Kronach

Aeroclub Kronach: mit dem Motorsegelflugzeug über die Alpen

Reger Flugbetrieb herrschte während der vergangenen Wochen auf dem Kronacher Segelfluggelände. Eine erfolgreiche Alpenüberquerung sorgte für den Höhepunkt d...
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Michael Porzelt beim Einflug in die Alpen  Foto: pr
Michael Porzelt beim Einflug in die Alpen Foto: pr
Reger Flugbetrieb herrschte während der vergangenen Wochen auf dem Kronacher Segelfluggelände. Eine erfolgreiche Alpenüberquerung sorgte für den Höhepunkt der diesjährigen Flugsaison.


607 Starts und Landungen

Insgesamt drei Fluggruppen aus Hammelburg, Coesfeld und Langenselbold hielten ihre Fluglager am Kreuzberg ab. Die Gastvereine, die ihre eigenen Segelflugzeuge mitbrachten, führten insgesamt 607 Starts und Landungen und kamen auf insgesamt 396 Flugstunden. Die zahlreichen Flugschüler und die Streckenpiloten kamen, bei durchwegs guten Wetterbedingungen, gleichermaßen auf ihre Kosten. Der längste Streckenflug dauert 8.35 Stunden. Die Coesfelder Fluggruppe gastierte schon zum dritten Mal in Kronach. Für das nächste Jahr haben sie ihr Kommen bereits wieder zugesagt. "Der Flugbetrieb verlief trotz der vielen Flugbewegungen vollkommen störungsfrei", resümiert Vereinsvorsitzender Gerhard Steidl die abgelaufene Flugsaison.
Den wohl interessantesten Flug legten Michael Porzelt und Ralf Wietasch gemeinsam mit dem vereinseigenen Reisemotorsegler "Samburo" zurück. Die beiden auslandserfahrenen Piloten wagten am letzten Augustwochenende den Sprung über die Alpen nach Italien. Ihr Ziel war Bedizzole, ein kleiner Flugplatz südlich des Gardasees. Für ihre Alpenüberquerung hatten sie bereits mehrere Abflugtermine geplant, aber immer wieder scheiterte es an ungeeigneten Wetterbedingungen.


Sichtflugbedingungen

Die Überquerung der Zentralalpen erfordert Sichtflugbedingungen sowohl auf der Alpennord- als auch auf der Alpensüdseite. Ende August war es endlich soweit. Die Vorhersagen versprachen beste Sichtflugbedingungen. Freitag, Punkt 14 Uhr, rollte der Motorsegler mit dem Kennzeichen D-KSAM zum Start und hob, mit Michael am Steuerknüppel und Ralf als Co-Pilot, in Richtung Süden ab. Im Cockpit herrscht Arbeitsteilung. Auf der ersten Teilstrecke war Michael für den Flug und Ralf für Navigation und Kommunikation mit der Flugverkehrskontrolle verantwortlich.
Der Flug führte zunächst westlich von München in Richtung Innsbruck zur sogenannten Brennerroute auf eine Höhe von über 3000 Meter. Eine intensive Flugvorbereitung war dem vorausgegangen. Die Luftraumstrukturen von Österreich und Italien wurden studiert und verschiedene Flugrouten ausgearbeitet. Sicherheit ist hier oberstes Gebot. Bereits im Vorjahr waren die beiden in Richtung Italien unterwegs. Technische Probleme beim Anflug auf Innsbruck zwangen sie jedoch zum Abbruch ihres Fluges.
Anders in diesem Jahr. Es herrschten beste Wetterbedingungen und das Triebwerk des Motorseglers leistete zuverlässig seinen Dienst. Vorbei an mehreren Dreitausendern ging es über Brixen und Bozen zum Gardasee. "Die Dolomiten waren zum Greifen nah", schwärmt Michael. Die italienischen Fluglotsen genehmigten sogar eine kurzfristige Routenänderung und somit konnten die beiden Kronacher Piloten den Gardasee in seiner vollen Länge direkt überfliegen.
Nach einer Flugzeit von gut dreieinhalb Stunden landete die "Alfa-Mike" in Bedizzole. Da für Sonntag Wärmegewitter im Alpenraum vorhergesagt waren, stand nach einem italienischen Abendessen für den nächsten Tag schon wieder die Rückreise an. Auch der Heimflug verlief planmäßig und störungsfrei, lediglich die Tankanzeige machte südlich von Nürnberg einen Tankstopp erforderlich. Am Samstagnachmittag setzte der "Samburo" wieder am Kreuzberg auf. Ein erlebnisreicher Kurztrip nach Italien war zu Ende. Wohin Michael und Ralf im nächsten Jahr fliegen, wollten sie nicht verraten. "Die Planungen erfolgen im Winter", so die beiden unisono. red
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