Kronach

Afrika in Kronach erleben

Kultur  Am Samstag ist wieder Afrikafest in den Räumen des Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter. Um 10.30 Uhr geht's los - mit Austausch, Kulinarischem und ganz viel Musik.
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Kronach — Zum vierten Mal lädt das Orgateam des Afrikafestes Kronach am Samstag, 25. Juli, alle Afrika-Begeisterten und Neugierigen auf das Gelände des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs Struwwelpeter an der Rodacher Straße. Ab 10.30 Uhr öffnet sich für einen Tag eine Tür zum "schwarzen Kontinent", wie die Veranstalter mitteilen.
Mitten in Kronach lässt sich dann "Afrika hautnah erleben" - mit energiegeladenen Musikdarbietungen internationaler und regionaler Künstler, kostenlosen Workshops, einem lebhaften Basar und viel Atmosphäre. Der Eintritt ist frei.

Mit allen Sinnen erfahren

Das 4. Kronacher Afrikafest startet um 10.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Dieser findet im Saal im Obergeschoss des "Struwwel" statt. Das eigentliche Geschehen spielt sich jedoch auf dem Gelände vor dem Jugend- und Kulturtreff beziehungsweise in der angeschlossenen Scheune ab: Von 12 Uhr an bietet sich Besuchern hier die Gelegenheit, Afrika mit allen Sinnen zu erfahren. Auf einem bunten Basar werden typisch afrikanische Gerichte und Produkte feil geboten. Außerdem können sich die Gäste über verschiedene Hilfsprojekte informieren. Zum Beispiel können Bilder, die die Stockheimer Evi und Günther Scheler bei einer Reise in den westafrikanischen Staat Benin mit Schülern gemalt haben, käuflich erworben werden. Die Erlöse der Bilder fließen als Spenden an die Schule im Benin.
Die Besucher erwarten mitreißende Musikdarbietungen namhafter Künstler aus Afrika und der Region. Von Anfang an mit dabei sind die Lokalmatadore der afrikanischen Musikszene in Kronach, die Gruppe "Kummazamm". Zusammen kamen diese Djembe-Spieler und Tänzerinnen, als sie vor rund drei Jahren begannen, gemeinsam Musik zu machen. Bei Großmeistern der Trommelkunst wie Famoudou Fonate lernten sie. Heute begeistern sie deutschlandweit auf Afrika-Festivals mit ihrer Spielfreude, lebendigen Rhythmen und energetischem Gesang und Tanz.

Instrumentaler Reichtum

Die Gruppe "Djembetreff" um Initiator Adam Michnik heizt dem Publikum am Nachmittag mit afrikanischen Beats ein. Dazu gibt Adam Michnik Workshops an Kronacher Schulen und vor Ort beim Afrikafest.
Höhepunkte des Programms werden die Auftritte eines weltbekannten Trommlers sein: Pape Samory Seck stammt aus der bekannten senegalesischen "Griot Familie" Seck und wuchs in der Hauptstadt Senegals (Dakar) im Musikerviertel Pikine auf. Er ist mit vielen Instrumenten wie Djembé, Djoun Djoun, Sabar, Serouba, Bougarabou, Asico und Tama (Talking Drum) vertraut. Was das ist, erfahren Sie am Samstag.

Lernen von einem Meister

Seck erhielt seine musikalische Ausbildung im Familienclan und von bekannten senegalesischen Künstlern wie Mousse Pathe M`Baye. Er studierte seine Kunst im Centre Culturel Blaise Senghor und im Ecole Nationale des Arts. Seit 1997 lebt er in Deutschland und gilt als einer der gefragtesten Perkussionisten afrikanischer Rhythmen.
In seinem Unterricht ist es ihm besonders wichtig, den Menschen einen Einblick in die ausdrucksstarke Kultur des Senegals und besonders seiner Musiktradition zu gewähren. Hierbei nutzt er die über viele Generationen weitergegebenen Geschichten, in die lediglich die "Griots" eingeweiht sind. Pape lehrt nicht nur gängige, für Europäer leicht zu verstehende Rhythmen und Tempi, sondern gerade die traditionellen Stücke. Dem Publikum des "4. Kronacher Afrikafestes" wird Pape Samory Seck einen kostenlosen Workshop geben. Das musikalische Highlight des Abends ist wie immer das große Abschlusskonzert um 20 Uhr. Dann treten "Pape Samory Seck", "Kummazamm" und "Djembetreff" noch einmal gemeinsam auf die Bühne, um einem ereignisreichen Tag einen gebührenden Abschluss zu schenken.
Das Kronacher Afrikafest fand erstmals 2012 statt. Von Anfang an lockte es mehr als 1000 Besucher ins oberfränkische Kronach. Organisiert wird das Fest von Mitarbeitern des Jugendzentrums Struwwelpeter, der Migrationsberatung des Diakonischen Werkes Kronach/Ludwigsstadt-Michelau, zahlreichen Ehrenamtlichen aus der Musik- und Tanzszene sowie in diesem Jahr auch verstärkt von engagierten Menschen aus dem Kirchenbereich.

Es geht um Austausch

Ziel der Veranstalter ist es nicht nur, ein fröhliches Beisammensein zu gestalten. Vor allem der kulturelle Austausch und die Förderung von Verständnis und Toleranz liegen ihnen am Herzen. Aus diesem Grund finden jedes Jahr bereits im Vorfeld des Afrikafests verschiedene Projekte an Schulen im Landkreis statt, die teilweise von Asylsuchenden der Region mitgestaltet werden. red


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