Lichtenfels

Adolph Kolping - ein bleibendes Vorbild

Jubiläum  Die Lichtenfelser Kolpingsfamilie feierte 125-jähriges Bestehen. Die Worte eines der Vorläufer der katholischen Soziallehre besitzen auch heute noch Gültigkeit. Beim Festgottesdienst gab es ein Wiedersehen mit guten alten Bekannten.
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Den feierlichen Festgottesdienst hielt der Präses der Kolpingsfamilie Lichtenfels, Pfarrer Roland Neher, in Konzelebration mit den ehemaligen Präsides, Geistlicher Rat Heinrich Schenk (rechts) und Prälat Luitgar Göller (links) in Gegenwart der Fahnenabordnungen des Jubelvereins und befreundeter Vereine. Im Vordergrund ist die Leuchsentaler Blasmusik in Aktion. Foto: Alfred Thieret
Den feierlichen Festgottesdienst hielt der Präses der Kolpingsfamilie Lichtenfels, Pfarrer Roland Neher, in Konzelebration mit den ehemaligen Präsides, Geistlicher Rat Heinrich Schenk (rechts) und Prälat Luitgar Göller (links) in Gegenwart der Fahnenabordnungen des Jubelvereins und befreundeter Vereine. Im Vordergrund ist die Leuchsentaler Blasmusik in Aktion. Foto: Alfred Thieret
Lichtenfels — Im Rahmen der Kirchweih der katholischen Kirchengemeinde Schney, die alle Jahre von der Kolpingsfamilie organisiert wird, feierte die Kolpingsfamilie Lichtenfels ihr 125-jähriges Bestehen. Im Festzelt auf dem Platz hinter der Kirche wurde das Jubiläum am Samstag mit einem Festkommers würdig begangen.
Der katholische Gesellenverein Lichtenfels sei am 27. Dezember 1890 ins Leben gerufen worden, betonte der seit 33 Jahren amtierende Vorsitzende der Kolpingsfamilie, Georg Lotz. "Wir wollen deshalb anlässlich unseres Jubiläums daran denken und dankbar dafür sein, dass es bis heute Geistliche, Ehrenamtliche und Mitglieder gab und gibt, die den Verband auch in schwierigen Zeiten von Anfang an bis zum heutigen Tag führten, beistanden und mitarbeiteten" unterstrich der Vorsitzende.

Der 150. Todestag

In seiner Festansprache stellte Diözesanpräses Wilfried Wittmann Adolph Kolping, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt, als bleibendes Vorbild für uns heraus. Es sei beeindruckend was dieser aus bescheidenen Verhältnissen kommende Mann aus sich gemacht habe. Aufgrund seiner Erfahrungen als Kaplan und vorher als Wandergeselle habe er die Not der Gesellen erkannt und sich für diese mit ganzer Kraft im Rahmen von Gesellenvereinen, den Vorläufern der Kolpingsfamilien, eingesetzt. Aufgrund seines umfassenden 16-bändigen Schriftwerks sei er praktisch zum Vorläufer der katholischen Soziallehre geworden.
Die Worte Adolph Kolpings hätten auch bis in unsere Zeit Gültigkeit, würden uns bis heute zum Nachdenken anregen und seien deshalb für uns ein lebendiges Vermächtnis. In seinen Schriften zeige sich seine Grundeinstellung und Spiritualität, was das Kolpingwerk als geistliche Bewegung ausweise. So zitierte der Diözesanpräses Kolping mit den Worten: "Das Christentum besteht nicht in schönen Worten und leeren Redensarten, es muss tätig, hingebend, aufopferungsvoll geübt werden, so dass es sich auch im Äußeren ausprägt und auf die Umgebung mit übergeht."
Das internationale Kolpingwerk sei mittlerweile in mehr als 60 Ländern beheimatet. In Deutschland würden sich etwa 265 000 Mitglieder in 2700 Kolpingsfamilien engagieren. Auch 150 Jahre nach seinem Tod wirke das Werk Adolph Kolpings bis heute fort, bleibe sein Leben für uns ein immerwährendes Vorbild und bedeuteten seine Worte ein lebendiges Vermächtnis, stellte der Diözesanpräses klar.

Viele Grußredner

Die lange Liste der Grußredner führte die CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner an, die die Verdienste des Vereins um das Gemeinwohl hervorhob. Landratstellvertreter Helmut Fischer (CSU) hob hervor, dass die Kolpingsfamilie dazu beigetragen habe, das christliche Fundament unserer Gesellschaft zu stärken. Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) sprach im Hinblick auf die Kolpingsfamilie von einem 125 Jahre gelebten Leitbild, das zu gemeinsamen Handeln einlade. Der Bürgermeister überreichte eine große gerahmte Urkunde und ein Geschenk. Auch Rudolf Weißmann, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes, Tanja Vincent, evangelische Pfarrerin von Schney, Thomas Sniehotta, Vorsitzender der Kolpingsfamilie Bad Staffelstein, Christa Appel von der Kolpingsfamilie Pressig, Georg Dinkel von der Aktion 365, Wolfgang Haas als KAB-Vorsitzender, Annemarie Böhm als Vorsitzende des katholischen Frauenbundes und Henry Schimanski Vorsitzender des Gesangvereins Schney, sprachen Grußworte und übergaben Geschenke.
Den feierlichen sonntäglichen Festgottesdienst zelebrierte Pfarrer Roland Neher als Präses der Kolpingsfamilie Lichtenfels in Konzelebration mit den ehemaligen Lichtenfelser Kaplänen und Präsides, Geistlicher Rat Heinrich Schenk (Präses von 1963-1967) und Prälat Luitgar Göller (Präses von 1967-1978).
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