Forchheim

Allianz schießt sich auf Csepai ein

Die "Forchheimer Allianz für den freien Sonntag" hat bei ihrem jüngsten Treffen massiv Kritik an dem neuen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Michael Csepai, geübt. Die Interessen...
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Die "Forchheimer Allianz für den freien Sonntag" hat bei ihrem jüngsten Treffen massiv Kritik an dem neuen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Michael Csepai, geübt. Die Interessengruppe unterstellt, dass ihm Umsatz wichtiger als der Mensch sei.
Schon im Jahr 2013 habe die Allianz in einer Umfrage festgestellt, dass der überwiegende Teil der an der Umfrage beteiligten Geschäftsleute gegen vier verkaufsoffene Sonntage ist. Diese anonyme Umfrage wurde aber von der Mehrheit des Stadtrates ignoriert. "Das hat uns aber gezeigt, dass nicht alles, was ein Werbegemeinschaftsvorsitzender durchsetzt, auch von den Betroffenen so gewollt ist", heißt es in einer Pressemitteilung der Allianz.


Interesse an Familienleben?

Michael Csepai habe die Diskussion nun erneut verschärft - auch mit Unterstützung der CSU-Fraktion. "Menschlichkeit und Gesetzesvorgaben sind für ihn Fremdwörter", attackiert die Allianz. Bei dem Vorschlag einen verkaufsoffenen Sonntag am Muttertag zu beantragen, stellt sich für die Initiative die Frage, ob Csepai noch Interesse an einem intakten Familienleben habe. Dass der neue Chef der Werbegemeinschaft diesen Vorschlag wieder zurückgenommen und einen anderen Sonntag ins Spiel gebracht hat, ändert offenbar nichts an der negativen Bewertung seiner Person durch die Allianz.


Mahnung an die Stadträte

Die Interessengruppe betont: Laut derzeitiger Rechtslage sind Öffnungszeiten von Geschäften nur in Verbindung mit größeren Märkten und kulturellen Ereignissen bis zu viermal im Jahr zulässig und das ausdrücklich nur für Geschäfte in unmittelbarer Nähe vom Marktgeschehen. Wörtlich schreibt die Allianz: "Wir hoffen sehr, dass alle vereidigten Stadträte/innen - auch die der CSU-Fraktion - sich an diese Gesetzgebung halten, wenn es darum geht, zu entscheiden, ob Baumärkte und Möbelgeschäfte am Stadtrand eine Genehmigung zur Sonntagsöffnung bekommen sollen."
Für die marktnahen Geschäfte solle dem Wunsch der Betroffenen nachgegeben werden, dass zwei verkaufsoffene Sonntage reichen. Interneteinkäufe stellten eine Konkurrenz dar. Sie seien schädlich für alle Einzelhändler, aber es dürfe ernsthaft bezweifelt werden, dass dies mit verkaufsoffenen Sonntagen auszugleichen sei. Selbst Öffnungszeiten von 24 Stunden täglich und an 365 Tagen würden die Online-Konkurrenz nicht ausbooten können. "Vier verkaufsoffene Sonntage sind mit Sicherheit kein Garant für das Überleben einzelner Geschäfte", betont die Allianz.


Arbeitsplätze nur ein Vorwand

Qualität, Beratung und Service in den Geschäften an Werktagen sei immer noch die beste Garantie für zufriedene Kunden und sichere Arbeitsplätze. Die Sicherung von Arbeitsplätzen mit Sonntagsarbeit zu begründen, sei nur ein Vorwand. Deshalb bekundet die Initiative: "Wehret den Anfängen im Interesse aller abhängig Beschäftigten." red

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