Coburg

Als Lehrer zu Befehlsempfängern degradiert wurden

Der BLLV habe erreicht, dass im Nachtragshaushalt ab kommendem Januar 1079 neue Lehrerstellen geschaffen werden, eine Folge des anhaltenden Flüchtlingsstromes. Dies meldete bei der...
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Ehrungsnachmittag des Lehrerverbandes (von links): Max Lachner, Kerstin Meyer, Heinz Wittmann, Dieter Eberwein, Renate Weichelt, Christa Knorr, Hartmut Korndörfer, Kurt Wirth, Gerhard Motschmann, Petra Knoch und Vorsitzende Gisela Jahreiß  Foto: Rudolf Holzheu
Ehrungsnachmittag des Lehrerverbandes (von links): Max Lachner, Kerstin Meyer, Heinz Wittmann, Dieter Eberwein, Renate Weichelt, Christa Knorr, Hartmut Korndörfer, Kurt Wirth, Gerhard Motschmann, Petra Knoch und Vorsitzende Gisela Jahreiß Foto: Rudolf Holzheu
Der BLLV habe erreicht, dass im Nachtragshaushalt ab kommendem Januar 1079 neue Lehrerstellen geschaffen werden, eine Folge des anhaltenden Flüchtlingsstromes. Dies meldete bei der Jahresabschlussversammlung des BLLV-Kreisverbandes Coburg/Land die Kreisvorsitzende Gisela Jahreiß bei der Begrüßung der zahlreich anwesenden Mitglieder.
Neben den Ehrungen von Mitgliedern beschäftigten sich die Lehrer damit, was ihre früheren Kollegen während der NS-Zeit erdulden mussten. Gerhard Motschmann referierte zu diesem Thema.
Vor der Machtergreifung der Nazis hatten sich die Mitglieder des Bezirks-Lehrervereins Rodach monatlich zu einer Konferenz getroffen. Im Januar 1933 aber brach eine neue Zeit an. Im April trat die gerade erst gewählte Vorstandschaft des Lehrervereins Rodach zurück. Es gab Neuwahlen im Mai, bei der Mitglieder der NSDAP zum Zuge kamen. Auf der Bezirksdelegiertenversammlung in Lichtenfels wurde nach dem Prinzip der Gleichschaltung den nationalsozialistischen Delegierten die vom Kultusminister Hans Schemm gewünschte Taktik vorgetragen und eine Liste für die Neuorganisation des oberfränkischen Bezirkslehrervereins aufgestellt. Schemm war Gründer des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Im BLV Rodach hatten die Referate nun andere Themen: über "Rasse, Rassehygiene und Schule", den Begriff "arisch" und über "wehrpolitische Erziehung."
Im Jahre 1934 wurde der Bayerische Lehrerverein aufgelöst. Seine Mitglieder wurden in den NSLB übernommen. Aus Lehrern wurden Befehlsempfänger. In sämtlichen Schulen mussten schon 1935 Luftschutz-Obleute aufgestellt werden.
Im Krieg wurden viele Lehrer eingezogen. Nach der Kapitulation wurden die meisten Lehrer entlassen. Der Unterricht entfiel 1945 von März bis Anfang Oktober. Es kam zur Entnazifizierung vor der Spruchkammer. Als Belastete eingestufte Kollegen erhielten mehrere Monate im Arbeitslager oder Verpflichtung zur Sonderarbeit. Lehrer erhielten mehrjähriges Berufsverbot, und die meisten Betroffenen mussten einen hohen Geldbetrag zahlen.
Langjährige Mitglieder wurden geehrt: für 25 Jahre Mitgliedschaft: Kurt Wirth und Ute Pechtold, für 30 Jahre Christine Wolz, für 35 Jahre Waltraud Brückner, Jutta Waltes, Ursula Kunze-Hümmer und Petra Knoch, für 40 Jahre Alexander Stich und Elisabeth Grosskreuz, für 45 Jahre Andreas Fenßlein, Beate Telser und Renate Weichelt, für 50 Jahre Hartmut Korndörfer, für 55 Jahre Dieter Eberwein, für 60 Jahre Gerhard Motschmann und für 65 Jahre Mitgliedschaft Lise-Lotte Schwietzke, Rolf Wohlleben, Hildegard Sauerbrei, Christa Knorr und Heinz Wittmann. Irmgard Secker


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