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Rattelsdorf

Altendorf kann sich einiges leisten

Haushalt  Die Gemeinde investiert weiter kräftig, ohne Kredite aufnehmen zu müssen. Die Kämmerin mahnt dennoch zur Sparsamkeit, denn es stehen Großprojekte wie die Bahnunterführung vor der Tür.
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Das neue TLF 4000 der Altendorfer Feuerwehr. Die Gemeinde Altendorf hat auch in diesem Jahr wieder viele Investitionen in die Infrastruktur vor. Der Brandschutz gehört zu den gemeindlichen Pflichtaufgaben. In diesem Jahr sind Investitionen für die Umstellung auf den Digitalfunk geplant und die Endabrechnung für das neue Feuerwehrauto TLF 4000 liegt vor.  Foto: Andrea Spörlein
Das neue TLF 4000 der Altendorfer Feuerwehr. Die Gemeinde Altendorf hat auch in diesem Jahr wieder viele Investitionen in die Infrastruktur vor. Der Brandschutz gehört zu den gemeindlichen Pflichtaufgaben. In diesem Jahr sind Investitionen für die Umstellung auf den Digitalfunk geplant und die Endabrechnung für das neue Feuerwehrauto TLF 4000 liegt vor. Foto: Andrea Spörlein
von unserer Mitarbeiterin  Andrea Spörlein

Altendorf — Kämmerin Anja Weinig stellte in der Sitzung des Altendorfer Gemeinderats die Zahlen für den Haushalt 2015 vor. Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 5 585 325 Euro und gliedert sich in den Verwaltungshaushalt mit 3 654 924 Euro und den Vermögenshaushalt mit 1 930 401 Euro.
Kreditaufnahmen sind für dieses Jahr wieder nicht vorgesehen. Es wurde versucht, nahezu alle Investitionswünsche des Gemeinderats möglich zu machen. Diese sind in einer Höhe von rund 1,9 Millionen Euro geplant. Altendorf bleibt weiterhin schuldenfrei, bekommt in diesem Haushaltsjahr aber keine Schlüsselzuweisungen mehr.
2008 lag der Umfang des Vermögenshaushaltes noch bei ca. 19 Prozent des Gesamthaushaltes. Da kontinuierlich weiter investiert wurde, liegt er derzeit bei rund 35 Prozent. Im Hinblick auf die anstehenden Großprojekte, insbesondere die Bahnunterführung, mahnte Kämmerin Weinig jedoch "zum sparsamen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen".
Die Gemeinde plant in diesem Jahr Einnahmen unter anderem aus der Gewerbesteuer von 1,4 Millionen Euro, aus der Einkommensteuer von einer Million Euro, aus Gebühren- und Mieteinahmen von 360 000 Euro und aus der Umsatzsteuer von rund 98 000 Euro. Dem gegenüber stehen Ausgaben von einer Million Euro für Personalausgaben, 891 342 Euro Kreisumlage und 591 589 Euro für den Betriebskostenaufwand.
Für das laufende Haushaltsjahr sind wieder umfangreiche Investitionen vorgesehen. So zum Beispiel für den Erwerb von Grundstücken 500 000 Euro, für die Bahnübergangsbeseitigung 311 000 Euro, für Tiefbaumaßnahmen 213 300 Euro und für die Straßenerschließung im Baugebiet "Mühlwiesen" 180 000 Euro. 245 500 Euro sind für den Erwerb von beweglichen Sachen für die örtliche Feuerwehr veranschlagt worden. Insbesondere die Endabrechnung für das TLF 4000, dem neuen Fahrzeug der Altendorfer Feuerwehr, ist hierin enthalten.
Die Hebesätze der Gemeinde Altendorf bleiben für das Jahr 2015 unverändert, obwohl das Landratsamt in seiner Stellungnahme zu den letzten Haushalten immer wieder eine Erhöhung angeraten hat. Sie liegen bei der Grundsteuer A und bei der Grundsteuer B bei 280 v. H. sowie bei der Gewerbesteuer bei 300 v H. Damit liegt die Gemeinde im Vergleich zu den anderen Kommunen im Landkreis Bamberg im unteren Mittelbereich. Die Kämmerin regte an, "über eine Erhöhung der Hebesetze nachzudenken, um die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Kommune zu erhalten".
Nach kurzer Diskussion verabschiedete der Gemeinderat den Haushalt 2015 mit integriertem Stellenplan sowie die Finanzplanung bis 2018 einstimmig.
Altendorfs Bürgermeister Karl-Heinz Wagner (CSU) informierte den Gemeinderat über Abstimmungsgespräche mit seinen Bürgermeisterkollegen aus Buttenheim und Hirschaid hinsichtlich der Anpassung der Gebühren in den jeweiligen kommunalen Kindertagesstätten. Er schlug vor, die Gebühren in der Kindertagesstätte Kürbisland im Kindergartenbereich bei einer Buchungszeit von vier bis fünf Stunden und von sieben bis acht Stunden um jeweils 10 Euro zu erhöhen. Die anderen Gebühren bleiben gleich. Damit liegt man in Altendorf noch unter den Gebühren der Hirschaider Einrichtungen und auf dem gleichen Niveau wie in Buttenheim.

Erhöhung auch für die Krippe

Im Krippenbereich soll es zu einer Erhöhung im Buchungszeitraum von drei bis vier Stunden um 15 Euro und im Zeitraum von vier bis fünf Stunden um fünf Euro kommen. Der Bürgermeister rechtfertigte die "geringen Anpassungen mit der hohen Qualität des Angebots in der Altendorfer Kindertagesstätte" und dem "jährlichen Defizit von rund 300 000 Euro in diesem Bereich".
Insbesondere Gemeinderätin Bettina Knörrlein (CSU) sprach sich gegen eine Erhöhung aus. Nach ihrer Ansicht braucht man keinen Vergleich mit den anderen Einrichtungen in den Nachbargemeinden, die "relativ" niedrigen Altendorfer Gebühren seien "eine Investition in die Familien." Trotzdem wurde die Anpassung, bei zwei Gegenstimmen, mit Wirkung zum 1. September beschlossen. Eine Elternbefragung nach dem Bedarf an zukünftigen Betreuungszeiten in der Kindertagesstätte brachte nur einen geringen Rücklauf. Bürgermeister Wagner teilte mit, dass alle Gruppen voll belegt sind und Wartelisten geführt werden. Es kann vermutet werden, dass die Kinderzahlen im nächsten Kindergartenjahr in der gleichen Stärke bleiben, wie es aktuell der Fall ist.
Bürgermeister Wagner informierte über weitere Gespräche zum Thema "Glasfaser in jedes Haus". Für ihn ist der Aufbau eines eigenen Glasfasernetzes weiter ganz oben auf der Tagesordnung. Hierzu hat es auch schon Abstimmungsgespräche im Landratsamt und weitere Gespräche mit den Gemeinden Buttenheim und Pettstadt gegeben. Nach einem Seminar beim Bayerischen Gemeindetag will er erneut im Gemeinderat berichten.

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