Trossenfurt

Als die Ministranten sich noch hinter dem Trossenfurter Altar umzogen...

Zahlreiche Zuhörer ließen sich von Kreisheimatpfleger Christian Blenk (Kirchaich) im Bürgertreff "Sternstübla" in Trossenfurt mit auf eine Zeitreise in die ...
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Christian Blenk bei seinem geschichtlichen Vortrag  Foto: sw
Christian Blenk bei seinem geschichtlichen Vortrag Foto: sw
Zahlreiche Zuhörer ließen sich von Kreisheimatpfleger Christian Blenk (Kirchaich) im Bürgertreff "Sternstübla" in Trossenfurt mit auf eine Zeitreise in die Geschichte von Trossenfurt und Tretzendorf nehmen. Nachdem ein erster Vortrag über die Frühgeschichte im Aurachgrund auf viel Interesse gestoßen war, freute sich die Leiterin der Initiative "Bürger helfen Bürgern", Anita Amend, dass Christian Blenk weitere geschichtliche Referate halten wird.
Fast unüberschaubar sind die vielen Grundherren, die einst Besitzungen in Trossenfurt und Tretzendorf hatten. Das Gründungsdatum der heute zusammengebauten Dörfer festzulegen, fällt schwer, denn erst ab 1300 gibt es Lehensbücher der Diözese Würzburg und nur urkundliche Erwähnungen zählen. Schon 1307 taucht Trossenfurt in den Lehensbüchern auf, von Tretzendorf gibt es eine urkundliche Erwähnung 1279.
Christian Blenk, selbst in Trossenfurt geboren und später nach Kirchaich gezogen, befasst sich als Kreisheimatpfleger mit vielen Orten im Landkreis, besonders intensiv natürlich mit seiner Heimatgemeinde Oberaurach. So konnte er viel erzählen, was er in den Archiven gefunden hat. Von der Entvölkerung im Dreißigjährigen Krieg, vom Zehnten für den Grundherren und von Flüchtlingswellen.
Ein Blick in die Bevölkerungsstatistik gibt viele Aufschlüsse. So machten die Zahlen deutlich, wie hoch die Kindersterblichkeit noch vor 150 Jahren war. Von elf Verstorbenen in Trossenfurt im Jahr 1877 waren neun Kinder bis zum fünften Geburtstag.
Auch der Entwicklung der Jakobus-Kirche wurde ein besonderes Augenmerk geschenkt. Ein erster Anbau erfolgte 1920, dann viele weitere. Unterhalb der Kirche standen früher das Schulhaus und die Lehrerwohnhaus; heute findet sich dort die Feuerwehr. Viele Erinnerungen wurden bei den Zuhörern wach an die Zeiten, zu denen sich die Ministranten noch hinter dem Altar umzogen, weil es keine Sakristei gab. An Gasthäuser, die es heute nicht mehr gibt, den Felsenkeller der Büttner'schen Brauerei mit der Kegelbahn und den Lehrer Storch. Der war auch Organist, wie das damals üblich war. Und angeblich hat er so viel geschnupft, dass die Orgel teuer gereinigt werden musste, weil sein Schnupftabak in alle Fugen rieselte.
Die Nicht-Trossenfurter und Nicht-Tretzendorfer erfuhren, dass es hier einst eine Ziegelei gab, und die Sage von den vier Linden an der früheren Aurachbrücke erzählte Christian Blenk, der seinen Vortrag mit dem Aufruf beendete, sich an ihn zu wenden, wenn alte Karten, Bilder oder sonstige Unterlagen plötzlich auftauchen. "Ich kopiere das und Sie bekommen es zuverlässig zurück", versprach er. sw

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