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Herzogenaurach

Als Bauleiter hat Heinz Neugebauer das Gesicht der Stadt mitgeprägt

Seinen 90. Geburtstag hat am Sonntag in Herzogenaurach Heinz Neugebauer im Kreis seiner Familie begangen. Als Bauleiter einer Baufirma hat er das Gesicht vo...
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Neben der Familie gratulierten Heinz Neugebauer (vorne) auch Dritter Bürgermeister Georgios Halkias, stellvertretender Landrat Christian Pech und Pfarrerin Andrea Schäfer. Foto: Manfred Welker
Neben der Familie gratulierten Heinz Neugebauer (vorne) auch Dritter Bürgermeister Georgios Halkias, stellvertretender Landrat Christian Pech und Pfarrerin Andrea Schäfer. Foto: Manfred Welker
Seinen 90. Geburtstag hat am Sonntag in Herzogenaurach Heinz Neugebauer im Kreis seiner Familie begangen. Als Bauleiter einer Baufirma hat er das Gesicht von Herzogenaurach mitgeprägt.
Geboren wurde Neugebauer am 26. Februar 1927 in Kreuzburg in Oberschlesien. Aufgewachsen ist er bei seiner Großmutter. Nach der Mittelschule, die er 1941 in Kreuzburg abschloss, war sein Berufswunsch, Polizist zu werden. Da er dazu zu jung war, lernte er als Anwalts- und Notariatsgehilfe in Kreuzburg und machte im Jahr 1943 in Regensburg seinen Abschluss. Danach wurde er erst zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Wehrmacht eingezogen.
Als Melder wurde er bei Bastogne von den US-Amerikanern gefangengenommen. Diese lieferten ihn an die Franzosen aus, bis 1949 arbeitete er in einem Bergwerk. Nach seiner Entlassung kam er zu seiner Mutter, die in Sulzbach-Rosenberg lebte. 1951 heiratete er Margitta Geißler, die es aus Leipzig in die Oberpfalz verschlagen hatte. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor.
Arbeit fand er zunächst bei der Baufirma Stöhr aus München, wo er sich zum Polier hocharbeitete. Da er nicht nach München wechseln wollte, arbeitet er ab 1951 bei der Baufirma Plank in Amberg.


Beeindruckende Technik

Mit der Firma Plank errichtete er in Münchaurach mithilfe einer Zugschalung das Lagerhaus. Dieses neuartige Verfahren machte Furore, und die Firma konnte auch ein Gebäude der Baywa in Herzogenaurach mittels Zugschalung errichten. Der schnelle Baufortschritt blieb auch Georg Schaeffler, dem jüngeren der beiden Schaeffler-Brüder, nicht verborgen. Er fragte an, ob das Bauunternehmen auch bei der Firma Schaeffler tätig werden könnte.
Quasi zum "Einstand" baute die Firma Plank die Halle T 20 um. Im Laufe der Jahre arbeitete Neugebauer viel mit dem damaligen Prokuristen Wolfgang Falck zusammen. Da die Auftragslage in Herzogenaurach weiterhin gut war, errichtete sich Neugebauer in der Dr.-Walther-Straße ein eigenes Wohnhaus. Im Juli 1972 wurde mit dem Bau begonnen, im Dezember konnte er mit seiner Familie, die aus der Oberpfalz nachkam, bereits einziehen.
Allerdings konnte sein Arbeitgeber in Herzogenaurach nur schwer Arbeiter bekommen, alle waren bei Schaeffler, Adidas oder Puma in Lohn und Brot. Daher warb die Firma Plank vor allem Arbeiter aus dem Bayeri-schen Wald an. Je nach Beschäftigungslage eingestellt, waren 40 bis 80 für die Firma tätig. Das Betriebslager von Plank war in Neundorf, wo die Mitarbeiter auch unter der Woche übernachten konnten.
Mit seinem Chef Karlheinz Link hat Neugebauer zahlreiche Bauprojekte in Herzogenaurach umgesetzt. Bei Puma musste Neugebauer sogar einen Richtspruch halten, da der Zimmermann verhindert war, wie er sich erinnert.
Mit 65 Jahren ging Neugebauer 1992 in Rente. Seine Frau starb vor zwei Jahren, auch sein Sohn Dieter ist inzwischen verstorben. Sein Sohn Dieter hatte mit seiner Ehefrau Anni die Kinder Tanja und Ruth, seine Tochter Petra, verheiratete mit Günther Nagel, die Kinder Kai und Rebekka. Inzwischen kann sich Neugebauer auch über zwei Urenkelinnen freuen, Caecilia und Ziva.

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