Neudrossenfeld

Altenheim mit neuem Konzept

Neubau  In Neudrossenfeld wird für über acht Millionen Euro eine neue Pflegeeinrichtung geschaffen. Die 60 Bewohner sollen in Hausgemeinschaften in den Alltag eingebunden werden. Sie können kochen oder bei der Pflege des Kräutergartens helfen.
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von unserem Redaktionsmitglied 
alexander Hartmann

Neudrossenfeld — Die Heimbewohner sollen mit kochen, den Kräutergarten pflegen oder auch mal die Wäsche zusammenlegen. "Wir beschreiten da ein völlig neues Konzept", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Jürgen Dippold, der von einer "Weiterentwicklung des bisherigen Pflegeheimes" spricht.
Das erste Heim im Landkreis Kulmbach, das nach dem Hausgemeinschaftsprinzip des Kuratoriums Deutsche Altenpflege arbeitet, entsteht in Neudrossenfeld. Für acht bis neun Millionen Euro wird zwischen der Kantnersleite und dem Friedhof das "Haus Rotmaintal" gebaut, das auf zwei Etagen 60 Plätze bietet. "Die Bewohner werden in vier Gemeinschaften zu je 15 Personen leben", sagt Dippold, der für den BRK-Kreisverband spricht. Das Rote Kreuz betreibt das Heim. Um die Investoren, den Vertrieb und die Verwaltung kümmert sich der Bauherr, die Firma SH GmbH Projektentwicklungs KG aus Pfarrkirchen.
"Jeder Bewohner wird so in den Alltag einbezogen, wie er es kann und möchte. Dies unterscheidet uns von den bekannten Strukturen der Alten- und Pflegeeinrichtungen", erläutert Dippold. Soweit wie möglich sollten die Bewohner auch in das Dorfleben integriert werden. Das sei hier möglich, liege das Heim doch zentral und nur wenige Meter vom Marktplatz entfernt.

36 Einzelzimmer

36 Einzelzimmer entstehen, 16 Zimmer, die rollstuhlgerecht sind, sowie vier Doppelwohn einheiten, in denen zwei Personen je ein eigenes Zimmer haben und sich das Badezimmer teilen.
Schon im Frühjahr soll die Grundsteinlegung auf dem 6350 Quadratmeter großen Grundstück erfolgen. "Für Neudrossenfeld ist es ein Glücksfall", sagt Bürgermeister Harald Hübner (CSU). Seien Senioren aus der Gemeinde bisher nach Bindlach oder auch Thurnau ausgewichen, so könnten diese bald in ihrem gewohnten Umfeld den Lebensabend verbringen.
Dass sich sowohl der frühere Bürgermeister Dieter Schaar (FW) als auch Harald Hübner für das Seniorenheim eingesetzt hätten, stellt BRK-Kreisvorsitzender Klaus Peter Söllner heraus. Neudrossenfeld, das eine positive Entwicklung genommen habe und fast 4000 Einwohner zähle, sei ein geeigneter Standort. Da ein großer Teil der Bevölkerung für die Einrichtung sei, habe das BRK das Projekt in Angriff genommen, so der Landrat.

Die Nachfrage ist vorhanden

Auslastungsprobleme wird das "Haus Rotmaintal" nicht haben. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass eine Prognose bis 2020 den Bedarf von 300 zusätzlichen stationären Pflegeplätzen im Landkreis sieht. Es gebe auch schon zehn konkrete Anfragen für einen Platz, sagt Jürgen Dippold, nach dessen Worten in Neudrossenfeld 38 neue Arbeitsplätze entstehen.

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