Adelsdorf

Adelsdorf braucht in den nächsten Jahren jeden Euro

Kämmerer Christian Jakobs legte dem Finanzausschuss des Gemeinderats Adelsdorf die Halbjahresbilanz vor. 23 große Projekte laufen derzeit, darunter der Ring...
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Kämmerer Christian Jakobs legte dem Finanzausschuss des Gemeinderats Adelsdorf die Halbjahresbilanz vor. 23 große Projekte laufen derzeit, darunter der Ringschluss der Wasserversorgung mit dem Hochbehälter Neuhaus. Hier sind im Haushalt 1,2 Millionen Euro angesetzt. Bislang wurden davon 242 000 Euro ausgegeben.
Bei den meisten Vorhaben laufen Planungen und Arbeiten wie geplant. Entsprechende Rechnungen seien aber erst im zweiten Halbjahr zu erwarten. Ins Jahr 2017 verschoben wird von der Dorfgemeinschaft die Sanierung der Kapelle in Weppersdorf, so dass auch der gemeindliche Beitrag von 95 000 Euro erst dann fällig wird.
Die Alte Schule Aisch wurde auf ihre Statik überprüft. Sie ist demnach bis 2020 standfest, so dass die im Haushalt angesetzten Mittel von einer Million Euro für eine dringliche Instandsetzung nicht aufgewendet werden müssen. Erst nach einem Nutzungskonzept soll dieses Vorhaben wieder aufgegriffen werden. Für den Breitbandausbau erhielt die Gemeinde die Förderzusage. Damit werden voraussichtlich die Maßnahmen noch in diesem Jahr durchgeführt werden können.
Der Umbau eines Gebäudeteils der Schule soll bis Ende September abgeschlossen sein. Dann gibt es dort den Kindergarten Sonnenschein. Vom Haushaltsansatz von 1,5 Millionen Euro sind bereits 230 000 Euro an die Baufirmen gezahlt worden. Die Erweiterung der Kita Villa Kunterbunt wird bis November abgeschlossen sein. Hier sind 400 000 Euro im Ansatz und bislang 40 000 ausgegeben.
Für die Verbesserung der Wasserversorgung hat Adelsdorf 283 000 Euro angesetzt. Es wird eine defekte Förderpumpe ausgewechselt. Der Restbetrag war für eine Druckerhöhung vorgesehen. "Hier haben sich Probleme ergeben; wahrscheinlich muss der Behälter neu gebaut werden", teilte dazu Jakobs mit.
Insgesamt hat die Kommune für große Unterhalts- und Investitionsmaßnahmen knapp 6,9 Millionen Euro im Haushalt. Davon sind jahreszeitlich bedingt erst gut 800 000 Euro ausgegeben. Da Vorhaben im Wert von rund 1,1 Millionen Euro nicht 2016 durchgeführt werden können, rechnet der Kämmerer bis zum Jahresende mit einem Zahlungsmittelbedarf von knapp fünf Millionen Euro.


Erfreuliche Einmal-Effekte

Diese anstehenden Ausgaben erklären auch, dass derzeit die Kasse mit 3,3 Millionen Euro gut gefüllt erscheint. Steuereinnahmen und Schlüsselzuweisungen sowie die Kreisumlage wurden bereits verbucht. Mit dem erfreulichen Ergebnis, dass Adelsdorf keinen Tag Kassenkredite in Anspruch nehmen musste. Dagegen waren 2015 15 000 Euro allein an Zinsen für die kurzfristige Geldmittelbeschaffung zu leisten.
Erhebliche einmalige Einnahmen führten nach Jakobs zu dieser erfreulichen Lage. Diese werde es in den nächsten zwei Jahren nicht geben, dafür stehen aber hohe Ausgaben an, vor allem für den Wasserringschluss rund 1,6 Millionen Euro. "Die Haushaltskonsolidierung nach Plan geht weiter", sicherte er zu. Allerdings muss Adelsdorf mit einer steigenden Kreisumlage und sinkenden Schlüsselzuweisungen rechnen, da diese Beträge anhand der wirtschaftlichen Lage der Vorjahre festgelegt werden.
Ein eigenes Kapitel - noch auf viele Jahre - ist die Sanierung der Abwasserkanäle und -leitungen. "An dieses Thema müssen wir mit Ehrlichkeit herangehen", gab Geschäftsleiter Wolfgang Mößlein vor. Denn Aufwendungen hierfür kommen in Form von Beiträgen, Gebühren und Steuern auf die Bürger zu. "Wir werden über einen langen Zeitraum mit Abschlagszahlungen arbeiten, so dass es für die Bürger verträglich bleibt", sagte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW). Mößlein riet davon ab, anstelle der Beitragsbescheide an die Bürger betroffener Straßenzüge auf alljährlich wiederkehrende Leistungen aller Grundeigener zu setzen. Der Aufwand, gerechte Beträge zu ermitteln, sei immens; so müssten die Ortsteile wegen ihrer Unterschiede gesondert erfasst werden. "Das sind allein zwei Jahre Personalaufwand, um das rechtssicher zu machen", bewertete er die nun in Bayern mögliche Umstellung. Leichtere Stundung von fälligen Beiträgen und Vorausleistungen machen es seiner Meinung für den Bürger leichter, die Last zu stemmen.
Als überplanmäßige Ausgabe billigte der Ausschuss die Sanierung von Spielplätzen, speziell von schadhaftem Spielgerät noch in diesem Jahr. Die Mittel dazu können aus dem Etat für Straßenunterhalt genommen werden. 90 000 Euro werden frei, weil heuer nichts am Weg nach Bösenbechhofen gemacht wird. Mit 40 000 Euro wird deshalb noch 2016 die Bahnhofstraße fertig gebaut. Der Haushaltsrest von 50 000 Euro steht somit für die spielenden Kinder zur Verfügung.


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