Diese Tendenz zu handlungsorientierter Ausbildung soll sich von nun an in den Lehrgängen aller Feuerwehren niederschlagen.
Viele Wehren des Landkreises sind nach ihren erfolgreichen Prüfungen bereits bestens an die veränderten Anforderungen angepasst.






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